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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
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 Umfrage Kommunikationsassistenten


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Hinweis auf Posting von User Ronco.

KA ist im Arbeitsleben weit verbreitet
Google zeigt auf viele Seiten KA von Hörenden.

---
Für die Gehörlosen:
Die Gl von GIB haben eine Stellungnahme (7.12.2005) abgegeben.

http://www.giby.de/fileadmin/user_uploa ... S_0206.pdf

Das Schriftstück (ohne Datum) betrifft sog. Kommunikationsassistenten/-innen (KA) für hörgeschädigte Menschen.

Das Schriftstück befasst sich mit dem fachlichen Anliegen,
die Integration hörgeschädigter Menschen in die Gesellschaft durch sogenannte Kommunikationsassistenten zu fördern.
Diese sollen auch Dolmetscheinsätze leisten.
Stellungnahme

4. Das GIB. will sich daher zu den Ausführungen über den sog.
Kommunikationsassistenten fachlich nur insoweit äußern,
als es um mögliche Auswirkungen dieser Absichten auf die Struktur
und die Wirkung der bisherigen und zukünftigen Arbeit des GIB. geht.

Wir sehen folgende mögliche Gefahren,
die unserer Erachtens unter allen Umständen vermieden werden müssen: ... weiter

>>> Für Bayern: Den KA für Gehörlosen darf es gar nicht geben!

---

http://www.gehoerlosen-bund.de/download ... _V_1_0.pdf
Gebärdensprachdolmetscher und Kommunikationshelfer
Schema in Anlehnung an die Kommunikationshilfeverordnung (V 1.0, 02.05.2005) --- 3 Seiten je 3 Tätigkeitsbereiche.

>>> Letzte Stelle: sonstige Kommunikationsassistenten

Gerade diese sind nicht wegzudenken.
Sie sind ein wahrer Segen, wenn kein Dolmi bereit steht wie man es auch immer sieht.
Zu wenig Dolmis / Qualität / Auftragsart / Kostenfrage.

---
von Google geliefert:
Kommunikationshelfer gibt es auch bei den hd Menschen
http://www.dolmetschervermittlung-hambu ... a00b30cf30

hat 6 Paragrafen und Anlage (Kosten)

>>> Für KA und KH haben sich die Wege gebahnt und sind längs etabliert und die Tätigkeit ist geregelt.
Die Frage ist, was dürfen sie nicht?

Es wird weiter politisch gerauft.

--



Mitglied



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Was in dem Link http://arbeits-abc.de/kommunikationsassistent-kommunikationsassistentin/ über Kommunikationsassistent steht hat nichts mit KA zu tun, das wir meinen. Es ist nur ein Zufall, dass sich die Namen gleichen.

In dem Link http://www.gehoerlosen-bund.de/download/pdf/GSD_KHelf_V_1_0.pdf stehen die Aufgaben einer KA. Es ist leider sehr kurz beschrieben.

So wie ich hier in dem Thread lese, versteht jeder unter dem Kommunikationsassitent etwas anders.

Ich versuche mal, die verschiedenen Gruppen aufzulisten:

GSD - qualifizierte Gebärdensprachdolmetscher (d.h. mit Abschluss)

angehende GSD - Dolmetscher, die kurz vor dem Abschluss stehen und somit DGS beherrschen können und über Dolmetschertechniken verfügen

CODAs und Personen, die DGS gut beherrschen - Dolmetscher, die keine Dolmetschtechniken gelernt haben, aber Erfahrungen im Dolmetschen haben und es schaffen, inhaltsgetreu zu übersetzen (wer es nicht schafft, ist kein Dolmetscher!)

Für diese 3 Gruppen fehlt mir der Oberbegriff, ich darf ja das Wort "Dolmetscher" nicht benutzen, sonst ärgern sich die Dolmetscher ;).
Deren Aufgabe ist, als neutraler Person die Sprache simultan und inhaltsgetreu zu übersetzen, mehr nicht. Also ist er sozusagen unsichtbar.
Einsatzgebiet: überall und für Gehörlose, die gut DGS beherrschen

Personen, die DGS, vor allem bildhafte, gut beherschen (oft CODAs) - Kommunikationsassistent, der ne ähnliche Rolle wie Mutter übernimmt, aber versucht, die Entscheidungen den Gehörlosen zu überlassen. Also KA wiederholt, was gesagt wurde, und das meistens zeitverzögert und nicht inhaltsgetreu (z.B. mit mehr Beispielen, Zwischenfragen, Erklärungen usw.) Aber im Endeffekt wird genau die Informationen, was man mitteilen wollte, übertragen.
Einsatzgebiet: direktes Gespräch mit (oft nur) einem Partner und für Gehörlose, die sonst dem normalen DGS nicht folgen können.

Da gehts auch mit einem gehörlosen Relaisdolmetscher.


Ich hoffe, die Personen die einen Auftrag erhalten, sind verantwortungsbewusst und nehmen nur an, den sie auch gewissenhaft ausführen können.



Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
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@ yippiee,

mir war selbstverständlich bewußt, daß die offizielle Bezeichnung von KA (bei den Hörenden) nichts mit dem von uns benötigten KA zu tun hat. Daher habe ich ja auch das Wort 'offiziell' benutzt.

Es kann aber nicht sein, daß es eine Bezeichnung gibt, bei der man sich zwei unterschiedliche Aufgabengebiete vorstellen kann. Das ist irreführend. Sicher mag die Bezeichnung KA angemessen sein für ihr Tätigkeitsfeld, aber sie sollte nicht mit der anderen KA (für Hörende) verwechselt werden können. Vielleicht wäre es angebracht, diese Bezeichnung noch einmal zu überdenken, um eine sinnvollere und einleuchtendere Bezeichnung zu finden.


Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.



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yippiee:
Zitat:
So wie ich hier in dem Thread lese, versteht jeder unter dem Kommunikationsassitent etwas anders.

In den Kommunikation-Hilfeverordnungen stehen deutlich die Bezeichnungen KA / KH.

In der hd Arbeitswelt sind KA und KH mit Berufsbild gang und gäbe,
die haben nichts mit Gl zu tun.

Die schwärmerische Deafie-Bezeichnungen CODA / COHA
sind englische Wörter,
und die kommen in den amtl. Verordnungen nicht vor.

Ein fröhliches Wirrwarr um die Begriffe und
irreführende Bezeichnungen (welche sind gemeint, bei Hd oder für Gl).

--



Mitglied



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Der Streit ist schon sehr alt.
Schon 2003 wurde im GMU darüber diskutiert.
Siehe "Dolmetscher - die besseren Kommunikationshelfer"

Doch nach 2003 wurde zu diesem Thema plötzlich geschwiegen.
Angst bekommen?
Erst jetzt schießt Busch - aber aus dem Busch.
Und Dolmetscher sind in Agonie geraten ...
Es wurde aber auch Zeit.

Gehörlose würden am liebsten gebärdende hörende Familienmitglieder als Dolmetscher beauftragen, weil sie diese am besten verstehen.
Gut zu wissen: Auch Familienmitglieder werden vom Amt als KA bzw KH oder Dolmetscher bezahlt (egal ob gebärdend oder oral) - und zwar aus dem Persönlichen Budget!!



Spitzenmitglied
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@LB,
dein Bericht ist sehr sehr sehr alt. Aber trotzdem danke. Du kannst hier deine Schleichwerbung gerne öfter einschmuggeln, damit ich deine Berichte lesen kann. Aber bitte keine maroden, sondern neueste Berichte, gell?


@Karin,
auch ich will nicht streiten. :)
Du meinst, ich wolle hier nicht antworten? Das ist falsch! Oben habe ich schon erklärt, warum ich nicht antworten „darf“. Professionelle Dolmis müssten es ja erfassen können, oder? … hm … nicht nur dies. Sie müssten bei Tauben kontaktfreudig sein und an die Tür des Landesverbandes Bayern der Gehörlosen klopfen können. Dort sind offizielle Informationen bzw. parate Antworten zu finden.

Zitat: „…Du schreibst die GL brauchen die KA - sagst aber nicht wofür. …“ Mein Gott! Wie oben schon erklärt, ÜBERALL, wo und wenn Dolmis sich nicht zur Verfügung stellen können.

Du kannst auch nicht zu KA sagen: „Halt, dort ist es viel zu kompliziert …“ Bitte mache keinen psychologischen Druck auf KA! Schon langsam habe ich eine Idee … in der Dolmetscherausbildung sollten angehenden Dolmis „Einmischung“ und „Bevormundung“ wegtherapiert werden.

Ich verstehe eure Sorgen und Interessen schon sehr gut. Aber ich habe auch andere Sorge und muss Taube aus dem kalten Regen retten.


„Das Universum denkt mit der Hand.“ (Fise)



Spitzenmitglied



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Lieber Hans, ich habe an den Landesverband geschrieben und warte auf Anwort.
Und ja natürlich kann ich sagen, dass das eine oder andere zu kompliziert ist. Und das ist definitiv so!
Sonst könnten wir unsere Ausbildung und Erfahrungen in die Tonne kloppen, da kann ich ja jedem demnächst empfehlen, mache eine Lehrgang als KA - das reicht für die GL. Die sind sowieso immer zufrieden, "denn Hauptsache man versteht etwas......" Wir stehen ein für Standards und Qualität und ihr zaubert euch was aus dem Hut, ohne irgendwelche Richtlinien.
Wer hat eigentlich den Namen Kommunikationsassistent erfunden?
Dafür gibt es weder eine Berufsbeschreibung, noch eine Beschreibung für ein Tätigkeitsfeld, Ausbildungsstandards, noch eine Prüfungsordnung. Wie auch.....?

Ich wollte auch mal einen Beruf für GL erfinden, nämlich den des Gebärdensprachtherapeuten, (analog Logopäde) ist leider noch niemand drauf eingestiegen. Macht euch mal daran, da könnt ihr nämlich Jobs für GL schaffen!

Und wieso darfst du nicht antworten - was ist an dem Kram denn so geheim????

Und, nein ich erfasse es nicht, was allerdings nichts mit meiner Quali zu tun hat!

Wenn solche KA (Schmalspurdolmis) in den Ämtern demnächst ein und ausgehen - Prost Mahlzeit! Und wie soll ein GL überhaupt noch wissen, mit wem er es zu tun hat? Und die Ämter bestellen dann mal den oder die - Hauptsache billig!
LB hat Recht - wir haben geschlafen. Du musst Taube aus dem Regen retten? Nein, der Meinung bin ich nicht, dass du das mit der Verteidigung der KA tust. Wenn eine KA DGS kann und gut ist, dann kann sie nach Darmstadt gehen und sich prüfen lassen oder?

Das ist meine Meinung und glaube mir, es geht hier nicht um mich, dafür bin ich schon zu alt und in Kassel gibt es Gott sei Dank solche Schmalspurdolmis nicht (mehr). Ich rede hier jetzt nur für mich, ich habe gesehen, was falsch laufen kann - ich halte diese Entwicklung für höchst gefährlich.

Du schreibst:

Zitat:
Wie oben schon erklärt, ÜBERALL, wo und wenn Dolmis sich nicht zur Verfügung stellen können.


Kämpft lieber dafür, dass sich Dolmis überall zur Verfügung stellen können, mehr gute Ausbildungen und Ergänzungen der Gesetze, damit jeder GL weiß, "wo Dolmi draufsteht, ist auch ein Dolmi drin" :-)

Viele Grüße
Karin



Spitzenmitglied



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PS:

Als ich anfing mit der Dolmetscherei, war ich auch nicht gut - wie auch??... aber damals gab es noch kaum Alternativen.
Ich wußte aber nach ein paar Aufträgen, was ich kann und was ich nicht kann! Da muss man sich anschauen und ehrlich mit sich sein und ablehnen, und ich habe abgelehnt, weil ich noch nicht so weit war. Die erste Ausbildung in der UNI Hamburg kam erst später.

Dort hieß es - die Dolmis sollen sich verbessern - weiterbilden - professionell arbeiten - neutral dolmetschen - nicht mehr helfen - ( steht auch immer noch in den Richtlinien der Integratiosnämter. ....) Ich habe mich übrigens nicht immer dran gehalten, war manchmal nicht neutral und helfe den GL, wenn und wo es NÖTIG ist! Habe auch einige Anschisse dafür bekommen!

Dann sind die meisten Dolmis von der UNI ( dort unterrichten GL ) so geimpft worden, "nur nicht helfen - nur dolmetschen" - jetzt beschwert ihr euch, dass das so nicht geht, ihr ja Helfer braucht für die Schwachen und züchtet euch wieder die Helfer und Möchtegern-Sozialarbeiter heran.

Glaubst du, dass die KA mit so wenig Erfahrung wissen und erfassen können, wer gerade Hilfe braucht und wer nicht?
Besser wäre es, eure Energie darauf zu verschwenden, die GL selbstbewusst und stark zu machen und den Kindern in den Schulen DGS und LBG usw zu bieten, damit nicht noch mehr hinterher Helfer brauchen.

Ich sehe jetzt schon die Tendenz, dass die Kinder mit CI die keine Lautsprachentwicklung haben, am Ende auf der Strecke bleiben.

Hans, damit du mich nicht missverstehst, ich schreibe nicht, um meine Aufträge zu erhalten, ich habe hier genug Stammkundschaft und versuche die nie allein "im Regen zu lassen", wie du es formulierst. Ich werde sicher nicht mehr sehr lange Dolmetschen - auch ich werde älter und habe noch so viel vor. Ich schreibe für die GL, die mehr gute Dolmis wollen und für meine jungen Kolleginnen, die sich im Studium abgerackert haben und nun mit so was konfrontiert werden. Ich kann mir so langsam erlauben - nach so vielen Jahren - so zu diskutieren, .....und das hat nichts mit bevormunden zu tun, sondern mit meiner Meinung, die mich mir nicht nehmen lasse!!

Liebe Grüße
Karin



Spitzenmitglied



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Der Dolmetschermangel nervt mich total.

Warum gibts keine Leistungsstufen unter Dolmis?

- Junior Gebärdensprachdolmetscher (Basisqualifikationen, dafür billiger)
- Gebärdensprachdolmetscher (mind. 5 Jahre Berufserfahrung plus 1 Fachgebiet)
- Senior Gebärdensprachdolmetscher (mind. 10 Jahre Berufserfahrung plus 3 Fachgebiete)

So kriegen wir mehr Nachwüchse, viele gute Leute schaffen nicht die GIB Prüfung, weil es zu schwer ist. Das ist doch nicht gut für uns, wenn wir zu wenige Dolmetscher zur Verfügung haben. Hier motivieren wir die Dolmetscher auch, dass sie sich weiterbilden und Zusatzqualifikationen einholen. Die soll man z.b. beim GIB erwerben können ...

Wenn wir Junior GSD bestellen, dann stellen wir uns ein, dass er/sie mal Fehler macht. Wieso kriegen schlechte Dolmetscher und gute Dolmetscher gleiche Vergütung? Auch egal ob 1 Jahr Erfahrung oder 10 Jahre Erfahrung.


_______
[arrow] 2008! Revolution! Mein Blog!



Neuling
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Hallo...

Ach, BGSD hat darüber Kommunikationsassistent umfragen.
Dolmetscher ist selber schuld, weil immer Kostet plus Fahrkostet...plus...mehr geld verlangt. Da könnt es Kunden nicht geleistet.
Und immer mit Dolmetscher sackgasse, zb: Termin absagt usw...

Und z.b. für Firma bei Arbeitsplatz mit Dolmetscher nachteil: weil mit Termin abmachung, und Kostet mit antrag verfahren. Das ist Zeit kostet verschwenden. Darum Kommunikationsassistent ( Arbeitsassistent) gute vorteil, weil immer bei Arbeitsplatz dauern dabei und Interationsamt oder Rentenversicherung oder Persönlich Budget bezahlt für Kommunikationsassistent / Arbeitsassistent kosten kann.

Bei Umfragung formular werde ich nicht beantworten, wofür....

P.S. Donzent DGS-Kurs ist armschwein, weil weniger geld ohne Fahrkostet bekommt. Da geht es nicht weiter....
Darum blockiere ich DGS-Dolmetscher... HI [lach]

Was meinen es GL Leute und Donzent DGS-Kurs dazu....?



Zuletzt geändert von volkiboy40 am 24.01.2009, 01:09:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Zitat:
Der Dolmetschermangel nervt mich total.
Warum gibts keine Leistungsstufen unter Dolmis?

Wieder wird verschlimmbessert und verwirrwarrt!

Die natürlichen! Gehörlosen-Dolmetscher damals,
die ihre Pappenheimer und sie ihre Gl-Dolm. lange und
gut kennen und diese Gl-Dolm. die schwerbeladenen Gehörlosen
aus dem Regen holen.
Wo sind diese nun?

Zitat:
Dann sind die meisten Dolmis von der UNI
( dort unterrichten GL ) so geimpft worden,
"nur nicht helfen - nur dolmetschen"

Genau, ein nach Seminarbesuch zum Deafie hirngewaschener Gl
hatte dies auch im Verein durchgesetzt.

Mit der DGS und HH-Deaf-Uni hat das "Unheil" angefangen!
Die zu - Deafies gewordenen Gehörlosen - haben die natürlichen Gl-Dolm. plötzlich abgelehnt.

Die Deafies wollten alles besser machen,
das USA-Deaf-"Paradies" abkupfern, nachmachen ...

--
Die "Kommunikationshelfer" (hd oder gl),
als Sprachenumwandler und als "Problemlösenhelfer",
diese waren im Verein immer abrufbereit
für die gebärdenden / schwachbegabten Gl und Hörenden,
Damals nannte man sie einfach "Dolmetscher".
Es hat das mit den gebärdenden-und-gutsprechenden Komm.-helfer einfach ergeben.
--

Und heute?
Ein machtpolitisches Gezerre,
es wird auf dem Rücken von Gehörlosen ausgetragen.

Die Botschaften aus Deaf-Amerika sind als Spätzünder hochgegangen.

--



Spitzenmitglied



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Hi Volki! :-)
Dolmetscherinnen werden doch von den Ämtern bezahlt. Genauso wie die KA. Die können laut KVH das gleiche Geld bekommen.
Du meinst die Arbeitsassistenten, ja - die können natürlich immer da sein.
Die sind ja in einer Firma wie bei euch angestellt.
Ich widerspreche aber nicht, dass so manches bei den Dolmis schief geht ;-) Nur, dass es so viele Anträge gibt und so viel Papierkram, dafür können wir nichts - da müssen wir uns bei den InAs beschweren. Da bin ich sofort an deiner Seite! :-)

Beim Punkt Dozenten gebe ich dir völlig recht, die bekommen viel zu wenig Geld.

Viele Grüße
Karin ;-)



Spitzenmitglied



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Hi Yak, ich denke, wir (Dolmis) sollten beides sein, wenn gewünscht - neutral, wenn was anderes gebraucht wird - eben so.
Wir brauchen dafür aber umfangreiches Wissen. Das kann man nicht in einem Kurs lernen. Dazu gehört doch einiges mehr. Das ist aber allein meine Meinung und muss sich nicht mit der Meinung von Kollegen decken.
LG
Karin



Spitzenmitglied



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Als ich bei der Dolmetscher Fachtagung 2007 in Magdeburg teilnahm, hörte ich über Kommunikationsassistenz (wohlgemerkt nicht “Kommunikationsassistant” !) als Teil des Behindertenrechtsgesetz (SGB IX), worauf taube Personen ein Anrecht hat. Auch verstand ich, dass der Begriff im Gesetz nur auf dem Arbeitsgebiet beschränkt ist. Diese Formulierung wird allgemein verstanden als Funktion des Dolmetschens, nicht als Art/Form des Dolmetschens, nicht wie und in welcher Sprache gedolmetscht wird. Es betrifft alle verschiedene Formen des Dolmetschens. (Nebenbei bemerkt: Leider dachten die Gesetzgeber, dass nur taube bzw. taubblinde Personen Kommunikationshilfe bräuchten. Hörende benötigen Dolmetscher genausogut wie wir!)

Leider kam dann die Berufsbezeichnung “Kommunikationsassistant”, ich glaube zuerst als Oberbegriff der verschiedenen Formen von Kommunikationsassitenz, eingeschlossen GS-Dolmetschen. Später ist sie dann beschränkt nur auf Kommunikationsaufgaben ausserhalb des Dolmetschens. Sogar taube Zwischendolmetscher und Taubblinden-Dolmetscher sind als Kommunikationsassistenten definiert (!!). Ja, wie haben Leute die Wille des Gesetzes bei der Ausführung umgewandelt. Wie in den obigen Beiträgen angezeigt, ist der sogenannte Kommunikationsassistant zu einem Dolmetscher ohne Prüfung geworden. Ich glaube zu verstehen, der BGSD will eine Bestandserhebung feststellen, um daraus Reformen vorzuschlagen. Diese Leute sollen lieber als Dolmetscher genannt bleiben und zwar mit einem Zusatz, wie “ungeprüft” oder “mit vorläufiger Prüfung” oder ähnliches.

Es scheint auch, die Dolmetschprüfung in Deutschland ist zu umfangreich mit vielen Prüfungsaufgaben und zu schwer. Ich las von einer Aufgabe, die unnötig ist: Dolmetchen ins vereinfachte Deutsch. Wie steht es mit der Weiterbildung von den tätigen noch ungeprüften Dolmetschern?

Bei der Magdeburger Tagung 2007 nahmen etwa 20 taube Personen teil. Unter dem Ally- oder Equalizer-Konzept wurde dort ein Dialog zwischen Dolmetschern und tauben Konsumenten eröffnet. Solcher Dialog soll auf lokaler und nationaler Ebene weitergeführt werden. Die Befragung über den Einsatz von “Kommunikationsassistant” als Dolmetscher kann ein Thema in einem solchen Dialog werden.


Hartmut



Spitzenmitglied



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@ Westsider,

die die Berufsbezeichnung Kommunikationsassistant
(mit „a“ in der letzten Silbe), gibt es als Oberbegriff in Deutschland nicht!
Man kann auch schlecht über etwas diskutieren, was es nicht gibt! [shrug]


@Karin,

ich selbst lege beim Dolmetschen großen Wert auf eine möglichst qualifizierte,
neutrale Vermittlung des Gesprochenen. Mir ist aber auch bekannt,
dass so mancher GL ein beratendes Dolmetschen benötig,
weil ihn der Gesprächsinhalt überfordert.

Ein(e) gute Dolmetscher(in) sollte also beides können.
Dazu gehört eine solide Fachausbildung, ein gutes Quantum Lebenserfahrung und die Fähigkeit,
über berufliche Dinge schweigen zu können.
Und gute Arbeit ist gutes Geld wert!

Den erwähnten Kommunikationsassistenten/In könnte ich beruflich
nur zum Telefonieren gebrauchen.


Pyros



Moderatorin & Smalltalkerin´09
Moderatorin & Smalltalkerin´09
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Ja, auch nicht schlecht wäre, wenn die Dolm./Kommun. ihn kennen würde,
es verstehen nicht alle gleich viel.Ich wollte damit sagen,ich kenne ihn
und merke oder ich weiss dass er/sie den Inhalt nicht verstanden haben.
Anders formulieren, jedoch nicht möglichen denn es muss "Wortgetreu" übersetzt werden.
Es ist schwierig für jemanden der wenig Wortschatz hat,
wenn es z.b. um Behördengang geht.Selbst wenn er/sie behauptet hats alles
verstanden.Darum fände ist es nicht schlecht in vereinfachtes Deutsch
zu übersetzten Um den Mandat nicht zu überfordern,er /sie sollen auch
Erfolgserlebnisse haben.Ausnahmefällen, vielleicht ist es auch nicht rechtsmöglich??


Mein Hund jagte immer Leute auf dem Fahrrad, bis ich ihm das Fahrrad weg nahm!Bild



Spitzenmitglied



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Lieber Nox, genau das nennen wir "Register", es ist Bestandteil der Ausbildung, alles genau, aber doch dem Kunden angepasst, wiederzugeben. Es ist möglich - und Dolmis mit Erfahrung und Kenntnis über die Fähigkeiten der Kunden können dies, was du forderst. Und ich sage, dass KA das eben in der Regel (es gibt Ausnahmen) nicht können.

Es gibt GL, die das Wort "Adresse" nicht kennen, wir können auf die Frage nach der Adresse dann (Straße, Hausnummer, Wohnung wo) fragen. Dies nur als Beispiel, es gibt viele Dinge, die unendlich viel komplzierter sind.

Danke Pyros! - ja es stimmt Hartmut - diese Bezeichnung "Assistant" gibt es hier nicht.

Lieben Gruß Karin



Moderatorin & Smalltalkerin´09
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Karin

ich höre oft, dass sie einen "Lieblingsdolm./Ka "
haben, weil sie eben mit denen gut klar kommen.Und dieser dann auch besser den Mandat/In kennt.


Mein Hund jagte immer Leute auf dem Fahrrad, bis ich ihm das Fahrrad weg nahm!Bild



Neuling



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Hallo,

ich würde mir besser abgrenzte Begrifflichkeiten wünschen.

ist ja alles gut und schön, wenn es heisst: "DGS-kompetente Hörende sind nicht automatisch Dolmetscher, weil nicht entsprechend qualifiziert."

Das ist ja alles ganz klasse und richtig.

Nur: Was hilft mir das, wenn der Hörende keine Ahnung von jeglicher gebärdensprachlicher Kommunikation hat - und der GL nicht selbst erklären kann, was konkret ein Dolmetscher macht, im Gegensatz zum DGS-kompetenten Hörenden, als Beispiel also MIR?

Ausserdem, was haltet Ihr von der aktuellen Situation in Berlin: siehe Firma Gebärdenservice: Seit 19. Januar läuft dort eine "Ausbildung zum Kommunikationssassistenten". Wenn Ihr Euch den Flyer anschaut, dann könnt Ihr diese Eckdaten bemerken: Dauer der Ausbildung 5 (FÜNF!!!) Monate. Einstiegsvoraussetzung an DGS-Kompetenz: NULL! Denn es soll innerhalb dieser FÜNF Monate die DGS-Kompetenz von DGS 1 bis DGS 10 vermittelt werden. Dabei ist inbegriffen die Vermittlung diverser Themen, wie sie zu DEAF Studies passen.
Ach ja, im Flyer heisst es ebenfalls: Die Ausbildung wird von Integrationsämtern anerkannt. Und: Die Ausbildung kann per Bildungsgutschein vom Arbeitsamt finanziert werden.

Da vermute ich nun: Die Gehörlosen / Gebärdensprach-Gemeinschaft schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn sie den Arbeitsämtern verdeutlicht, innerhalb von 5 Monaten sei ein Quasi-Dolmetscher auszubilden.
Übrigens: Bei meinem Anruf im Berliner Integrationsamt sagte man mir, man wüsste von dieser Ausbildung wegen Kommunikations-Assistentin nichts. *merkwürdig?*

Arg erstaunte Grüsse über diese ganzen Abläufe von biene63



Spitzenmitglied



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Liebe Biene, du bist immer eine erschöpfend gute Quelle.
Danke für deine Ausführungen!
Lieben Gruß an dich
Karin



Moderator & Einstein & "Tante Emma"´09
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Auch das noch - Trittbrettfahrer, die auf unsere Kosten das schnelle Geld machen wollen. Denen muß man einen Riegel vorschieben. Das müßte doch möglich sein.


Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.



Rote Karte!
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Zitat:
Auch das noch - Trittbrettfahrer, die auf unsere Kosten das schnelle Geld machen wollen.

Da ist von welche Hörbehinderten oder Deafies eine Marktlücke entdeckt worden.

Das GebärdenService-Team war erfinderisch und clever.
Sowas ist nicht verboten.

Einen Riegel vorschieben, wer soll das machen?
Warum und wozu?
Die Berliner Gl?
Der Dt Gl Bund?

---
da schau:
http://www.gebaerdenservice.de/index.php?id=38

die ausbildung zum kommunikationsassistenz mit
kompetenz in deutscher gebärdensprache ist azwv - zertifiziert

das bedeutet,
dass das arbeitsamt mithilfe von bildungsgutscheinen die ausbildung finanziert.
--

siehe sehr gute Reverenzen:

http://www.gebaerdenservice.de/index.php?id=9

humboldt universität zu berlin

http://www2.hu-berlin.de/gebaerdensprachpaedagogik/

"Herr Andreas Costrau ist seit dem Sommersemester 2003
in der Abteilung Gebärdensprachpädagogik der Humboldt-Universität tätig.
Er unterrichtet Studenten in der Deutschen Gebärdensprache.
Seine Seminare zeichnen sich durch hohe fachliche Kompetenz und
eine sehr gute didaktische Unterrichtsgestaltung aus.
Herr Costrau wird von den StudentInnen geschätzt und ist im Kollegium eine geachtete Persönlichkeit.

Er erfüllte die an ihn übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit."

Prof. Dr. Klaus-B. Günther

---

Es ist nicht verboten, als Gehörloser nebenbei geschäftstüchtig zu sein.

Einige Hörende sind in der Gl-Welt auch sehr geschäftstüchtig.

--

http://www.gebaerdenservice.de/index.php?id=11

gebaerdenservice.de wird geleitet von andreas costrau:
andreas ist 37, muttersprachler und langjähriger gebärdensprachdozent mit staatlicher anerkennung.

außerdem ist er zweiter vorsitzender des berufsverbandes der
gebärdensprachdozenten berlin/brandenburg e.V.
und lehrt regelmäßig an verschiedenen hochschulen.

Alles ist doch gut so!

Was hier auffällt, haben die Deafies und Gehörlosen
kein Mißfallen geäussert ...
bis ein User hier aufgeweckt worden ist und
"Trittbrettfahrer" dahinter vermutet.

--



Spitzenmitglied



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Ich sehe die Notwendigkeit, hoerende Menschen so gut wie moeglich in GS auszubilden. Was die GebaerdenService Firma mit ihrer "Kommunikationsassistent-Ausbildung" macht scheint in Ordnung zu sein. 750 Unterrichtsstunden innerhalb von fuenf Monaten entspricht 6 Stunden pro Tag. Das ist beinahe gleichwertig eines Immersions(= Eintauchen)-Programms. Ich vermute, Hausaufgaben am Abend und in der Wochenende werden auferlegt (z.B. fuer Studieren der GS-Videoclips und Uebersetzen von Kurztexten). Der Immersionslehrgang ist immerhin besser als zehn Kurse einmal pro Woche zu besuchen. Das sprachliche Denken beim Gebaerden wird dadurch schneller weg vom Deutschen gelenkt.

Auch sehe ich Gutes, wenn gebaerdenkompetente Hoerende eine Arbeit finden, wo sie ihre Gebaerdenkenntnisse anwenden und ueben koennen, als Paedagoge, Sozialarbeiter, Erzieher, Therapeut, Krankenpfleger/Arzt, Berufsausbilder, Berater, Buerokraft, Beamte u.v.a. und schliesslich als Kommunikationshelfer in Betrieben fuer eine oder mehrere taube Beschaftigten. Solche Leute hat in der Geschichte schon gegeben, jedoch nicht offiziell. Z.B. die tauben Geschaeftsleute Kimmel und Haerdtner haben hoerende Sekretaerinnen, die Telefon fuer den tauben Chef erledigten. Ich sah in Kulmbach einen hoerenden Gesellen, der die Kommunikation zwischen hoerenden Kunden und dem tauben Steinmetz vermittelte.

Ich finde auch unumgaenglich notwendig, dass wegen Mangel an Dolmetscherausbildung viele GS-kompetente als Dolmetscher fungieren und dabei ihre Berufserfahrung sammeln und ihre GS-Kenntnisse ausbauen. Sie muessen natuerlich die gleiche Berufsehrenordnung der Berufsdolmetscher befolgen. Sie muessen mit sich selbst ehrlich sein und ihre beschraenkten Faehigkeiten erkennen und gewisse Dolmetschauftraege nicht annehmen. So geschah das auch in den USA in den 60er und 70er Jahren. Meine Frau hatte einige Jahre lang an den Feierabenden und am Wochenende auch gedolmetscht. Heute haben angehende Dolmetscher andere Moeglichkeiten in den USA. Jetzt wo es in Deutschland einen Verband gibt und Lehrgangsveranstaltungen fuer sie angeboten werden, muessen sie sich davon fleissig Nutzen ziehen.

Die Bezeichnung "Kommunikationsassistent" scheint problematisch geworden zu sein, weil solche Leute dann als "billige" GS-Dolmetscher missbraucht werden koennen. Problem liegt wohl, weil sie zu einer amtlichen Berufsbezeichnung mit Berufsbild geworden ist und jetzt mancherorts dafuer ein Zertifikat ausgestellt wird. Besser waere, wenn das Wort Kommunikationshelfer oder GS-Kommunikations(ver)mittler angewandt wuerde, und zwar ohne ein Berufsbild amtlich aufzustellen. Ein Wort mit Endung "-helfer" wird selten als Beruf aufgefasst, z.B. Unfallhelfer.

Als Loesung sehe ich, wenn offiziell festgelegt wird, dass die Kommunkationsassistenten nicht GS-Dolmetscher sind und nicht als deren Ersatz eingesetzt werden duerfen, und dass eine solche Taetigkeit temporaer (= zeitbegrenzt) sei und nur einen Huepfstein zur spaeteren Qualifizierung als GS-Dolmetscher bedeute. Dabei sollte eingangs immer wieder von den Beteiligten klargestellt werden, dass es nur ein Notbehelf sei. Es sollte fleissig Lehraenge fuer sie angeboten werden. Diese vorgeprueften Dolmetscher muessen sich weiter ihre GS-Kenntnisse im vermehrten Umgang mit den GS-Benutzern ausbauen.


Hartmut



Neuling



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Hallo,

Zitat:
Ich sehe die Notwendigkeit, hoerende Menschen so gut wie moeglich in GS auszubilden. Was die GebaerdenService Firma mit ihrer "Kommunikationsassistent-Ausbildung" macht scheint in Ordnung zu sein. 750 Unterrichtsstunden innerhalb von fuenf Monaten entspricht 6 Stunden pro Tag. Das ist beinahe gleichwertig eines Immersions(= Eintauchen)-Programms. Ich vermute, Hausaufgaben am Abend und in der Wochenende werden auferlegt (z.B. fuer Studieren der GS-Videoclips und Uebersetzen von Kurztexten). Der Immersionslehrgang ist immerhin besser als zehn Kurse einmal pro Woche zu besuchen. Das sprachliche Denken beim Gebaerden wird dadurch schneller weg vom Deutschen gelenkt.

Ich beziehe meine Erfahrung aus 14 Einzelkursen - 10 wöchentliche Einheiten. Versus Absolvierung einer DGS-Kompetenz-Ausbildung, Dauer ein Jahr. Ausbildungszeiten berufsbegleitend am Wochenende und zweimal eine Blockwoche. Stunden glaub ich 800.

Eingangsvoraussetzung dieser Kompetenz-Ausbildung (bei Visualhands 2006 - 2007) war Gebärdenkompetenz DGS 4. Es waren mehrere CODA dabei, aber auch mehrere Teilnehmer ohne gezielten privaten / beruflichen Zugang zu GL-Gemeinschaft (Lernen aus eigenem Interesse halt). Um uns alle auf ein ähnliches Fähigkeitenlevel in der Anfangskompetenz zu bringen, war das für die Dozenten ein katastrophal riesiger Kraftaufwand - und für uns Teilnehmer ebenfalls. Wir brauchten viel Verständnis und Geduld füreinander, weil unsere Fähigkeiten extrem auseinander waren - obwohl KEIN ABSOLUTER ANFÄNGER dabei war.

Die Zeit der Ausbildung war ein Jahr. Dennoch war es für die Dozenten ein riesiger Kraftakt, uns gewisse Inhalte zu Themen aus DEAF Studies zu vermitteln. Denn auch hierbei waren die Vorkenntnisse und Fähigkeiten der Teilnehmer extrem unterschiedlich.

Bei der aktuell laufenden Ausbildung bei Firma Gebärdenservice driften die Vorbedingungen der Teilnehmer in Gebärdenfähigkeit, Kenntnissen und Interessen nun noch viel weiter auseinander. Und genau das ist meine Kritik! Es muss wegen so vieler verschiedener Zielgruppen dann binnendifferenziert gearbeitet werden. Solche Didaktik erfordert besondere zusätzliche Fähigkeiten beim Dozenten.

Für CODA und sonstige Teilnehmer mit bereits gewisser entwickelter DGS-Kompetenz ist es total langweilig, nen DGS-Anfänger bei seinen ersten Sätzen zu beobachten. Also DGS 1 und 2 muss dann also für ein kleines Grüppchen in nem extra Raum passieren, sonst ist für die grosse Gruppe nicht auszuhalten. Meine Erfahrung ist: Für DGS-Anfänger ist es schlichtweg FRUST, wenn ein Teilnehmer mit höherer DGS-Kompetenz die Aufmerksamkeit des Dozenten auf sich zieht und mit ihm "quasselt"....und für Teilnehmer mit existierender DGS-Kompetenz ist es total langweilig, die ganze Zeit rumzusitzen und sich Basis-Vokabeln anzuschauen. Zumal, wenn man weiss, wieviel Zeit das Training von Classifikatoren, Rollenwechsel, Wegebeschreibung usw in Anspruch nimmt.

Laut Curriculum (liegt mir vor) soll DGS 1 + 2 in der ersten Lernwoche unterrichtet werden. Und - sind dann alle Teilnehmer nach dieser ersten Woche wenigstens minimal mit der Gesprächspraxis, wie es zu DGS 2 gehört?...ne, ich glaub nicht! Warum? Bei der Kompetenz-Ausbildung hatten wir bis zum Schluss Leute dabei (mit dem gut ausgebildeten Vokabel-Vorwissen von DGS 4), die aktiv die einfachssten Sätze nicht hingekriegt haben. Aus meiner Sicht muss absolut unterschieden werden zwischen passiven Sprach-Verständnis und aktiven Sprach-Fähigkeiten. Das Gehirn braucht einfach viel Zeit, um sich auf diese neue Sprache einstellen zu können. Leute mit stark ausgeprägtem auditivem Lerntyp und-oder höherem Lebensalter brauchen da viel länger, um visuelle Sprachinhalte zu verarbeiten, als jüngere Leute und-oder Personen mit starkem visuellem Lerntyp.
Und was mich betrifft: Ich bin absolut fit in Kenntnisse bezüglich Themen der DEAF Studies - zumindest im Vergleich der meisten Kursteilnehmer, die mir jemals begegnet sind. Inclusive Studenten der DEAF Studies - auch solche in höherem Semester. Aber: Bis heute bin ich schlichtweg eine absolute Katastrophe bezüglich Fingeralphabet. Ich kann zwar fingern, aber nur langsam - sonst streikt meine Motorik und es wird totales Kauderwelsch - nicht lesbar. Und Ablesen? ...hmm

Auch eher ungemütlich in solchen Kurs-Situationen: Es gab während der Kompetenz-Ausbildung mehere Teilnehmer mit "Quasi-Dolmetscher-Reife", die dann halt zunehmend für Teilnehmer mit geringerer DGS-Kompetenz übersetzt haben - einfach um die Kommunikation zu beschleunigen. Meine Beobachtung: Die Kontakte untereinander in der Lerngruppe als auch zu den Dozenten geraten dadurch in Schieflage - der Kontakt wird immer schwieriger.

Nun meine Frage: Wo in diesen geplanten 5 Monaten ist Zeit, um mit solchen eher wahrscheinlichen Problemstellungen der unterschiedlichen Zielgruppen der Kursteilnehmer umzugehen?

lg von biene63



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Ehrlich gesagt:

Wer hat hier das Problem?

Wir, die Gehörlosen, haben das Problem.

Die Dolmetscher können doch gar nicht bestimmen, was wir haben wollen, sondern wir selbst.

Daher könnt ihr doch nicht protestieren, wenn wir mal mit Kommunikationshelfer oder so probieren wollen. Aus meiner Sicht ist das kein guter Weg zur Qualitätbesserung, daher mein Vorschlag mit Stufen.

WAS spricht denn gegen meinen Vorschlag?

Natürlich soll geregelt werden, dass Integrationsamt da nicht einmischen soll, welchen Dolmetscher eingesetzt werden darf, sondern der Kunde soll selbst wählen oder wer frei zur Verfügung steht.

Ich sag, 2 von 10 Dolmetscher bin ich zufrieden, nur diese 2 Personen sind aus meiner Sicht reife Gebärdensprachdolmetscher, 8 eher Kommunikationshelfer oder mit meinen Worten: Junior Dolmetscher, der so kräftig viel Kohle macht!

So kann es nicht weitergehen!


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Noch nicht zertifizierte Dolmetscher verdienen sowieso weniger als die zertifizierte. Nur eines finde ich nicht in Ordnung: wer eine vollkommene Dolmetscherausbildung mit einem Diplom abgeschlossen hat, ist manchmal wegen noch unvollstaendiger GS-Kompetenz noch nicht vollkommen fit fuer alle Dolmetschsituationen. Sie muessen deshalb zusaetzlich von einem unabhaengigen Pruefungsgremium geprueft werden. Wenn noch nicht allgemein gut genug, aber einigermassen gut genug fuer gewisse Situationen, koennen sie ein "Vorzertifakt", gut fuer eine begrenzte Zeit, erhalten.

Grossmaul, dein
Zitat:
Daher könnt ihr doch nicht protestieren, wenn wir mal mit Kommunikationshelfer oder so probieren wollen. Aus meiner Sicht ist das kein guter Weg zur Qualitätbesserung, daher mein Vorschlag mit Stufen.

scheint widerspruechlich zu sein: "kein guter Weg zur Qualitaetsbesserung" und "Vorschlag mit Stufen". Ich glaube dich zu verstehen, du befuerwortest solche "Vordolmetscher" als eine Stufe, um spaeter die Dolmetscherpruefung zu bestehen und dann als volle Dolmetscher zu arbeiten. Stimmt's?

"Kommunikationsassistent" als anerkannter Beruf mit Berufsbild finde ich nicht gut. Ich sehe einige Gefahren dort. Zwar koennen sie ihre GS-Kenntnisse beruflich auswerten als Lehrer, Berater, Therapeut u.v.a., auch als Assistent fuer taube Beschaeftigten. Diese koennen andere Funktionen neben Kommunikationsassistenz, eingeschlossen leichtes Dolmetschen, im Betrieb ausfuellen.


Hartmut



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Hartmut, natürlich kriegt der Dolmetscher den Titel "Junior Dolmetscher", wenn er 3jährige Ausbildung absolviert hat.

3 Jahre Grundausbildung = Junior Dolmetscher
5 Jahre Berufserfahrung PLUS ein Fachgebiet = Dolmetscher (halbes Jahr Ausbildung für Fachgebiet mit Prüfung)
10 Jahre Berufserfahrung PLUS 3 Fachgebiete = Senior Dolmetscher (3 x halbes Jahr Ausbildung für Fachgebiet mit Prüfung)

Wenn Dolmetscher mehr verdienen wollen = sie müssen sich weiterbilden etc. heutzutage ist alles nur FREIWILLIG! Oh, wer machts dann freiwillig, wenn sie so sehr gebraucht werden?

So kann es nicht weitergehen.


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Grossmaul:
"So kann es nicht weitergehen."
Das ist ein millionenfach gemachter Satz.
Dieser Satz juckt keinen mehr.
Also, pack Du es an, melde dich freiwillig für Verbesserungen. :-)
Die Stellen, die hier aufgerufen sind, benötigen deine Erfahrungen. :-)
Glück auf!

--



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Hier wird nicht über Dolmetscher geschrieben, sondern über KA und Umfrage!
KA ist "Dolmetscher oder Sprachmittler" zwischen DGS/LBG/LUG-Dolmetscher und Deafies,
die nicht DGS, LBG und LUG verstehen können!
Das ist nur ein Beispiel von viele Möglichkeiten!
KA kann taub, gl, sh oder hd oder blind(!) und CI-Träger sein!
Seine Aufgabe ist also Kommunikationsschwierigkeit bzw. Missverstandnis zu vermeiden oder zu vermindern!
Es sieht so aus, ob eine bestimmte Dolmetschergruppe sich gegen KA wehrt wie einige Deafies gegen CI!
Umfrage für was?
Wegen Unkenntnisse, welche Aufgabe KA haben?
Ka nimmt Arbeit von Gebärdensprachdolmetscher nicht weg.
Unterschied so ähnlich wie Arzt und Heilpraktiker!



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@Yak: Gerne unternehme ich persönlich da was – jedoch das Problem ist eher bundesweit und da sollte DGB sich in dieser Politik starkmachen oder die Landesverbände. Wenn sie solche Umfragen oder Arbeitsgruppen gründen, bin ich gerne dabei – ansonsten möchte ich nicht alleine durchkämpfen, sondern eine gemeinsame Linie finden und gemeinsam das Problem lösen. Ich kann doch nicht annehmen, dass DGB davon nichts weiss. Ach, sie haben sogar intern eigene Probleme. Die müssen ja zuerst gelöst, sowie viele Vereine kämpfen um Existenz. Dazu kommt noch diese Finanzkrise.

Dieses Problem ist eigentlich ein Luxusproblem.

Wie gesagt: Dolmetscher sollen da nicht einmischen, es ist NICHT ihr Problem, sondern unser Problem: Uns ist sowieso bewusst, dass die Qualität mit KA schlechter ist, aber es ist NICHT der Sinn, dass wir KA brauchen.

Ich finde mein Vorschlag mit Stufen viel sinnvoller als Einsatz von KA.

Wer sitzt im Vorstand von GIB? Alles schläft, alles sei in Ordnung. Alles wunderbar. Schon mal gehört, wie hoch die Durchfallquote bei der letzten Prüfung ist?

Das ganze Konzept klappt nicht! Ich kann doch nicht zum GIB gehen und ihnen sagen: so gehts nicht weiter?

;-)


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Grossmaul,
Gummikuh hat klar aufgezeigt wie das so ist mit Dolmis und KA's.
Das finde ich völlig in Ordnung.

Die Dolmis für Dfs und Gl haben eigenen Verband gegründet und gut ausgebaut und
diktieren somit nun IHRE Bedingungen!
Die Hörenden sind wieder mal viel schneller und wissen auch mehr.

Wie ist das Verhältnis zwischen DGB und Dolmi-Verbände?

Eine Bestandsaufnahme machen und Geschichten mit Dolmis / KA's
(Personen anonymisieren) aufnehmen.
In einem Arbeitskreis (z.B. LV) behandeln und bei den
hörenden Helferverbände die Df / Gl - Sicht präsentieren und ggf. durchsetzen.

Im TS ist ein Bericht
http://www.taubenschlag.de/meldung/4309
über Missstände am SRH Berufsförderungswerk Heidelberg?

Zitat:
Es finden Berufsfindungsmaßnahmen statt,
die die ganze Zeit von Gebärdensprachdolmetschern begleitet werden,
und in denen den hörgeschädigten Teilnehmern
fast alle Berufe im Berufsförderungswerk als möglich angeboten werden.
Das ist für die Hörgeschädigten erst mal eine gute Nachricht.
Dabei wird viel versprochen.

Woran liegt das?
In diesem Bereich könnten die KA's auch zum Einsatz kommen?

--



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@Grossmaul,
Zitat: „…Wer sitzt im Vorstand von GIB? Alles schläft, alles sei in Ordnung.“
Ja? Ich denke aber anders. Wie ich „sehe“, ist man dort schon unruhig und nervös. das heißt, etwas läuft wenigstens.

Ja, stimmt genau. Nur wir, die Gehörlosen, können über uns selbst bestimmen. Ist doch klar.

Seit nur drei Jahren haben wir schon 20 KA in ganz Bayern EHRENAMTLICH geschafft. Und das hauptamtliche GIB nur 2 bayerische Dolmetscher in ZEHN Jahren. Der Dolmetschermangel bleibt. Eine traurige Realität …


„Das Universum denkt mit der Hand.“ (Fise)



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@Grossmaul: kannst du mit deiner Mutter darüber diskutieren, warum es zu hart und zu steng ist, falls deine Mutter die dortige Mitarbeiterin ist, nur wenn ich mich nicht irre?

Ich war auch immer von den hörenden Studentinnen überrascht, weil sie lieber woanders Dolmetscher ausbilden lassen als in Bayern (beim GIB), weil sie selbst immer von den anderen Leuten erfahren haben, dass von Jahr zu Jahr alle durchfallen, befürchten sie sich danach natürlich, dort zu gehen. Was Hans geschrieben hat, haben bis jetzt nur ZWEI Personen die Prüfungen seit der Gründung von GIB bestanden. Vielleicht sie selbst CODA?? Unglaublich unvorstellbar, hm?

Welche Ursache?
Übertriebene Bewertungen?


°°°Surdus neve mutus sum°°°



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-löschen- ronco: hab plm mit sidekick, das nicht gut zu übertragen ist. wink


°°°Surdus neve mutus sum°°°



Zuletzt geändert von Moses am 08.02.2009, 21:44:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Moses,

zweimal derselbe Beitrag????

[nerv]


Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.



Apfelwein-Lady & GL-Kultur-Insider´09
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Quelle: http://www.taubenschlag.de vom 11.05.09



schade, dass bei der beantwortung bei der frage z. b. nach den Erfahrungen mit dem KA die Zahl der am häufigsten Antworten nicht angezeigt ist.


°°°°°°°




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