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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 22.09.2018, 01:06:29





 "es" & "sich"


Neuling



offline
Hallo,

ich weiss oft nicht, wann ich "es" und "sich" sowie "mir" und "mich" anwenden soll?

Wer kann mir helfen? Danke für die Auskunft :-).



Apfelwein-Lady & GL-Kultur-Insider´09
Apfelwein-Lady & GL-Kultur-Insider´09
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offline
"mir" => 3. Fall

WEM sagst Du? - Du sagst mir.
WEM gibt er das Buch? - Er gibt mir das Buch.
WEM hat sie verraten? - Sie hat mir verraten?
WEM schicken Sie den Brief? - Sie schicken mir den Brief.


"mich" => 4. Fall

WEN hast Du eingeladen? - Du hast mich eingeladen.
WEN liebt sie? - Sie liebt mich.
WEN hat er verarscht? - Er hat mich verarscht.
WEN wollen sie schlagen? - Sie wollen mich schlagen.

Kannst Du bitte Beispielsätze mit "es" und "sich" nennen?


°°°°°°°



Spitzenmitglied



offline
Erdbebchen :)

Für dich scheint es klar zu sein.
Wann nehme ich WEM und wann nehme ich WEN.
Aber dies allein zu erklären ist auch nicht einfach.
Kann man das überhaupt ?
Wenn man weiß, ich frage mit "WEM" >> "MIR".
Das ist dann klar. Aber ohne dieses Wissen ? [roll]



MR.MOKONA ? u n v e r k ä u f l i c h!!



Neuling



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@CrAzY_AnGeL

Dativobjekt (wem?) ist das sogenannte indirekte Objekt der Handlung.

Beispiele

Ich schreibe dir den Brief .
Ich glaube dir.

Akkusativobjekt (wen?) bezeichnet im Allgemeinen den Gegenstand, der die Handlung, die durch das Verb zum Ausdruck kommt, unmittelbar erleidet bzw. echter Handlungsgegenstand ist.

Beispiele

Ich umarme dich.
Ich glaube dir das nicht.
Er gibt mir das Buch.
Ich gebe dem Haus einen neuen Anstrich.

Man soll auch darauf achten. Man unterscheidet zwischen innerem und äußerem Akkusativobjekt: Inneres ist dabei eines, welches durch die Handlung erst entsteht und ein äußeres eins, das unabhängig von der Handlung existiert.

Beispiele
Ich schreibe den Brief.
Ich streiche die Wand (mit Farbe) an.

Hoffentlich hat diese Sache sich jedes Mal aufgeklärt! [wink]



WM-Rangl.-Sieger ´14
WM-Rangl.-Sieger ´14



offline
Bisher habe ich noch nicht ganz im Griff, was ich nur eins nicht verstehe, wo
ich zwei Sätze von hier gefunden habe.

....nenne mich Yampi...

und

....nenne mir eins... (egal was für eine Sache es ist)

Was ist der Unterschied? Und welches ist korrekt?
Würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir das deutlich erklären könnt. Auch
nicht schlecht, wenn Ihr mir ein paar Beispiele geben würdet!


.:.



Neuling



offline
@yamaha-vampir

ok, ich werde mal versuchen es zu erklären...

Zitat:
....nenne mich Yampi.. (1)

und

....nenne mir eins... (egal was für eine Sache es ist) (2)

Was ist der Unterschied? Und welches ist korrekt?.


also, beide sind korrekt.. bei (1), nenne MICH yampi, fragt man "wen? (Akkusativ)"
z.b. Ich nenne MICH Yampi. (=> WEN nenne ich Yampi?)
(genauso würde es heißen, ich nenne DICH yampi.

weitere beispiele:
*ich ziehe mich an
* ich sehe mich im spiegel
* ich kenne dich
* sie mag ihn
* er sieht uns
* ich gebe euch das buch

bei (2) nenne MIR eins... hier ist die bedeutung des pronomens (mir) anders. WEM (Dativ) sollst du eins nennen? - MIR

* gib mir geld ;-)
* sag mir, wieviel uhr es ist
* ich zeige dir den weg
* sie sagt ihm bescheid



Spitzenmitglied



offline
@Erdbebchen and @snow,
wieso glaubt ihr, dass das Sich-fragen nach “wem?” oder “wen?” wirklich hilft? Ich habe schon in diesem Forum geschrieben, dass dieses Sich-Fragen einem Nicht-Muttersprachler nicht einfach ist. Siehe meinen Beitrag in:

www.gl-cafe.de/viewtopic.php?t=30274

Die Fragewörter Wem und Wen sind in Bedeutung kaum verschieden. Viele Sprachen haben keine gesonderte Wem-Frage, nur Wen-Frage. Diese Tatsache möchte dir zu verstehen helfen, warum diese Sache CrazyAngel und auch mir Schwierigkeiten bereitet. Woher weisst man, dass es mit Wem oder Wen gefragt wird, wenn man nicht vorher bei einem Verb schon eine Ahnung hat, dass sein Objekt in Dativ oder Akkusativ sein soll? Das ist noch nicht alles. Manche Verben nehmen nicht nur Dativ und Akkusativ, sondern auch Genitiv und eine Präpositionalphrase als Objekte. Also hilft dieses Wem-Wen-Fragen nichts.

Etoilees Tipp von "indirektem Objekt" ist nützlich nur zum Teil. Als indirektes Objekt bezeichnet man nur das zweite Objekt im Satz, nicht weil es in Dativ steht. Einige Verben verlangen zwei Objekte, das erste ist ein direktes Objekt und steht immer in Akkusativ und das zweite ist ein indirektes Objekt und steht oft in Dativ, aber nicht immer! Ein indirektes oder zweites Objekt kann auch in Genitiv oder eine Präpositionalphrase sein.

Solche Verben, die zwei Objekte in Akkusativ und Dativ verlangen sind 'geben, schenken, bieten, sagen, verbieten, aufdrängen' und viele andere, und andere die Akkusativ und eine Präpositionalphrase fordern sind 'stellen, setzen, erinnern, legen, versehen, ausstatten, austeilen' usw. Wenige Verben ziehen Objekte in Akkusativ und Genitiv nach sich: 'anklagen, bezichtigen, belehren' usw.

Es gibt auch Verben, die nur ein Objekt in Dativ, Genitiv oder eine Präpositionalphrase haben. Diese können nicht als "indirekte Objekte" bezeichnet werden. Sie können sie auch "direkt" sein, d.h., das Objekt erfährt die Handlung an sich oder wird von ihr betroffen. Z.B. in Sätzen

mit Dativobjekt:
[1] Ich helfe dir.
[2] Du folgst mir.
[3] Sie gehorcht ihrer Mutter.
[4] Das Haus gehört einem reichen Mann.


mit Genitivobjet:
[5] Wir gedenken unserer Gefallenen.
[6] Er besinnt sich eines Besseren.


mit Präpositionalphrase:
[7] Der Erfolg hängt von deinem Fleiss ab.
[8] Mein Vater angelt nach Fisch.


Die Bedeutungen der Verben helfen manchmal, den Fall zu bestimmen. Aber nicht immer! Die Verben ’helfen’ und ’unterstützen’ sind einander ähnlich in Bedeutung, aber ihre Objekte erhalten verschiedene Fallbestimmungen: Dativ für ’helfen’ und Akkusativ für ’unterstützen’, wie in

[9] Ich helfe dir. Ich unterstütze dich.

Das gleiche verhalten auch andere bedeutungsähnliche Verben ’folgen’, ‘verfolgen’ und ’sagen’, ‘fragen’ und ’sich angeln’, ’angeln’ und ’denken’, ’bedenken’. Vergleiche:

Dativ versus Akkusativ
[10] Du folgst mir. Du verfolgst mich.
[11] Die Mutter sagte dem Vater. Die Mutter fragte den Vater.


Akkusativ versus Präpositionalphrase
[12] Mein Nachbar angelt sich einen Forellen. Mein Nachbar angelt nach einem Forellen.
[13] Ich denke an die Folgen meiner Handlung. Ich bedenke die Folgen meiner Handlung.


Muttersprachler merken einfach die Objektstrukturen für alle Verben, wie sie auch das Geschlecht für jedes Hauptwort merken müssen.


Hartmut



Zuletzt geändert von Hartmut am 18.02.2006, 10:11:47, insgesamt 1-mal geändert.

Spitzenmitglied



offline
Salley,
über ‘es’ habe ich schon geschrieben. Siehe:

viewtopic.php?t=30274

Hast du weitere Fragen über die zwei Rollen von ’es’?

Zu ’sich’: Es ist ein reflexives Fürwort.

Ein Satz besteht aus Subjekt, Verb und Objekt. Wenn das Objekt gleich dem Subjekt ist oder wenn das Subjekt die Tätigkeit an sich selbst richtet, wird immer ein reflexives Fürwort genommen. Vergleiche:

[1] Die Mutter wäscht das kleine Kind. Die Mutter wäscht sich.
[2] Ich frage den Deutsch-Lehrer. Ich frage mich.
[3] Du musst das dem Vater sagen. Du musst das dir sagen.


Hier ist die Aufstellung der reflexiven Fürwörter:

Akkusativ:
mich, dich, sich; uns, euch, sich

Dativ:
mir, dir, sich; uns, euch, sich

Genitiv:
meiner, deiner, seiner/ihrer; unser, euer, ihrer

Das reflexive Fürwort hat drei Rollen: 1. als Objekt, das sich auf das Subjekt des Satzes bezieht (wenn Subjekt und Objekt die gleiche Person ist, wie in Beispielen [1], [2] und [3]). 2. als fester Bestandteil einer Gruppe von Verben, die sogenannten reflexiven Verben. Beispiele von reflexiven Verben sind ’sich beziehen’, ‘sich weigern’, ‘sich erheben’, ‘sich gebärden’, ‘sich schämen’ usw. Die reflexive Fürwörter können in Akkusatv (siehe [4]), Dativ (siehe [5])oder Genitiv (siehe [6]) stehen. Ob ein Verb reflexiv ist, gibt ein Wörterbuch Auskunft, aber leider nicht in welchem Fall. Im DUDEN steht z.B. ein Eintrag benehmen, sich, …; 3. als Mittelform zwischen Aktiv und Passiv (Beispiel 7).

Beispiele:
[4] Ich benehme mich. Du benimmst dich. Er benimmt sich. Wir benehmen uns. Ihr benimmt euch. Sie benehmen sich.
[5] Ich helfe mir selbst. Du hilfst dir selbst. Sie hilft sich selbst. Usw.
[6] Ich gedenke meiner. Du gedenkst deiner. Usw.
[7a] Ich öffne die Tür. (Aktiv)
[7b] Die Tür wird geöffnet. (Passiv)
[7c] Die Tür öffnet sich. (Mittelform)


Hartmut




 "es" & "sich"





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