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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 20.01.2018, 13:09:35





 Universität für Hörgeschädigte - "D. Gallaudet Universi





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Hallo ihr!

Habt ihr schon mal was von der Gallaudet-Universität gehört? Wart ihr selber dort oder habt Bekannte, die da waren?

Ich würde gerne mal wissen, wie die Uni so ist. Hat sie einen guten Ruf?

Liebe Grüße,
Jule



Quiz-Millionär´09
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Sorry, kenne die uni nicht, aber mich würde interessieren, wo die Uni ist.


Frage nicht: warum etwas NICHT geht - sondern: Was kann ich tun, DAMIT es geht!
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Apfelwein-Lady & GL-Kultur-Insider´09
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@Lieblings

Diese Uni ist in Washington D. C.


@Jule811

Ich denke, Lukbo und Dr. Null waren dort und können hier darüber berichten. Ich kenne jemanden, der dort studiert hat. Aber leider ist er kein regelmäßiger User hier [crap]


°°°°°°°



Mitglied



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@ Da hätte ich vielleicht mein Studium mit angenehmer Erinnerung gehabt!
Vielleicht anständigere Noten gehabt, vielleicht wäre mein Studium kürzer gewesen.... was weiss ich??

Wäre interessant wenn da die Deutschen auch eine solche Uni hätte!!
Da fällt der blöde Kampf um die Hilfsmittel aus ( Dolmi, Sennheiser-Höranlage, Mitschriften...)



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@Jule811 und Lieblings.

Stefan Goldschmidt ist schon der Gallaudet-Universität, und schon lange Jahr. Leider, Stefan hat nicht oft hier vorbeikommen. Kannst du im PM fragen. [neutral]






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Ich wollte Gehörlosenpädagogik studieren dort und dann hier in Deutschland, oder vielleicht auch Großbritannien arbeiten.

Aber das wird ja nichts nützen, wenn da ASL gelehrt wird und ich hier DGS bzw. die britische Gebärdensprache nutzen müsste, oder???

Jule811






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Ach ja:

Gibt es sonst irgendwo noch etwas Vergleichbares wie Gallaudet? In Großbritannien, in Deutschland (glaube es ja nicht), in Österreich oder in der Schweiz vielleicht?

Jule811



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@Jule811
Möchtest du nach Amerika, bei der Gallaudet und Gehörlosenpädagogik. Es ist nicht schlecht. Ja, das ist ein Teil ein Probleme. Wenn es du eine Student fertig, und dann nach Deutschland züruck. Leider es mußten nocheinmal das Student wieder.
Wohnst du in Hamburg? Wenn es ja, kannst du mit Persönlich Stefan Goldschmidt treffen und alles fragen. Stefan kann mit dir erklären.



Neuling



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Ich habe nur einmal von einer virtuellen europäischen Universität für Gl's, gehört, die gegründet werden soll. Ob das inzwischen passiert ist, weiss ich nicht. Und es kommt darauf an, was man an der Gallaudet University studieren möchte. So wie ich bisher erfahren habe, ist der Schwerpunkt mehr im sozialen, geschichtlichen Bereich. Wenn man Technik studieren möchte, geht das irgendwie nur bis zum Bachelor. Danach muß man die Uni wechseln. Technik kann man in Rochester studieren. Da soll auch eine Gruppe für Hörbehinderte geben.
Wie Steho sagt, muß man sich vorher informieren, ob man von einer bestimmten amerikanischen Uni eine Anerkennung in Deutschland bekommt. Denn die Niveaus der amerikanischen Universitäten sind total unterschiedlich. Gallaudet hat leider nicht das Niveau, um die den Abschluss hier anerkennen lassen zu können. Deswegen ist es sinnvoller, in Deutschland mit Gl-Pädagogik anzufangen und dann ins Ausland zu gehen. Denn da könnte man dann mit den Profs in Deutschland verhandeln, die in der GU erbrachten Studienleistungen anerkennen zu lassen. Unter Gl's und in der Gl-Welt hat die GU natürlich einen guten Ruf, da die die einzige Gl Universität ist, aber knallhart gesagt, hat die Universität in der normalen Welt zum Vergleich mit deutschen Universitäten und anderen internationalen Universitäten keinen so tollen Ruf.

Picat, ich bereue es nicht, daß ich an einer normalen Uni studiert habe, auch wenns manchmal wegen meiner Hörbehinderung richtig chaotisch war. Aber da lernt man auch, sich durchsetzen zu können ;)


Auf der Welt ist nichts unmöglich, nur die Idee, die Wege und die Mittel müssen gefunden werden.






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@eiknarf

seltsam, ich habe mir schon mal durchgelesen, was man allein für Pädagogik braucht... einen verdammt guten Schnitt und eine Lehrempfehlung von Profs und blablabla. Es gibt einen Numerus clausus für das Fach. Klingt aber nicht gerade nach einer einfachen Uni???
Aber wenn ich dann schon mal anfange, hier zu studieren, warum soll ich dann noch ins Ausland gehen? Ich dachte mir, ich geh zur GU, damit es leichter wird wegen des Handicaps. Wenn ich hier schon anfange, dann kann ich doch hier auch durchziehen.
Apropos: Wer trägt eigentlich die Kosten für Dolmetscher, wenn ich in Deutschland an einer normalen Uni studieren will?
Mir ist schon klar, dass die meisten GL die GU gut finden werden, weil es die einzige dieser Art ist. Hatte nur die Hoffnung, vielleicht doch ein paar objektive Antworten zu kriegen! ;)

@steho
Wer ist Stefan Goldschmidt? War er dort?
Was ist nicht schlecht, die Idee mit Gl-Pädagogik und Gallaudet? Oder Gallaudet-University?
Bin aus Hamburg, ja.

@picat
Wird an der Gallaudet nur in ASL kommuniziert oder auch so was wie Unterricht mit Folien? Haben die auch solchen Technik wie Sennheiser-Anlagen dort?

Gruß,
Jule811



Spitzenmitglied



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Aloha Jule,

joo, ich war auch auf dem Campus der Gallaudet University und zwar ein paar Tage lang. Die Rochester Institute of Technology (RIT) samt National Technical Institute for the Deaf (NTID) ebenso.

Wer in GU studieren möchte, muss dafür weniger Studiengebühren zahlen als an der NTID. Für Auslandsstudierende noch einmal extra Geld, da sie keine Steuern an die USA zahlen.

Absolventen von GU sind auf dem Arbeitsmarkt in USA sehr gefragt, besonders im Bereich von "Human Service", als Lehrer, Berater, ASL-Lehrer, Betreuern von tauben Geistesbehinderten und Verhaltensgestörten, Relais-Dolmetscher, Arbeitsassistenten usw.

Wegen Deiner Frage "Wie ist die Gallaudet Uni?" gibt es Daten von Oktober 2003:

Die Zeitschrift US-News veröffentlicht jährlich ein Ranking der Colleges und Universitäten unterteilt nach vielen Kriterien:
http://www.usnews.com/usnews/rankguide/rghome.htm

Bei den Klassen unter 20 Schülern ist Gallaudet die Nr. 1:
http://www.usnews.com/usnews/edu/colleg ... _brief.php

Kriterium Regionen:
http://www.usnews.com/usnews/edu/colleg ... _brief.php
RIT Platz 7.
GU Platz 22.

Kriterium Kosten:
http://www.usnews.com/usnews/edu/colleg ... _brief.php
GU Platz 2.
RIT Platz 7. (2003), 8. (2004)

National-Top Schools:
http://www.usnews.com/usnews/edu/colleg ... _brief.php

National Engineering schools:
http://www.usnews.com/usnews/edu/grad/r ... _brief.php

So wie andere hier schreiben, es stimmt, dass RIT ein allgemein höheres Bildungsniveau als die GU besitzt. Die RIT hat einen hohen Stellenwert bei den Technology-Firmen in den USA, daher haben Absolventen der RIT gute Arbeitsplatzchancen. Die GU bildet die Studenten zu selbständigen Führungspersönlichkeiten / Aktivisten / Lehrer für andere Gehörlose heran (Studenten auch aus der Dritten Welt usw. ). In Sachen Deaf Studies ist die GU neben einer Deaf Studies Abteilung in der Bostoner Universtität nach wie vor top.

Es gibt in Deutschland ja eine Studentenvereinigung BHSA, dort kannst du dich da beraten lassen.

An der GU wird nur in ASL kommuniziert! Also musst du entweder hier in Deutschland vorbereiten oder einen ASL-Lehrgang in der GU vorbereiten. Eine Induktionsanlage gibt es da meines Wissens nicht. ;)

Aloha eiknarf,

zu der virtuellen europäischen Universität findest du so dieses "Konzept":
http://www.bgsd-bayern.de/bgsd.zip (aus dem Jahr 2000)


--
Wir sind die Mundfaulen. Na und? :D



Mitglied



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@jule

die Antwort auf die Frage, ob in der GÜ nur ASL gebärdet wird und ob sie eine Sennheiseranlage nutzen - steht beim Thread von Lukbo






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Aloha, Lukbo,

Lukbo hat geschrieben:
joo, ich war auch auf dem Campus der Gallaudet University und zwar ein paar Tage lang. Die Rochester Institute of Technology (RIT) samt National Technical Institute for the Deaf (NTID) ebenso. )


Was ist der wesentliche Unterschied zwischen den drei Unis???

Lukbo hat geschrieben:
Absolventen von GU sind auf dem Arbeitsmarkt in USA sehr gefragt, besonders im Bereich von "Human Service", als Lehrer, Berater, ASL-Lehrer, Betreuern von tauben Geistesbehinderten und Verhaltensgestörten, Relais-Dolmetscher, Arbeitsassistenten usw. )


Ich will aber eigentlich in Deutschland arbeiten. [neutral] Sorry, bin nicht so ein Amerika-Fan - mir geht es eigentlich nur um ein leichteres Studium.

Danke auch für die Links, sehr interessant.

Lukbo hat geschrieben:
Die GU bildet die Studenten zu selbständigen Führungspersönlichkeiten / Aktivisten / Lehrer für andere Gehörlose heran (Studenten auch aus der Dritten Welt usw. ). )

Das hört sich ja prima an... :)

Warum warst du auf dem Campus der GU und der anderen Unis? Was hast du studiert und wo? @Lukbo

Lieben Gruß,
Jule



Spitzenmitglied



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Aloha Jule,

Zitat:
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen den drei Unis???

An der GU überwiegt der Anteil von Deaf-Studies, Deaf-Art, Deaf-Identity, Deaf-Community, Deaf-Environment, Deaf-Literacy, also im künstlerischen und sozialen Bereich, der technische Anteil beschränkt sich eher auf digital arts, usw. An der RIT (einschliesslich NTID im RIT-Campus) dagegen eher der technische Bereich, wo es auch einen nur geringen Anteil an Deaf-Studies im Studienplan gibt. An der GU sind praktisch alle Tutoren und Dozenten gebärdensprachkompentent. An der NTID können diese Lehrkräfte fast alle in ASL gebärden, am umgebenden RIT-Campus dennoch muss man einen ASL-Dolmetscher beim integrativen Studium mit Hörenden einbeziehen. Für die Deafies in Rochester ist das fast kaum ein Problem, weil dort die höchste Dolmetscher-Dichte pro Einwohner in ganz USA ist.

Zitat:
Ich will aber eigentlich in Deutschland arbeiten. [neutral] Sorry, bin nicht so ein Amerika-Fan - mir geht es eigentlich nur um ein leichteres Studium.

"Leichteres Studium" wäre wohl auch in Deutschland genausogut möglich. :D Doch Vorsicht, musst auch aufpassen, dass das Studium bestimmer Fächer in USA auch in Deutschland anerkannt ist.

Zitat:
Warum warst du auf dem Campus der GU und der anderen Unis? Was hast du studiert und wo? @Lukbo

Als ich dort war, hab ich nicht studiert, sondern nur einfach besucht und aus Interesse mit eigenen Augen gesehen, wie es dort im "real life" aussieht.


--
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Guten Morgen, Lukbo!

Ich hab schon verstanden, dass du aus Interesse da warst. Hast du dann studiert, und wenn ja, was? Ich wollte nur allgemein wissen, aus Interesse... :D

Hmmm... man lernt dazu!

Danke für die Infos!

Jule



Spitzenmitglied



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Aloha Jule,

nicht nach meiner USA-Reise vor einem Jahr, sondern vorher habe ich studiert und zwar 2 Jahre Kurzstudium "Datentechnik" im Bereich Informatik an der TU Wien, danach habe ich eine Arbeitsstelle als Systemprogrammierer angenommen. Das war vor ca. 14 Jahren! Wenn ich also viel früher die Grundlagen der ASL angeeignet hätte, vielleicht hätte ich mir überlegt, eine Förderung zu beantragen und zwischendurch an die NTID zu gehen. Seither hat sich hier in Wien, wo ich lebe, viel geändert und mehr ÖGS-Dolmetscher als früher werden hier ausgebildet, sodass ich genauso gut hier studieren würde...


--
Wir sind die Mundfaulen. Na und? :D



Spitzenmitglied
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Ganz lustig, wie ich hier durchgelesen habe, gibt keiner von euch die URL von Gally. Hier ist die Links: http://www.gallaudet.edu


Echtes Wissen ist: Wenn Du das, was Du weisst, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weisst, als Nichtwissen akzeptierst.
(Konfuzius)



Spitzenmitglied



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Hauptsächlich geht es in GU um Studium. Nebenbei gibt es viele "kleine" Angeboten. Z.b. Man kann 1. und 2. Semster in GU an sogenannten ELI (English Language Institute) teilnehmen. Dort lernt man Kultur und Sprache. Ich denke, das ist sinnvoll für die Leute, die ein großes Interesse an GU-Life. Kultur und Sprache haben und einen einjährigen Aufenthalt in USA möchten, oder nicht? Es ist zwar nicht so billig, aber es ist noch billiger als Studiumkosten.



Neuling
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Herzlichen Nachmittag euch allen,

Wie es jedem einzelnen von uns selbst bekannt ist liegt in Washington, D.C. die Gallaudet University, die erste Universität welches ihr gesamtes Angebot speziell auf die Bedürfnisse von gehörlosen und schwerhörigen Menschen ausgerichtet hat.

Deutschland verfügt über Kollegstufen für Hörgeschädigte (gerne auch bekannt unter dem anfügenden Stichwort "Essen"). Aber wie sieht es aus mit Bachelor-, Master- oder Doktorgrade an Graduierte? Hierbei stehen soweit mir bekannt sind viele Hörgeschädigte nach einem erfolgreichen Abitur vor einem Hindernis - entweder sie haben das Glück jemanden der Mitschreiben/Dolmetschen kann als Mitstudierenden dabei zu haben, hervorragendes Informationsmaterial vom Dozenten zu bekommen, stets vorne zu sitzen und gut Lippenablesen zu können oder eben sich einen Dolmetscher leisten/finanziert zu können/bekommen.

Warum erweitern wir nicht unsere Gehörlosenkultur auch um eben diesen Punkt? Warum sollten Hörgeschädigte Menschen auch nicht genauso die gelegenheit zu bekommen Arzt zu werden, Japanologie zu können, sich auf Mineralogie zu spezialisieren, Jurist zu werden, et cetera?

Warum müssen Hörgeschädigte Menschen für einen Abschluss mindestens das dreifache leisten, für einen gleichwertigen Abschluss? Warum ist in der Bildungspoltik für Gehörlose die Täler tieferer und breiter?

Mein eigener Wunsch, mein eigenes erklärtes Ziel als vollständiger Gehörloser ist die vollständige Akzeptanz unserer Kultur im Kontrast zu allen anderen Kulturen. Hörgeschädigte haben auch das Recht darauf Poltiker, Anwalt, Richter, Mediziner, et cetera zu werden ohne sich auf einen Zermübungskrieg mit der Bildungspoltik einzulassen.

Wir sind zu Sprüngen nach vorne fähig, Neil Armstrong erwähnte dass die ersten Schritte auf dem Mond ein großer Sprung für die Menschheit war - wir selbst gehören auch zur Menschheit, lasst uns nach vorne springen.

Der Meinungsaustausch seie hiermit gerne eröffnet.


Beschränke dich nicht auf dich selbst und reise. Denn dann erkennst du die Wurzeln der der Welt.



Zuletzt geändert von Denker am 19.10.2006, 17:07:26, insgesamt 1-mal geändert.

Spitzenmitglied



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[applaus] ich stimme zu!

aber man soll bedenken, dass USA sehr groß ist und Washington D.C. liegt fast in der Mitte, so kommen dann viele Hörgeschädigte nach Washington D.C. um zu studieren!
Deutschland ist sehr klein, aber hat viele Einwohner.
ich wäre ja froh, wenn ich fast barrierefrei studieren könnte!



Spitzenmitglied



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Eine Universität speziell für Gehörlosen für ganz Europa in Englischer
Sprache wäre realistischer als eine Uni für deutschen Gehörlose oder
gehörlosen Deutsche
(Unterschied?). Was Amerikaner können, müssen
wir auch längst können!



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Note:

Washy DC ist nicht fast in der Mitte, sondern liegt ganz im Osten. Auch wenn Gally eine gl Uni ist, erfuhr ich, dass nicht alle Professoren gl sind und diejenige die hoerend sind, koennen entweder perfekt, mittelmaessig oder schlecht gebaerden. So soll eine gl Uni sein. Nein!

Das gleiche gilt fuer NTID (National Institute for the Deaf) in Rochester, NY, das eineinhalb Stunden oestlich von Niagara Falls liegt. NTID ist ein von acht Colleges am RIT. Die Professoren am NTID koennen von sauschlecht bis gut gebaerden. Wer kann gut gebaerden? Die gl Professoren natuerlich. Es gibt keine Verpflichtung, dass die Professoren Gebaerde beherrschen muessen. USA ist eben nicht perfekt.

Im allgemeinen befuerworte ich eine Mischung von gl und hoerende Studenten an einer Uni, bpsw. NTID und nicht Gally, denn die Studenten studieren ja nicht ewig und sie sollten schon waehrend des Studiums Erfahrung sammeln, wie mal mit Hoerenden umgehen soll. Allgemein gesagt ist Gally gut fuer diejenige, die spaeter im Bereich Gl arbeiten wollen, bspw. Gl-Lehrer, Gl-Psychologen, etc Ansonsten an RIT oder an einer regulaeren Uni.

Der Ruf von Gally von heute ist nicht mehr so gut wie damals.



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Ich finde, die Vision von Gallaudet ist längst überholt... Die USA hat das gleiche Problem wie in Europa... es gibt immer weniger GL... Was heißt das für die Universität Gallaudet? DEAF stirbt langsam aus.. Gebärdensprache wird dann nicht mehr so oft benutzt... und macht das Uni fast überflüssig... Bevor es zu spät ist, sollte man die Version neu definiert werden... z. b. Hörmittel als Hilfsmittel soll endlich zugelassen sein... was dort momentan unter GL nicht vorstellbar ist (aktuellen Thema in diesem Moment) .... Wenn es so weiter geht, wird Gallaudet irgendwann ins Bach gehen.. Glaubt Ihr, dass Hörenden freiwillig ASL im Unterricht teilnehmen wollen... Niemals!!!! Das müssen wir in Realität sehen, dass es so ist... Wenn das Uni gally weiterhin existieren soll, soll einen Mittelweg finden.. z. B. GL verlangen, dass SH gebärden lernen.. und umgekehrt verlangen SH, dass GL sprechen sollen... Da sollen GL und SH kompromissbereit sein, wenn es um die Zukunft geht...
Ich hoffe sehr, dass der Vernunft zuletzt besiegen wird!

Die USA ist 20 Jahren vorwärts als wir in Deutschland... Jedoch sehe ich nicht so schwarz für Deutschland.. wir haben schon viel erreicht... Die GL können in D. heutzutage fast alles studieren... Kein Staat in Europa wird eine Uni für GL einrichten... Das wäre ihrerseits nicht sinnvoll... weil es dann viel zu wenig GL studieren werden... Das ist Tatsache... Versuchen können wir halt... Chance ist so gut wie Null, null %! Grund: CI-Boom macht der GL-Plan überflüssig! ... Ich könnte mich vorstellen, dass es eine ähnliche Einrichtung wie in Rochester / NY irgendwann in Europa realisiert könnte... (der Sitz wäre in London aus meiner Socht vollkommen geeignet...) ... Erst müssen wir in Europa eine gemeinsame europäische GS entwickeln.. Ziel: ESL... erst dann kann man eine Einrichtung für das Studium der GL in europäischen Standort darüber quatschen....

Deaflupo :D


Na... das Leben geniessen ist ja schön, oder?



EL-Sieger´13
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Gibt es nähere Info's über die Uni in Rochester??

Ist das mit der HAW Hamburg zu vergleichen?? (Gebärdensprachwissenschaft als Studienfach/Institut)

links mit Hinweise auf Deaf students wäre erwünscht


mfg Henry


Wer tanzt, hat bloß kein Geld zum saufen!



Man of Wisdom
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Denker hat geschrieben:
[...] entweder sie haben das Glück jemanden der Mitschreiben/Dolmetschen kann als Mitstudierenden dabei zu haben, hervorragendes Informationsmaterial vom Dozenten zu bekommen, stets vorne zu sitzen und gut Lippenablesen zu können oder eben sich einen Dolmetscher leisten/finanziert zu können/bekommen.

Lieber Denker, du irrst dich leider.

Ich schätze, du hast nicht mitbekommen, dass es heutzutage schon eine
Selbstverständlichkeit ist, dass gehörlose Studenten die Vorlesungen an
den Unis in Gebärdensprache übersetzt bekommen. Inklusive Schreibkraft
und Lernmittelzuschuß. Natürlich komplett finanziert vom Staat und nach
einem gewöhnlichen Antrag beim zuständigen Amt.

Freilich haben gehörlose Menschen ein Recht darauf, Berufe zu erlernen,
die sie ausüben wollen. Aber die Fragen hier lauten eher: Nehmen sie aus
den Hörgeschädigtenschulen genug Intelligenz und Kompetenz mit? Würden
wirklich alle Berufe im Alltagsleben eines Gehörlosen Sinn machen?

Und nicht zuletzt: Hier in Deutschland gibt es bereits gehörlose Psychologen,
Mathematiker und Ärzte. Alle mit einem gewöhnlichen Hochschulabschluß :)



Quiz-Millionär´09
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@Immortal King

leider wird die Selbstverständlichkeit in jedem Bundesland anders gehandhabt. In Hessen beispielsweise wird nur eine Pauschale für den Einsatz für Gebärdensprachdolmetscher gezahlt. Dieses reicht überhaupt nicht aus, alle Vorlesungen übersetzt zu bekommen. Und um auf diese Zuschüsse zu kommen müssen wiederum gewisse Voraussetzungen erfüllt werden...

demzufolge hat Denker schon in gewisser Ansicht recht, mit seinem Satz:

oder eben sich einen Dolmetscher leisten/finanziert zu können/bekommen.


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@Lieblings: Interessant zu wissen. Danke, bin schlauer geworden ;)

Jedoch werden überhaupt Dolmetscher und andere Hilfen bezahlt. Ich
finde das schon einen gewichtigen Schritt Richtung Gleichberechtigung
Gehörloser im Hochschulwesen. Könntest du mir bitte noch erläutern,
welche Voraussetzungen genau denn erfüllt werden müssen?



Quiz-Millionär´09
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Voraussetzung wäre in meinem Fall, dass man die Bedingungen für einen Sozialhilfeantrag erfüllt (z.B. unterhalb einer bestimmten Vermögensgrenze, unterhalb einer Einkommensgrenze)

Der Landeswohlfahrtsverband zahlt monatlich maximal eine Höhe von 1.100 Euro.

Dann kann man auch versuchen bei einer Stiftung oder Förderungswerk an der Uni, wo man studiert, Hilfe zu beantragen, das ist dann wieder von der Uni abhängig.


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Lieblings hat geschrieben:
Voraussetzung wäre in meinem Fall, dass man die Bedingungen für einen Sozialhilfeantrag erfüllt (z.B. unterhalb einer bestimmten Vermögensgrenze, unterhalb einer Einkommensgrenze)

Achsooo...

Diese Voraussetzung gibts natürlich auch bei uns. Weißt du, sie
macht nämlich Sinn. Wieso muss der Staat auch für vermögende
Menschen zahlen? Das würde die Kluft zwischen Arm und Reich
nur noch vergrößern. Selbstverständlich will unsere Behinderung
berücksichtigt werden, aber der Staat muss gleichzeitig mehr als
80 Millionen Menschen in verschiedensten Lebenssituationen be-
rücksichtigen. Da ist es alles andere als einfach, für alle zufrieden-
stellende Regelungen zu stellen. Würde ein Sozialstaat jedem, also
auch reichen Menschen, Sozialhilfe gewähren, würde er irgendwann
in sich zusammenbrechen.

Ich bin dennoch der Ansicht, die Grenze könnte man ein wenig
höher stellen. Trotzdem ist diese Grenze hoch genug angelegt,
so dass praktisch jeder hörgeschädigte Student Hilfe bekommen
müsste. In meinen Augen also kein wirkliches Hindernis ;)



Quiz-Millionär´09
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Dann stellt sich wiederum die Frage, was ist Reichtum [wink] sicherlich ist es vernünftig, so wie du es schreibst, aber warum soll ein gehörloser Student für eine Vorlesung zahlen, während die hörenden Studenten das Privilleg haben, hören zu können. Hat das dann etwas mit Vermögen zu tun?

Ich denke mal, wenn ein Gehörloser wirklich sein Studium schaffen möchte, dann wird er es auch schaffen und auf die Hindernisse des Staates pfeiffen. Dann hat er halt mehr geleistet, als ein Hörender...


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Jop! Und objektiv gesehen, wäre der Gehörlose dann ein besserer Angestellter... :)



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[lach]


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Apfelwein-Lady & GL-Kultur-Insider´09
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Das mit Vermögen:

War "Opfer" dieser Regelung. Weil mein "Vermögen" [Definition für Landeswohlfahrtsverband, für mich nicht, sondern Rücklagen für Zukunft und andere Sachen] über die Grenze war [damals 4.500 Deutsche Mark], lehnte der LWV die Übernahme der Dolmetscherkosten ab. Hab beim Gericht Klage erhoben, nach 2 Jahren wegen Aussichtlosigkeit Klage unfreiwillig zurückgezogen. [nerv]

Wenn ich aber z. B. 200.000 Deutsche Mark hätte, hätte ich natürlich Verständnis dafür, ABER 4.500 Deutsche Mark ??? Lächerlich...


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