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Aktuelle Zeit: 15.11.2018, 12:00:07





 75 Euro pro Stunde für Gebärdensprachdolmetscher??


Neuling



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Hallo GL-Cafe! Ich habe bisher hier manchmal nur gelesen, nun möchte ich ein Thema beginnen:

Also, ich habe vor kurzem gelesen und auch von meine Freunde erfahren, dass die Dolmetscher ab jetzt 75 Euro pro Stunde kosten. Ich wollte am Anfang nicht glauben, aber es stimmt.

Ich habe eine Beispiel ausgerechnet: Wenn ein Dolmi im Monat 60 Stunden arbeitet (15 Stunden pro Woche) plus durschnittlich 1 Stunde Fahrzeit bei 40 Einsätzen im Monat, dann verdient er nach den neuen Kostensatz 7.500 Euro brutto!

Aber viele Dolmis arbeiten mehr als 20 Stunden pro Woche, auch wegen Doppelbesetzung und Wartezeit, das heißt, die Verdienst kann noch höher sein.

Wenn Steuer und Krankenversicherung usw. abgezogen wird, bleibt immer noch sehr viel übrig. Auch wenn man als selbständig für Krankheittage oder Urlaub keine Verdienst hat, ist das trotzdem viel Geld. Diese Kostensatz wird nicht nur für Einsätze im rechtliche, berufliche, o.ä. Bereich, sondern auch im private Bereich festgestellt (die GL müssen das aus eigene Tasche bezahlen) Ich frage mich und auch euch: Findet ihr das angemessen? [sconf] Freue mich über eure Meinung!



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Da bleibt aber wirklich wenig übrig!!! Bei kurzfristigen Absage verdienen sie dann nichts...
Das Büro, evtl. die Bürohilfe muß auch davon bezahlt werden...


Im Moment pennen 26 Mill. Leute, 28 Mill. essen, 13 Mill. verlieben sich und 29 Mill. sexeln! Aber nur 1 arme Sau liest vor Langeweile diese Message!



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https://www.youtube.com/watch?v=ipYRGgV ... ata_player


"Denk ich an Deutschland in der Nacht......." (H. Heine)



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@ p.bunke

ich habe einmal eine Gegenrechnung aufgestellt mit einem Honorar-Rechner für Freiberufler.

Hier findest du ihn.

Bei einem angestrebten Nettoverdienst von 2.500.-EUR kommt man ungefähr
auf einen kalkulierten Stundensatz von brutto 81.-EUR.

Die Dolmis wollen aber nur 75.-€

Angesetzt wurden 7 Stunden täglich mit 80% Auslastung. Das ist sehr hoch!
Von den angestrebten 2500 EUR Einkommen gehen noch die private
Krankenversicherung und Altersvorsorge ab, Schätzwert: 700.-€
Dann bleiben von den 2500€ nur noch 1800€/Monat übrig.

Ist das viel?


Pyros



Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
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http://www.taubenschlag.de/meldung/8825
(siehe auch Kommentare)


Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.



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Wie sieht es aus, wenn die Dolmetscherin plötzlich nicht kommen kann?


BOOOOOOOOORN TOOOOOOOOO SIGN!!!!!!!!



Neuling



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Danke für eure Antworten!

Pyros, ich habe deine Link angeschaut, aber ich komme auf andere Ergebnis. Bei mir hatte ich 3000 Euro angestrebte Nettoverdienst angegeben. Kostensatz war dann knapp 55 Euro. Ich weiß nicht, welche Angaben bei dir waren. Aber eigenes Büro haben die meisten Dolmis nicht, und auch nicht Bürohilfe. Das machen die meisten selbst (Abrechnung usw.).

Angaben bei mir: jährliche Betriebsausgaben (10.800 Euro; Berufshaftpflicht habe ich 500 Euro / Monat angegeben), Arbeitsstunden pro Tag (6), Urlaubs- / Krankheitstage (jeweils 8), Fortbildung (5), Arbeitsstunden / Tag (6; Doppelbesetzung, Fahr- und Wartezeit zählt ja dazu). Reise- und Autokosten (0 Euro, weil normalerweise immer übernommen wird). Was war bei dir anders?

Von den 3000 Euro wird dann noch die Sozialversicherungen abgezogen (700 Euro wie du gesagt hast). Ich finde, auch mit den alten Kostensatz kann man es ganz gut leben, oder habe ich etwas wichtige übersehen? :) Jedenfalls haben die Dolmis bisher nicht über 55 Euro beschwert...



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7500€??? Fahrtkosten pro h => wie viel € pro h ?

60h im Monat x75€ ergibt 4500€ pro Monat (Brutto)
Die Fahrkosten habe ich nicht mit eingerechnet, da nicht weiß wiviel man dafür verlangen kann.

Netto kommt weniger raus, weil die Dolmi auch für Steuer etc. (geschätzt 1/3) abgeben muss.

Die andere Hälfte ihrer Arbeit ist Büroarbeit, da verdient sie gar nichts.
Wenn sie krank oder im Urlaub ist, kommt auch nichts rein. Das ist das Risiko eines Freiberuflers.
Ist nicht zu vergleichen mit Angestellte, die immer Ende des Monat das Gehalt aufm Konto haben.

Ob die Erhöhung gerechtfertigt ist, dazu kann ich aber nichts sagen.


****~cat



Zuletzt geändert von snowcat am 17.10.2013, 18:27:45, insgesamt 1-mal geändert.

Neuling



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snowcat hat geschrieben:
Brutto kommt weniger raus, weil die Dolmi auch für Steuer etc. (geschätzt 1/3) abgeben muss.

Hallo snowcat

Was meinst du mit brutto? 7.500 Euro ist nur eine Beispiel, aber das ist netto (ohne Umsatzsteuer). Einkommenssteuer muss ja noch abgezogen werden, ist richtig, wie du es schon gesagt hast (ca. ein drittel).

Fahrtkosten werden normalerweise erstattet (Benzin oder Fahrkarte). Was du gemeint hast, ist Fahrzeit. Soweit ich weiß, wird derselben Kostensatz wie beim Einsatz genommen. Bitte korrigiern, wenn ich falsch gesagt habe. Also: Wenn ein Dolmi 40 Einsätze im Monat hat (= 10 Einsätze pro Woche, das ist nicht viel!) und pro Einsatz eine Stunde Fahrzeit, dann kommen noch 75 Euro x 40 Einsätze = 3.000 Euro hinzu. Ich finde natürlich okay, dass Dolmi für Fahrzeit Geld bekommen, aber 75 Euro erscheint mir zu hoch. [neutral]

Ich weiß, dass eine Dolmi für Büroarbeit nichts verdient, aber deshalb ist auch die Kostensatz höher. Ich weiß auch nicht, warum du Büroarbeit erwähnt. Das spielt es keine Rolle hier. Findest du persönlich, dass z.B. 7.500 Euro netto angemessen sind? Nach Abzug von Steuern (1/3) und Versicherungen (ca. 1000-1500 Euro inkl. Berufshapftpflicht) bleiben es ca. 4.000 Euro auf der Hand übrig. [ugone2far] Aber Realität ist es, dass Dolmis noch mehr Stunden bzw. Einsätze im Monat arbeiten = noch mehr verdienen.

Ich habe von einige erfahren, dass Dolmis jetzt auch für private Bereich plötzlich nur 75 Euro pro Stunde verlangen und nicht bereit sind für 55 Euro, obwohl die GL das aus eigene Tasche zahlen müssen. Das finde ich geschmacklos. Und ihr?



Spitzenmitglied



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Snowcat und p.bunke,
ihr verwechselt anscheinend Brutto und Netto.
Nicht schlimm, sogar eine berühmte Politikerin mit Doktortitel hat das mal
verwechselt.
Also, Brutto ist der Gesamtlohn, bzw die gesamten Einnahmen.
Dann kommen Abzüge (Steuern, Versicherungen usw).
Was übrig bleibt ist Netto.
--
Grundsätzlich muß freiberufliche Arbeit mit einem sehr viel höheren Stundensatz
kalkuliert werden als Stundenlohn bei fest angestellten Arbeitnehmern.
Ich stimme Pyros Berechnung voll zu.
Immer daran denken:
Freiberufliche Dolmis bekommen keinen bezahlten Urlaub, kein Weihnachtsgeld, keinen
Arbeitgeberanteil für Kranken- und Rentenversicherung!
Das Risiko auf Armut im Alter ist für Freiberufler hoch.



Spitzenmitglied
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CharlyBrown,
ich verwechselte, wie auch schon mal rechts und links,
in Gedanken weiß ich, aber ... [annoyed] [blush]

Egal, und übrigens,
Weihnachtsgeld, das bekommen die Angestellten auch nicht immer.
Die Firmen sind dazu nicht verpflichtet.

@p.bunke,
ja, nur weiß ich nicht wie du zu 7500€ kam. [confused]

Wenn du nach 60h pro Monat gerechnet hast, dann: Ich komme da auf 4500€ pro Monat.
Das würde bedeuten für Fahrkosten kommt 3000€ dazu? [sconf]
Deshalb auch meine Frage, wieviel Fahrkosten oder Fahrzeit die verlangen dürfen?

Naja, ob 75€ pro h richtig oder falsch sei, dazu kommentier ich nach wie vor nichts. :)


****~cat



Neuling



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CharlyBrown, ja, es ist ein wenig durcheinander. Ich werde unten nochmal sauber auflisten, wie ich es kalukliert habe. Urlaubs- oder Weihnachtgeld ist nicht heute mehr selbstverständlich. Viele, auch ich, erhalten schon lange nicht mehr.

snowcat, ja, richtig: Dolmis bekommen auch Geld für die Fahrzeit (75 Euro pro Stunde nach JVEG) PLUS Fahrkosten (z.B. Fahrkarte oder Benzinpauschale). Siehe hier http://www.sv-gramberg.de/jveg/jveg-abschnitt-3.pdf

Ich habe 40 Stunden Fahrzeit pro Monat geschätzt, weil manchmal die Dolmis zu einem Einsatz für 2 oder 3 Stunden fahren und nur eine Stunde Fahrzeit ist (halbe Stunde hin, halbe Stunde zurück). Manchmal aber auch eine Stunde Fahrzeit für einen halbstündige Einsatz. Das ist nur eine Schätzung von mir. Könnte es ja auch mehr oder weniger sein.

Ich liste nun nochmal sauber auf. Also:

Vergütung für geleistete Dolmetscherarbeit:
60 Stunden (geschätzte Einsatzzeit im Monat) x 75 Euro (Kostensatz nach JVEG) = 4.500 Euro

Vergütung für Fahrzeit:
40 Stunden (geschätzte Fahrzeit im Monat) x 75 Euro (Kostensatz nach JVEG) = 3.000 Euro

Insgesamt: 7.500 Euro. Von diesem Betrag wird es dann Einkommenssteuer abgezogen plus (Sozial)Versicherungen. Ich würde schätzen, dass davon mindestens Hälfte für Miete, Lebensmittel, Freizeit usw. übrigbleibt. Eher mehr, schätze ca. 4000-4500 Euro auf die Hand. Netto und ohne Abzüge. Und ich finde es persönlich sehr viel. Und wenn ein Dolmi mehr arbeitet (das ist meistens den Fall), dann ist die Verdienst natürlich höher, fünfstellige Bruttoverdienst im Monat ist es sogar realistisch.

Fahrkosten kommen eigentlich auch dazu, aber das ist sowieso mehr oder weniger Nullsummespiel, weil Ausgabe = Einnahme durch Übernahme von Kostenträger. Daher lasse ich das weg, damit nicht zu kompliziert wird.

Alles klar? :)



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Wir haben kein Private Gehöhrlosvorsorge.
(z.B. Private Pflegevorsorge Pflegezusatzversicherung)



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Von 7500,- € brutto geht auf jeden Fall 2500,- € für alle 3 Steuer (Lohn, Soli und Kirche) weg! Dann kommt noch private Sozialversicherungen dazu, die auf jeden Fall viel höher sind, als die gesetzliche Versicherungen! Plus andere Ausgaben für Auto, Material und...und...und...
Da bleibt wohl so um 2500 bis 3000,- € übrig!


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Spitzenmitglied



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@p.bunke,
dieser Honorar-Rechner ist nicht so toll.

Eine große Schwachstelle ist die Einkommensteuer mit Soli. Man muss selbst ein fiktives
zu versteuerndes Einkommen ansetzen. Deshalb kann es am Ende zu
größeren Abweichungen kommen.
Es fehlt auch eine Eingabemöglichkeit für die Sozialversicherung.
Ich habe den errechneten Gesamtbetrag unter „sonstige Betriebsausgaben" verbucht.


Ich gehe von einer Frau Mitte 30 aus, Steuerkl. I bzw. IV.
Gegenüber der ersten Rechnung habe ich etwas genauer nachgerechnet.
Zur Diskussion gestellt sind diese Daten:

Gewünschtes Monats-Nettoeinkommen: 2.500€


Bei deinem angenommenen Monatsbrutto von 7.500€ wären das 90.000€ im Jahr.
Dann kann man ein zu versteuerndes Einkommen von ca. 65.000€ annehmen.
Bei Steuerklasse I bzw. IV + Soli + Kirchensteuer kommt man auf insgesamt 21.700€ Steuerabzug

Weitere Daten:
Miete Büro: 250.- (Arbeitszimmer in der Wohnung);
Strom, Heizung, Wasser, Müll: 100.-
Geschäftsauto: 1.100.-€
(Es wird eine monatliche Fahrleistung von 2.000km angesetzt.
Für ein Auto der Golf-Klasse kann man 0,55 €/km incl. Abschreibung ansetzen.
Kostenansatz somit: 2000km *0,55€= 1.100.-€)

Bewirtung (Restaurant, Nahrungsmittel, Einladungen): 100.-
Reisekosten: 100.- (sonstige berufsbedingte Fahrten)
Internet und Telekommunikation: 50.-
Bürobedarf: 50.-
betriebliche Versicherungen (Berufshaftpflicht): 25.-
Berufsverbände, Mitgliedschaften, Steuerberater: 120.-
Steuerberater (Gegenstandwert 80.000.-)
http://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/BJNR014420981.html

Investitionen und Abschreibungen: 60.-

Sonstige Betriebsausgaben: 1660.-
(In dieser Spalte wurden auch die Sozialabgaben erfasst, weil es keine andere Möglichkeit zur Eingabe gibt.
Krankenversicherung (freiwillig gesetzlich) 610.-; Pflegeversicherung 12.-;
Berufsunfähigkeitsversicherung: 35.- ;
Rentenbeitrag: Auch Freiberufler sind teilweise rentenversicherungspflichtig.
Bei einem Jahreseinkommen von 85.000.- sind rund 1.000.- im Monat zu zahlen.
Summe der Sozialabgaben pro Monat: ca. 1660.-

Feiertag: 10; Urlaub: 25; Krankheit 5; Fortbildung: 5,
Ihre Arbeitstage im Büro: 216; Arbeitsstunden pro Tag: 7; Auslastung in Prozent: 80%

Mit diesen Zahlen kommt man auf einen
kalkulatorischer Stundensatz von brutto: 93 €

Der Stundensatz ist stark abhängig von den Arbeitsstunden pro Tag und
der prozentualen Auslastung.
Bei 8 Stunden/Tag und 90% Auslastung kommt man auf einen
Stundensatz von brutto 73€.
8 Arbeitsstunden mit 90% Auslastung sind aber unrealistisch für eine Dolmi.
Das kennt man nur vom Fließband her.

Setzt man deine im ersten Posting erwähnten 100 Stunden/Monat an,
sind das 5 Stunden am Tag.
Kalkuliert ergeben 5 Stunden/Tag mit 95% Auslastung
einen Stundensatz brutto von 110€


Wer es ganz genau wissen will, kann per Email die Screenshots der Kalkulation bekommen.


Pyros



Spitzenmitglied



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75€ [ugone2far]
normalerweise 60€ pro Std ansonstens haben Hessen weniger als die anderen Bundesländer. Stimmt keiner klagt über Stundenbeiträge, denn es gibt Dolmis die haben volle satte Termin für Dolmetschen. Aber wer weit wohnt und auch selten Termin hat dann kann ich Verteuerung verstehen. Aber muss das sein dass wir alles privat aufkommen muss wenn Teilhabe bzw. bundesweites GL Geld nicht mehr kommt?

Dann schrecken die Staaten mehr ab zu zahlen. Dafür haben wir Nachteile mit Mangeldolmis. Es gibt viele Mangeldomis weil es nicht oft genügend Dolmi vorhanden sind, trotzdem geben viele Warteliste drauf. So oft muss man länger Termin verschieben, das wäre auch nicht schön für Gehörlosen alle Verluste in Kauf zu nehmen. Wenn Teilhabe kommt da können alle GL viele privatisieren Dolmi bestellen, den rest müssen die Staat zahlen, weil es abhängig vom Beruf bzw. Sozial zu tun haben als Privat "Arzt" beispiel.

Ausserdem Selbstständig = private Krankenversicherung
ist leider so. Oder wer mehr als 3929 Euro Brutto verdient gehört auch leider zum hohen Abzüge, denn dort werden noch schlimmer Sozialabgabe bis zu 250€ selbst zahlen zu müssen. Das hat Politik für 2014 fest beschlossen. Nicht einfach für private Krankenversicherung. Steuern müssen die auch viel zahlen. Deswegen brauchen Dolmis mehr Geld für Netto zum überleben. Kein schöner Beruf wenn man Verluste macht.

ABwarten was alles noch neues kommt


Techno rulez



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@ Vengaboys,

auch Arbeiter und Angestellte, die über der Bemessungsgrenze der KK von 52.200 € brutto
im Jahr (2013) liegen, erhalten von ihrem Arbeitgeber weiterhin rund 50% Zuschuss
zur Krankenversicherung.
Ein Freiberufler muss die Krankenversicheung zu 100% selbst bezahlen.
Die 100% gelten auch für den Rentenversicherungsbeitrag!

Alle Ausgaben von meinem Posting oben ergeben zuammengezählt 5.425€

Das Nettoeinkommen ist dann: brutto 7.500€ - 5.425€ = 2.075€


Pyros



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[sconf] Das kann ich mir nicht vorstellen. oh, ist das zu viel 75 € pro Stunde für Dolmetschereinsatz?

Im Thüringen gibt es noch zum Beispiel pro Stunde 50,- bis 55,- EUR für Dolmetschereinsatz.

Bundesagentur für Arbeit kann nur höchst bis 2 Stunde für Dolmetschereinsatz zahlen.
Und Gesundheitsamt möchte die Dolmetscherkosten nicht zahlen, hat das Team v. Gesundheitsamt mir gesagt wegen zu teuer.


______________________
Bild von Hallo



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Da muesst ihr den Dolmetscher-Stundensatz mit den Stundensaetzen anderer Freiberufliche, wie der Klempner, Elektriker, Buchpruefer usw. vergleichen. Gehen sie unter $75 Euros pro Stunde?

Obwohl der Stundensatz von 75 Euros in Deutschland ueber dem allgemeinen Satz in teurer Boston liegt, finde ich 75 Euros pro Stude trotzdem angemessen. Man wird mit diesem Satz sicherlich nicht reich.

Problem liegt hier, wer gesetzlich oder allgemein fuer den Kommunikationszugang tauber Konsumenten (oder Beteiligten eines Kommunikationsvorgangs) aufkommen muss. Staatlich, bezahlt durch Steueraufkommen? Durch die Wirtschaft aufgebracht als Betriebskosten und steuerlich absetzbar? Oder von den betroffenen Beteiligten selbst (hoffentlich steuerlich erstattet)?

Dazu kommt die Marktlage, wie stark die Gebaerdensprachdolmetschdienst nachgefragt wird. Diese Nachfrage kann durch Gestze hoeher gebracht werden.

Hier in der Metropolitan Boston (ca. 4 Mill Einwohner) hat sich der Stundeneinsatz auf ca. 65 Dollars per Stunde eingespielt mit ungefaehr 400 voll- und teilberuflichen GS-Dolmetschern (soviel haben wier hier ja!). Der Bostoner Satz liegt noch unter dem Formel wie im Link von Pyros errechnet. Was Netto herauskommt ist sicherlich unzureichend mit den vielen geschaeftlich bedingten Ausgaben. Was das heisst, die Dolmetscher muessen gemaess der Marktlage ihre Forderungen nachkommen und sich zufrieden geben, was netto herauskommt fuer Lebenshaltung.

Fazit: man muss sich gluecklich waehnen, dass ueberhaupt GS-Dolmetscher existieren, die ihre Dienste fuer Inklusion tauber Buerger in der Gesellschaft anbieten und zwar fuer eine verhaeltnismaessig niedrigere Entlohnung als anderer Freiberuflichen.


Hartmut



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Ja stimmt. Ich habe auch bekommen



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Nun etwas anderes Thema, aber ist inhaltlich gleich:

http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1 ... tschen.htm

Was sagt Ihr dazu?


"Denk ich an Deutschland in der Nacht......." (H. Heine)



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Kosten sparen, das schafft kein Gehörlose selbst auf die Tasche zu zahlen, nicht mal die gute CI Gehör könnte dies leisten wenn die im Studium oder einen guten Beruf im Bereich nicht mal was versteht. Es gibt noch Hörgeschädigte egal taub HG oder CI die können nicht alles mitbekommen und brauchen doch Dolmi immer dabei. Wie soll ein Hörgeschädigte viel Geld verdienen um selbst Dolmi zu zahlen können, niemals möglich ....das ist Sozialmissbrauch.

Müssen wir reich sein um dies zu leisten können? Die machen doch auch hörenden Eltern kaputt!!! Weil wie sollen die Kinder in die Zukunft vorstelllen ohne Dolmi?? Da brauchen die Kinder einen guten reichen Eltern um dies alles zu bekommen können. Das gibt es leider auch wahr, reiche Eltern geben Hörbehinderten Kinder viel als normalverdienten Eltern. Sowas hatte ich mal in der Schulekollege gehabt was deren Eltern geholfen hatten. Was wir? Schlimm genug.

Alternative wäre die beste wer Firma, Schule, Verbände, Ämter usw...eine Dolmi zu Verfügung einstellen und dies hat dies könnte uns retten anstatt immer privat zu zahlen oder wegen Verluste "Kosten sparen" nachzusuchen. So dass Dolmi auch was zu verdienen haben, das verteilt sich doch besser. Wie doof sind diesen Sozialpolitik???

Beispiel
Schule: Schul-Verband stellt Dolmi zur Verfügung egal wo und wann immer bereit (Inklusion schon geplant)

Firma: Jede Firma eine Dolmi zur Verfügung stellen egal ob im Hause, welche Standort oder Termingerecht oder in der Nähe Bereitstellung hinschicken

Ämter: Jede Ämter müssen Dolmi im Haus haben um bessere Verständnisse zu klären anstatt ohne Begleitperson

Verbände: Müssen überall Dolmi zur Verfügung halten

Das wäre mein Traum. Denn sonst platzt diesen Sozialausgaben. Sowas hätte Politik mal auf Idee kommen und uns mal besser fördern können.

Ich rieche schon nach Teilhabegeld Thema, daher möglich gedacht Kosten sparen??? Wegen das? Oder was wollen Landesverband bzw. Sozialverband von uns?? Sollen Hörenden in die Zukunft auch in Abfall landen wenn die mal ertaubt werden, so Wunsch diesen Kosten sparen?? Wer das gesagt hat soll selber damit klar kommen wenn dies mal taub wird!!! Dann wird man besser klar denken und nicht uns klein zu kriegen. Sollen die es bereuen wenn das so kommen sollten.

Dolmis müssen auch was für uns tun, irgendwie uns Helfen damit die auch nicht unter Druck steht und weil wir nicht immer privat Kosten Dolmi leisten können.


Techno rulez



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Hallo Vengaboy, du hast es richtig erfasst. Die wollen Kosten sparen. Die Politiker haben sich nicht überlegt, was Inklusion kosten wird.
Leider ist es so, dass wir viel zu wenig Dolmetscher in Deutschland haben. Für die jungen Leute muss ein Anreiz geschaffen werden, damit sie Dolmetschen studieren und ihr immer und überall Dolmetscher bekommt. Das klappt aber nicht, wenn die Dolmis nicht gut bezahlt werden, dann will das keiner studieren.
Wenn es genug gibt, dann kann auch ein Amt oder die Schulen Dolmetscher anstellen.

Privat müsst ihr, wenn das neue Teilhabegesetz kommt, nichts mehr zahlen. Dann könnt ihr auch Dolmetscher mit zum Kino oder Theater nehmen. Das können aber Hartz 4 Empfänger auch jetzt schon - Antrag stellen beim Sozialamt stellen und Teilhabe an der Gesellschaft und kuturellem Leben bentaragen. das gibt auch für Bank und Versicherungen.
Liebe Grüße
Karin



Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
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Es müsste dafür gesorgt werden, dass Gebärdensprachdolmetscher endlich per Gesetz als eigenständiger Beruf anerkannt wird - so wie Fremdsprachendolmetscher!


Dass mir der Hund das Liebste sei,
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der Mensch nicht mal im Winde.



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55,00 Euro pro Stunde für Gebärdensprachdolmetscher finde ich wirklich gut. Es reicht schon, nur wenn was jeden Tag man um diese flexible Zeit annehmt. Das muss schon vorher geplant werden.

[eek] Für Dolmetschereinsatz im privaten Bereich würde ich gar nicht annehmen, wenn es zu teuer wird - zu viel 75 € pro Stunde für Dolmetschereinsatz. [sconf]

Es gibt auch zum Beispiel - etwa 13,00 bis 16,00 Euro pro 45 min für Dozent Gebärdensprache im VHS... (~ 25 € - 30 € pro 1 1/2 Stunde)

Arme Produktionsarbeit ist man echt stressig. Und jeden Tag muß man pünktlich zur Arbeit gehen.


______________________
Bild von Hallo



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Lieber Hallo!
Die Dozenten für Hausgebärdenkurse, die bei mir nachfragen, bekommen von mit Kostenvoranschläge geschrieben. Sie bekommen 110 bis 160 Euro plus Benzin für ein Stunde Hausgebärdenkurs incl. Fahrzeit.

VHS Kurse: da bekommt der Dozent aber von ganz vielen Teilnehmern Geld.
20 Teilnehmer jeder 10 Euro pro Doppelstunde 90 Minuten
= 200 pro Doppelstunde
= 100 pro 45 Minuten.

Oder bekommen die das Geld nicht alles, bekommt die VHS auch was? und wie viel?
LG
Karin



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Ich bin nicht klar.

Beispiele: Wenn wir ca 15 oder 30 Min die Dolmetscher überstandenen. Trotzdem bezahlt der Dolmetscher für 75 Euro. Hoffe dass ich richtig verstanden habe.



Spitzenmitglied



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bis 30 Minuten 37,50 Euro.



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Hallo Karin,
wie bitte, Hausgebärdenkurs? Ist das die Schwarzarbeit, wenn es kein Honorarvertrag v. VHS hat?

Laut VHS: In der Regel umfasst sie 45 min . (pro Unterrichtsstunde = 10 UE. 5x Kurstage x 2 = 10 UE ,
90 min unterrichtet es. Mindestteilnehmerzahl 8 Personen pro Kurs ( max 12 Personen) Es gibt eine Honorarvereinbarung v. VHS.

Diddl:
Gute Frage wegen 15 bis 20 min für Dolmetschereinsatz im privaten Bereich? Überlegen Sie vorher genau und fragen sicher, fragt man immer an Dolmetscher was kostet pro Stunde...? Wenn man 15 - 20 min für Dolmetschereinsatz im privaten Bereich selbst zahlt, das ist klar. :-/
Genau, was kostet pro 15 min oder 30 min für Einsatz im privaten Bereich, leider wissen wir nicht? Wer weiß? Die Frage kostet gar nicht. :-))


______________________
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Zitat:
wie bitte, Hausgebärdenkurs? Ist das die Schwarzarbeit, wenn es kein Honorarvertrag v. VHS hat?


Lieber Hallo, wie kommst du darauf, dass das Schwarzarbeit ist? Du muss das natürlich versteuern.
Das hat nichts mit der VHS zu tun, ich suche ständig für gl Kinder hörender Eltern für zuhause Dozenten.
Ich habe eine Dozentenliste erstellt:http://www.kestner.de/n/elternhilfe/liste/gebaerdensprachkurs-liste1.htm
Dort kann sich jeder Dozent eintragen lassen. Die Eltern suchen dann jemanden aus der Nähe!

Die Dozenten müssen einen Kostenvoranschlag an die Eltern schreiben und der wird dann vom Sozialamt genehmigt. Die Dozenten müssen nach dem Kurs Rechnungen stellen und bekommen es entweder vom Sozialamt selbst oder von den Eltern überwiesen.

LG
Karin



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Es kommt darauf an, wie die dolmi wieviel Stunden arbeiten. Es sind unterschiedlich. Normal ist pro 45 Min. 55 €. Außerdem ist der Beruf Dolmetscher eine freiberuflich, das bedeutet, die müssen allen Steuern bezahlen und die Belege/ Quittungen aufbewahren.

7500 € pro Monat ist viel zu viel. Man musste auch die Versicherung, Beitragbemessung, Steuern abziehen....




 75 Euro pro Stunde für Gebärdensprachdolmetscher??





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