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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
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 Aufklärungsarbeit an den Schulen


Spitzenmitglied



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http://www.austauschschueler.de/phpBB/v ... 36&t=14797


Durch Zufall bin ich auf diese Seite gestossen.
In Deutschland ist so etwas in den nächsten Jahren
nicht realisierbar.

Gibt es keine Möglichkeit wenigstens an alle Schulen
Dozenten zu schicken, die eben über Gehörlosigkeit aufklären.
Eine einmalige Sache. Ist dies vom DGB nicht realisierbar als
einmalige "Aufklärungskampagne" in Zusammenarbeit mit
AKTION MENSCH? Diese Notwendigkeit der Finanzierung
lässt sich sehr gut mit der "unsichtbaren" Behinderung begründen.
Und falls bei manchen Schulleitungen weiteres Interesse besteht
kann man in Zusammenarbeit mit den Eltern Gebärden-
sprachkurse an den Schulen anbieten.

Oder dass man in der fünften Klasse ein zusätzliches
Fach anbietet oder es irgendwie in das Schuljahr einbindet:
"Klassische Behinderungsarten" und da eben auch über
Gehörlosigkeit, die Gebärdensprache, was man bei der
Kommunikation beachten soll. Darauf haben wir so gut
wie keinen Einfluss, leider. Träumen darf man.

Als ich vor zirka drei Jahren an einer "normalen" Grundschule
Praktikum gemacht habe und die Kinder erfahren haben,
dass ich hörgeschädigt bin und die Gebärden kann, haben
alle gebettelt, dass ich ihnen ein paar Gebärden beibringe.
Also habe ich eine Stunde lang den Schülern und ein
paar interessierten Lehrern wichtige Gebärden "beigebracht".


Das Interesse ist da!
Warum nutzt man es nicht?
Warum tut man nichts?




P.S. Mein Vater hat vor kurzem einen Polizisten auf der Messe
getroffen. Er sollte Aufklärungsarbeit über illegale Ausweise
im Ausland leisten. Kommunizieren war mit ihm anfangs nicht
möglich. Er sprach so schnell wie eine Schreibmaschine. Erst
nachdem man ihn darauf hingewiesen hat, konnte er sich
Mühe geben. Hallo? Polizisten? Habe ich zu hohe Ansprüche
oder ist es eigentlich nicht normal, dass Polizisten wenigstens
ein Hauch von Ahnung haben?



MR.MOKONA ? u n v e r k ä u f l i c h!!



Zuletzt geändert von CrAzY_AnGeL am 22.01.2009, 15:47:02, insgesamt 5-mal geändert.

Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
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Das wäre nicht schlecht. Das würde ganz sicher helfen, Vorurteile abzubauen. Und es wäre auch ein weiterer Schritt zur besseren Integration der Behinderten in der Gesellschaft.

Wir müßten uns dann allerdings auch mit einbeziehen, damit wir selbst auch etwas über andere Behinderten-Arten lernen und verstehen.


Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.



Mitglied



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Hm...

In USA wird auch Deutsch gelernt? Ist ja cool!

Nunja, zu deinem Anliegen, liebe Crazy:

Hast du eine Idee, was wir machen können?



Spitzenmitglied



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Ja, habe mein Posting oben editiert und mein
Vorschlag einer Aufklärungskampagne eingebracht.
Über die Aktion Mensch kann man u.a. auch die Fianzierung
abklären und in Zusammenarbeit mit den Schulen
einstündige Gebärdensprachschnupperkurse und
"Einführung in die Welt der Gehörlosen" anbieten.

Welche Schule würde da NEIN sagen?
Und Kinder erzählen zuhause immer von ihren
Erlebnissen in der Schule und so wird es an Mama und
Papa weitergetragen.

Manchmal muss man vielleicht klein anfangen und erst
mal die Thematik ins Bewusstsein der Leute bringen.
Erst dann kann auch z.B. die Forderung nach Untertitel
Früchte tragen.



MR.MOKONA ? u n v e r k ä u f l i c h!!



Spitzenmitglied



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Ja, es wäre genial für einen guten kleinen Schritt für die öffentliche Gesellschaft. Ausserdem kann diese Idee gebracht werden, wie CA gut beispielerweise erläutert hat.

Gebärdensrpache AG wie Fremdsprachkurs als freiwilliger Kurs wie Theater AG, Fotografieren AG usw...

oder noch besser

Gebärdensprache als Fremdsprachunterricht wie man selbst welche Fremdsprache wählen kann.


°°°Surdus neve mutus sum°°°



Spitzenmitglied



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@Crazy Angel:
Yo, ich habe die gleiche Erfahrung in meinem Praktikum gemacht, einmal
in einer Grundschule 1. Klasse und einmal in einer Hauptschule, 5. Klasse.
Ich musste sogar einmal meinen Wecker mitnehmen und den Kindern zeigen,
wie ich morgens wach werde. ;)

Ich stimme dir zu, dass wirklich Interesse daran besteht, zumindest einige
Gebärden zu lernen.
Die Schauspielerin Julia von Juni hat auch mal versucht, über ein Buch mit
einem gl Hasen etwas über die Gl-Welt beizubrigen, indem sie einige Schulen
anschrieb und angeboten hat, in die Klassen zu kommen und zu vorlesen.
Leider besteht seitens der Schulleitungen kein so großes Interesse, in
Österreich seien sie da offener als hier in der Bundesrepublik.

Solange bei den Kindern noch die natürliche Neugier besteht, sollten wir
da echt was bewegen. Hm... Nur, wie stellt man das am besten an? *grübel*


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Mitglied



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Calva hat geschrieben,
"in Österreich seien sie da offener als hier in der Bundesrepublik."

Immer wieder wird im Gl-Cafe geschrieben was in Österreich
besser ist oder manchmal auch umgekehrt.
Das schürt nur uralte Vorurteile wie bei den Hörenden.
Gl wollen doch eine eigene Kultur und Gemeinschaft über alle
Grenzen?!

Vor etwa einem Jahr wurde berichtet, in Österreich dürfen Gl
nicht als Lehrer arbeiten.
In Deutschland gibt es schon seit Jahren einige Gl als Lehrer
an Gl-Schulen.
Das passt doch nicht zu "offener als hier in der Bundesrepublik".



Spitzenmitglied



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Zitat:
Calva hat geschrieben,
"in Österreich seien sie da offener als hier in der Bundesrepublik."


ronald7, ich habe nur das wiedergegeben, was mir gesagt wurde.
Es liegt mir fern, eine negative Stimmung bzw. Passivität zu erzeugen.


UT-Shirts hier: http://359826.spreadshirt.net/de/DE/Shop



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Calva. möchte über eine hd.Lehrerin erzählen.
Sie hat mir erzählt, daß sie in einer hd. 4.Klässern über die gehörlosen Kinder und die GS Unterricht gegeben hat.
Die Schüler waren so begeistert und sind dann mit ihr zu einem GL-Verein gegangen und dort mal anguckt. Toll nicht..

Nur weil ihre gute Freundins Tochter gl. ist.

Falls du Fragen hast, unter PM melden



Rote Karte!
Rote Karte!



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>> Kofi...
Zitat:
möchte über eine hd.Lehrerin erzählen.
Sie hat mir erzählt, daß sie in einer hd. 4.Klässern über die gehörlosen Kinder und die GS Unterricht gegeben hat.
Die Schüler waren so begeistert und
sind dann mit ihr zu einem GL-Verein gegangen und
dort mal anguckt. Toll nicht..

Nur weil ihre gute Freundins Tochter gl. ist.

Die hd Lehrerin hat durch eine freundchaftliche Beziehung
eigen-initiativ pädagogisch gehandelt.
Der Schulleiter war einverstanden.
Ihre Schüler haben zum ersten mal Kinder mit Gebärdensprache kennengelernt.
Das ist gut so.
Und ihre Kollegen/innen, die können nicht gezwungen werden
es ihr gleich zu tun.
Den Boss der Schule sollte man auch einladen mitzukommen.


>> Calva...
Ronald7 hat zu Recht darauf hingewiesen.
Man liebt immer die Vergleiche zu Ungusten Dtl.
Natürlich willst du das österreichische Modell hier "schüren". :-)
Geh einfach zum Schulleiter mit der dir ans Herz gelegten Idee.

Das ist viel besser als die wieder für Kofo-Thema herbei gewünschten harten "Audismuskeulen".

--



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Warum nicht! Frag mal Schulen in der Nähe bei euch, ob dort als Gast zum
Vortragen über das Thema eingeladen werden kann.

Beispielweise war ich regelmäßig einmal im Jahr von der Uni Münster
eingeladen, um dort als Gastdozent für 2 Std. über die Gebärdensprache und
Kultur der Tauben vorzutragen. Einige Tage später nach meinem Vortrag
bekam ich eine Menge Danke-schön-Briefe mit viele Loben und
Begeisterungen von den Studenten. Es ist wirklich eine schöne Sache und
Erfolgerlebnisse!!!

Probiert mal! Ich wette, alle Tauben sind ein Profi im Vortragen! [wink]



Neuling



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ja, man sollte in der schule mehr über behinderten aufgeklärt werden..

meine schwester ist hörend, und vor etwa 5 jahren gab in ihre schule auch aufkläurung über gehörlosigkeit. da hat meine schwester ja über mich erzählt und mich auch irgendwann mal in der schule mitgenommen, um die andere kinder zu zeigen, wie ein gehörloser so ist... alle waren begeistert von gebärdensprache, und jeder wollte wissen, wie es ihr eigene name buchstabieren...

i finde auch, dass das in jeder schule gemacht werden sollen, damit die kinder später keine probleme mit gehörlosen im alltag haben... da wissen sie ja bescheid...



Mitglied



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DeafMarty und Marzipangirl, [super]



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"Deaf Gain"? Schon mal erfahren? Auf Deutsch so ungefähr: "Profit vom
Taubsein" Mehr darüber: http://gl-cafe.de/viewtopic.php?t=41245

Daher glaube ich ganz fest, dass alle Tauben in den Aufklärungsarbeiten
ganz gut sind. Tipp: Im Team vorzutragen ist es leichter als alleine. [wink]



Neuling



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Schulprojekte solcher Art gibt es in Bereichen der Behindertenhilfe schon ... siehe z.B. www.asbh-brandenburg.de Link -schulprojekt. (Hier hat z.b. auch mal eine GL mitgemacht ... ich selber auch !
Da gibt es gute Möglichkeiten diese von Aktion Mensch aber auch vom Bildungsministerium der verschiedenen Länder Gelder zu beantragen ( Aufklärung)
Meistens entsteht so etwas aus der proffessionalisierten Selbsthilfe ..Also aus den Vereinen und Verbänden heraus...
Da die Verwaltung von öffentlichen Geldern recht schwierig ist sollte man dies unbedingt mit Profis machen (z.B. Landesverbaände Gehörlosenbund )

Wer Fragen hierzu hat - kann sich gerne an mich wenden ... habe damit beruflich zu tun !! :D



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@towanda: fehlerhafter link...



Neuling



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sorry...
versucht mal

www.asbh-potsdam.de




 Aufklärungsarbeit an den Schulen





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