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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 18.07.2018, 10:57:25





 Hallo ihr Viertklässler! :-) - Gebärdenvideos


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Spitzenmitglied



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Hartmut hat geschrieben:

Wenn du mich zitierst, dann bitte genau zitieren mit Zusammenhang und Kontext!


Fühlst du dich angesprochen? [ops]

Zitat:
Wer hat dieses "Ihr sollt nicht sprechen!" je gesagt? Ich bestimmt nicht.


Dann habe ich wohl geträumt... [lach]


Pyros



Spitzenmitglied



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@Pyros,
Ich habe starken Verdacht, dass du mich meinst. Es liegt wohl in deiner Natur. Dein letztes Zitat bestaetigt es.
Getraeumt musst du wohl haben oder deine Erinnerung ist stark in einer Farbe gefaerbt.


Hartmut



Mitglied



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Kann man als DGS orientierter GL aufsteigen und eine Leitfunktion im Beruf übernehmen?

wie sollen wir dir eine richtige bzw. passende antwort geben, wenn deine definition für dgs-orientierte gl falsch ist?!
deiner definition nach haben die tauben schlechte chancen und "unserer" bessere chancen.

in 30 jahren (hoffe ich) hast du dann die antwort! bilingual gab es nie, dann ist es auch klar, dass es sehr wenige taube akademiker gibt (und zum eigentlichem thema brauchen sie deshalb gebärdenvideos).


______________________________________
Was ich nicht weiss, weiss www.google.de ;-)



Spitzenmitglied



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@CharlyBrown, im
Zitat:
Also, was soll die Kritik an Pyros?
Wenn es eine nennenswerte Anzahl Gl gibt, die DGS-Videos im Internet
braucnen weil sie nicht ausreichend lesen können, dann ist doch klar was Pyros mit DGS-orintiert meint. Wenn es aber diese Gruppe garnicht gibt, wenn alle Gl ausreichend lesen können, dann sind die DGS-Videos im Internet überflüssig!

brauchst du Pyros nicht zu beschönigen. Er hat den Ausdruck anders als du definiert.

Auch wenn alle von uns ausreichend lesen können, wären Gebärdenvideos trotzdem nötig. Manche Deutsch-Muttersprachler würden lieber in deutscher Uebersetzung lesen, auch wenn sie Englisch fliessend beherrschen. Warum werden die ausländischen Filme synchronisiert, auch wenn Leut sehr gut und schnell lesen können? Es ist auch wichtig, eine Internets-Präsenz für GS zu etablieren, um die Öffentlichkeit GS-freundlicher zu machen.


Hartmut



Spitzenmitglied



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@Doc,

was ist dann der richtige Ausdruck dafür?


Pyros



Spitzenmitglied



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@Pyros,
wir brauchen kein Label (= Etikett) fuer taube Menschen, die Deutsch mangelhaft beherrschen. Ein Label tendiert, diese Gruppe auszugrenzen und zu verachten. Das moechten wir nicht tun.

Du kannst, wenn du willst, diese Gruppe oder ein Individuum nur beschreibend mit einem Relativsatz umgrenzen.


Hartmut



Neuling



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Pyros sagte:
"Nämlich ob man eine Leitfunktion in Wirtschaft und Verwaltung ausüben,
wenn man hauptsächlich in DGS kommuniziert und kaum spricht.
Aus welchen Gründen auch immer die Leute nicht reden,
wollte ich gar nicht wissen!

Gibt’s den Mann oder die Frau?
Was ist eure Meinung dazu?

Nachtrag:
Es geht um die soziale Stellung und Hierarchie im Berufsleben.
Kernfrage deshalb:
Akzeptieren hörende Kollegen den oben charakterisierten GL als Vorgesetzten?"

Ich denke, es gibt genügende Beispiele wie z.B. Hlibock, der als Vizepräsident bei Merril Lynch (einer der großen Investmentfirmen an der Wallstreet) arbeitet und aus eine gehörlose Familie kommt (sein Bruder Greg war einer der 4 Studentenführern während der Deaf President Now-Protestbewegung). Er benutzt Dolmetschern bei seiner Arbeit. Das läuft gut in den USA, weil dort die Gebärdensprache als die Sprache der Gehörlosen akzeptiert wird. Das ist eine Mentalitätsfrage aus meiner Perspektive. Sonst hätte Pepsi-Cola nicht zur Spitzenzeit während des Finals der Super-Bowl (Football) den Clip mit den Gehörlosen gezeigt.

LB: Hast Du schon mal bemüht eine linguistische Einführungsveranstaltung zu besuchen, was Sprachen ausmacht? So schwer ist es doch nicht zu verstehen, dass die Gebärdensprache, sprich die DGS (ohne Laute) eine eigenständige Sprache ist, die über den visuellen Kanal (andere Modalität) verläuft. Ich erstaune manchmal, was die Leute über eine Sprache zum Besten geben, die schon seit den 60ern an der Universität erforscht wird und keine Frage diesbzgl. in der heutige Forschung besteht. Auch verwundert es mich, dass manche noch nicht durchgeschaut haben, was heutzutage in der Medizin für ein Hype abläuft bzgl. der Anwendung von medizinische Geräten, die Ihnen die Tasche besser unsichtbar auffüllt als die üblichen Untersuchungen, die von den Krankenkassen gedeckelt werden. So schwer ist das doch nicht.

CI: Es geht hier eben um das Thema "Assimilation - Ja oder Nein". CI ist eine Form von Assimilation. Was eine Assimilation anrichten kann, sprich die eigene Welt und Kultur aufzugeben zugunsten einer anderen Kultur, kann sich jeder ausmalen. Da sage ich hier klar meine Meinung: Nein, danke! Die Eltern müssen selber wissen, wie sie mit den späteren Folgen umgehen müssen. Zahlt ja wie immer die Krankenkasse, also auch die Therapiestunden für die Seele und wir damit auch über die Sozialabgaben von unserem Lohn. Ich sollte mal Dieter Hundt ("Arbeitgeberpräsident") fragen, ob er nicht die auch verklagen sollte, damit die Sozialabgaben senken. Spaß beiseite.

Was Thomas hier bezwecken will, dass die CI-Kinder wenigstens eine visuelle Sprache erhalten und damit zweigleisig fungieren können, er also den Schadeneffekt minimieren will. Das heißt nicht, dass er den CI-Einsatz befürwortet.

Presse: Leider gibt es in der Tat keine zensurfreie Presse und es gut wäre, dass mal zusätzliche Gehörlosen-Zeitschriften entstehen auf dem Niveau wie Der Spiegel etc. und wir mehr erfahren würden, wie es im DGB abgelaufen ist. Die Zukunft wird es sich zeigen, wenn es nicht unter dem Teppich gekehrt wird.

Aber: Der Spiegel arbeitet auch nicht sauber und kann auch nicht neutral sein. Es gibt so etwas nicht.

Schönen Tag noch! [roll] PS: Ist mein Deutsch die eines Viertklässers?? Wenn ja, kann ich damit sehr gut leben!



Mitglied



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Gehörlose brauchen Gebärdenvideos?
Von wegen - nicht mal der Dt. Gehörlosenbund hat auf seiner Webseite GV, obwohl der DGB an der Quelle sitzt (Gebärdenwerkler Raule ist DGB-Schatzmeister). Keine einzige Webseite, die von Gehörlosen betrieben wird, hat Gebärdenvideos.

Wenn Gehörlose doch GV brauchen, wie einige hier behaupten, müssen sie (wie auch Resthörige oder hochgradig Schwerhörige!!) eben damit leben, ständig als "Viertklässler" und "Analphabeten" stigmatisiert zu werden, damit GV vermarktet werden können. Somit bleiben den Hörgeschädigten berufliche Aufstiegschancen in Firmen verwehrt.



Spitzenmitglied



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hallo Marduk,

vielen Dank für deine Informationen.

Genau nach solchen Personen hatte ich gefragt.

Dein Hinweis nur auf auf die USA zeigt allerdings,
dass man in Deutschland scheinbar mental noch nicht so weit ist,
Gehörlosen eine Vorgesetzenposition zuzutrauen.


Ich hoffe, es ändert sich.


Viele Grüße

Pyros



Spitzenmitglied



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Aloha Pyros,

ein paar Links zu deiner Frage:

Career Stories of Individuals who are Deaf and Hard of Hearing
http://www.netac.rit.edu/goals/browse.html

Signs of Successful Deaf Business Individuals
http://signsofsuccess.gallaudet.edu/


--
Wir sind die Mundfaulen. Na und? :D



Zuletzt geändert von Lukbo am 03.06.2008, 12:41:51, insgesamt 1-mal geändert.

Mitglied



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marduk hat geschrieben:
LB: Hast Du schon mal bemüht eine linguistische Einführungsveranstaltung zu besuchen, was Sprachen ausmacht? So schwer ist es doch nicht zu verstehen, dass die Gebärdensprache, sprich die DGS (ohne Laute) eine eigenständige Sprache ist, die über den visuellen Kanal (andere Modalität) verläuft.


Solange dieser linguistischer Kram von Leuten verfasst wird, die gar nicht gebärden können (Prillwitz, Leuninger und Co.), ist er nicht mehr wert als eine Klopapierrolle.

marduk hat geschrieben:
CI ist eine Form von Assimilation. Was eine Assimilation anrichten kann, sprich die eigene Welt und Kultur aufzugeben zugunsten einer anderen Kultur, kann sich jeder ausmalen.


Es wird niemandem verboten, die Gebärdensprache zu verwenden.
Jeder darf Gehörlosenheime besuchen und der "Gl-Kultur" (plaudern und trinken) frönen. Jeder darf einem GL-Verein beitreten.
Wo ist hier die "gefährliche Assimilation"?



Spitzenmitglied



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hi Luke,

danke für den Hinweis zu dieser Seite.
Für mich ist die sehr interessant!

Aber was mir immer wieder beim Besuch von US-Seiten auffällt,
ist die gemeinsame Nennung von "Deaf and Hard Hearing" in der Überschrift.

Auf deutschsprachigen Webseiten geht man eher getrennte Wege.
Auch hierbei scheint sich die andere Mentalität zu zeigen.
Nicht nur bei den Hörenden.
Oder sehe ich das falsch?


Pyros



Mitglied



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Marduk hat geschrieben:
Die Eltern müssen selber wissen, wie sie mit den späteren Folgen umgehen müssen. Zahlt ja wie immer die Krankenkasse, also auch die Therapiestunden für die Seele und wir damit auch über die Sozialabgaben von unserem Lohn.


Deine Meinung in Ehren aber du verkennst die Situation vielleicht etwas und verpauschalisierst mir zuviel. Keine Einwände das es Fälle gibt in denen sich ein CI letztendlich schlichtweg als falscher Therapieansatz herausstellt! Oft auch auf Grund von Mehrfachbehinderungen und kognitiven Einschränkungen welche zum Zeitpunkt der CI Versorgung nicht diagnostiziert wurden bzw noch nicht werden konnten. Und man kann wohl auch heute leider noch nicht wirklich von Einzelfällen reden sondern es existieren sicher mehrere Fälle in denen ein CI sich im nachhinein als erfolglos herausstellte. Genaue(re) Zahlen hat vermutlich Karin zur Hand.
Und da jeder Mensch bekanntlich eine eigene welt ist ist jedes falsch therapierte Kind ein Kind zuviel.

Aber immerhin gut 50% (heutiger Stand) der CI versorgten Kinder besuchen später ganz normale Schulen und unterscheiden sich verhaltenstechnisch nicht wesentlich von ihren hörenden Mitschülern sondern sind integriert. Frag diese Kinder ob sie lieber taub wären.

Wie auch immer, Diagnose, Aufklärung und Abwägen der individuellen Risiken mit Akzeptanz und Toleranz für beide möglichen Lösungswege, darin liegt IMO der schlüssel für die Zukunft.

Ansonsten zu deinem letzten Satz eine Frage: Beziehst du GL Geld? Nutzt du die Freifahrt? Oder KFZ Steuerermässigung? Lässt Du dir deinen behindertenbedingten Steuerfreibetrag anrechnen in deiner Lohnsteuerjahresabrechnung? Lässt du dir ab und zu einen Dolmetscher kommen? Wenn ja, wer zahlt das alles?


lg, Late


Anyway the wind blows...



Spitzenmitglied



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Hi Late, ich habe wenig Zeit, aber darauf wollte ich gern eingehen:

Zitat:
Frag diese Kinder ob sie lieber taub wären.


Das ist der falsche Ansatz, denn diese Kinder sind mit hörenden (wie auch immer) gleich zusetzen. Sie haben hören (wie auch immer) kennen gelernt und wollen es so sicher nicht mehr hergeben. Außer es läuft total scheiße und sie lassen es sich rausnehmen. Das ist aber sicher nicht die Mehrheit.

etwas weniger als 50 % haben einen Spracherwerb ähnlich hörenden Kindern, aber ob die alle auf die Regelschule gehen bezweifele ich stark.

Die Märchen von der Regelschule (da wird von 90 % geschwafelt) nimmt doch kaum einer mehr ernst. In Essen (man lese und staune) wurde der Mutter einer 2 jährigen gl Tochter, keine Zusatzbehinderung jetzt im Beratungsgespräch zum CI mitgeteilt, dass sie sich die Regelschule für ihr Kind besser aus dem Kopf schlägt. Ich war erstaunt über die Aussage, dass hat sich noch kein Arzt getraut zu sagen. Hochachtung!

Regelschule können auch gl Kinder besuchen und es wird auch Zeit, dass sie das können, Voraussetzung - gute DGS.

Gruß Karin



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Hi Karin

Ja was spricht dagegen etwas nicht mehr herzugeben was einem gut gefällt. Bei GL ist es doch das gleiche. Auch (viele) GL möchten ihre Taubheit nicht mehr hergeben. Das haben wir hier in endlosen Diskussionen herausgefunden. Ok akzeptiert.
Das Thema ist durch.

Ja 90% halte ich auch für utopisch, keine Frage. das ist allerhöchstens Zukunfstmusik, allerdings bei ähnlicher Entwicklung wie bisher vielleicht schon in 25 Jahren Realität?
btw, wer soll das gesagt haben?

Ich denke das von beiden Seiten die Zahlen "getrimmt" werden. Es ist alles Auslegungssache. Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. 50% finde ich aber durchaus realistisch.
Bloss wen fragt man wenn man die Wahrheit hören will? Die Ärzte? WC (Wohl Caum ...sagte mein lehrer immer ;))
Dich? (Befangen! Oder? :) )
Die Betroffenen? (Achtung Romantikfaktor!)
Die Statistiken? Langzeitentwicklungen zur Bildung objektiver Statistiken gibt es auch noch nicht.

Und ja auch DGS Kinder in normalen Schulen finde ich gut wenn das Kind dadurch nicht vereinsamt. Es kann nicht schaden sich von klein auf an die reale gesellschaft zu gewöhnen, mit welchen Mitteln der Kommunikation auch immer.

Wie gesagt Toleranz für alle seiten wäre schön oder? Klassen mit hd, CI, DGS-GL und keiner macht den anderen mies weil er das oder das hat und jenes oder dieses nicht. "Multikulti" also quasi, und selbstverständlich. --> Brauchen wir dann überhaupt noch "getrennte Kulturen"?

Was bleibt letztendlich als echte Kontraindikationen? Das medizinische Risiko der ersten und der weiteren OP's (vielleicht 5 pro Leben). Und das Risiko das man nichts damit anfangen kann trotz Diagnose "geeignet" und das dann erst merkt bzw akzeptiert wenn der Zug einer verhaltensstörungsfreien Entwicklung fast abgefahren ist.
Wenn(!) das Teil so funktioniert wie geplant sehe ich die zusätzlichen Risiken als sekundär an. Man bleibt hörbehindert, aber eher auf einer Stufe leicht oberhalb "typischer SH" (Zukunftstendenz: Besser werdend) Integrationsfähigkeit in der HD Kultur wäre da gut bis sehr gut gegeben IMO da gemeinsame Sprache.

Ergo: Die Verantwortung der Eltern ist riesig. Keine Frage. Aufklärung zu den medizinischen Risiken sowie Alternativen (DGS, GL-Kultur) müssen klar und (IMO) ohne Wertung aufgezeigt werden. Die Entscheidung kann man sich nicht leicht machen. Alles hat Vor- und Nachteile.
Fazit: Ich möchte nicht betroffen sein. Ich würde mich (für mein Kind) vermutlich für den Weg mit CI entscheiden. Aber ich würde Angst haben. Keine Frage.

Late


Anyway the wind blows...



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Die haben das gesagt, lieber Late:

http://www.schenken-sie-kindern-gehoer.de/ziele.html

Über die dürft ihr euch gern mal auslassen, - Frau Lehnhardt hat da ein Portal aufgebaut, um mehr CI an den Mann zu bringen - als Geschäftsführer der Cochlear AG Basel. (ich glaube sie ist es noch oder irre ich mich?)

Zitat:
Wie gesagt Toleranz für alle seiten wäre schön oder? Klassen mit hd, CI, DGS-GL und keiner macht den anderen mies weil er das oder das hat und jenes oder dieses nicht. "Multikulti" also quasi, und selbstverständlich. --> Brauchen wir dann überhaupt noch "getrennte Kulturen"?


Getrennte Kulturen würde ich das nicht nennen. Unterschiedliche, ja die brauchen wir und auch die Kinder und gerade die, wenn sie tagtäglich unter Hörenden sind.
Gruß Karin

Danke Hans, war irgendwie nur zur Hälfte zu sehen :-)



Zuletzt geändert von Karin am 03.06.2008, 16:32:52, insgesamt 2-mal geändert.

Spitzenmitglied
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„Das Universum denkt mit der Hand.“ (Fise)



Neuling



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LB schrieb: Solange dieser linguistischer Kram von Leuten verfasst wird, die gar nicht gebärden können (Prillwitz, Leuninger und Co.), ist er nicht mehr wert als eine Klopapierrolle.

Man sieht, dass Du nicht auf dem Laufenden bist. Es gibt viele Forscher, die sehr gut gebärden wie Ted Supalla, Carol Padden, Chris Rathmann, der jetzt an der Universität Hamburg in fließende Gebärdensprache doziert.

LB schrieb: Es wird niemandem verboten, die Gebärdensprache zu verwenden. Jeder darf Gehörlosenheime besuchen und der "Gl-Kultur" (plaudern und trinken) frönen. Jeder darf einem GL-Verein beitreten.
Wo ist hier die "gefährliche Assimilation"?

Seit wann dürfen minderjährige Kinder ohne Erlaubnis der Eltern beitreten? Und wenn die keine Gebärdensprache haben wollen, wie soll dies laufen? Es gibt viele, die hierdurch versauern und erst später von den Eltern loskommen können oder daran scheitern.



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Darf man fragen, was das Ziel dieser Diskussion hier sein soll. Es werden Standpunkte ausgetauscht. Seine eigene Meinung ändern tut hier keiner. [ops] Hätte man die Diskussion nicht gleich sparen können?



Neuling



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Pyros schrieb:

"Aber was mir immer wieder beim Besuch von US-Seiten auffällt,
ist die gemeinsame Nennung von "Deaf and Hard Hearing" in der Überschrift.

Auf deutschsprachigen Webseiten geht man eher getrennte Wege.
Auch hierbei scheint sich die andere Mentalität zu zeigen.
Nicht nur bei den Hörenden.
Oder sehe ich das falsch?"



In die USA bezeichnete man sich mit "Deaf", auch wenn man schwerhörig ist. Es gibt auch viele Schwerhörige, die gehörlose Eltern haben und sich als Deaf bezeichnen, was sich besagt, dass sie die Gebärdensprache benutzen und die Gehörlosenkultur Ihre "Heimat" ist.

In Deutschland gibt es Schwerhörige, die sich in Gehörlosenvereine tätig sind. Man kann in manchen Gehörlosenverbänden lesen, dass die auch Schwerhörige vertreten.

Jetzt warte ich mal bis der Regen aufhört , um mein Abendessen einzunehmen können.




Spitzenmitglied



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@Pyros,
Zitat:
Aber was mir immer wieder beim Besuch von US-Seiten auffällt,
ist die gemeinsame Nennung von "Deaf and Hard Hearing" in der Überschrift.

Das ist Wertrelativismus des Hoerens in Praxis. Wieviel man noch hoert, wird nicht wichtig genommen. Es wird allen angesprochen. Es gibt auch keine Schule fuer nur schwerhoerige Kinder. Sie koennen in Schulen fuer taube Kinder und auch in hoerenden Schulen mit oder ohne Dolmetscher sein. Das gleiche geschieht auch fuer volltaube Kinder. GS-Dolmetscher werden auch fuer Schwerhoerige eingesetzt. Auf der Gallaudet Universitaet gibt es auch die, die mit HG mit jedermann telefonieren koennen.


Hartmut



Spitzenmitglied



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@Late,
die Beschulung tauber Kinder mit CI darf nicht als Kriterium des Erfolgs des CI genommen werden. Das ist ein falscher Massstab. Deutschland hat noch zu wenig Erfahrung von solcher Mitbeschulung von tauben, schwerhoerigen und hoerenden Kindern. Solche Mitbeschulung gibt es in den USA und U.K. schon seit den 50er Jahren. Die Erfolgsrate sind alle unterschiedlich. Manchmal kommt man gut damit zurecht oder man scheitert dort und leidet an seelischen Schaeden. Manchmal sind die schulischen Leistungen gut, aber sozial verkuemmert (wie komische Kaeuze wegen Vereinsamung). Entweder muss man fast vollkommen hoeren koennen oder haben taube Eltern mit GS als Basissprache und guter Kompetenz in Englisch. Manchmal bekommt man Dolmetscher, Wander-Stuetzlehrer, psychologische Therapeuten, und/oder Nachhilfeunterricht.

Jetzt mit den Schulrechtsgesetzen fuer taube und andere Kinder werden durch ein "Individual Education Plan", einen Vertrag zwischen Eltern und Schulbehoerde, immer zusaetzliche Dienste gefordert und gewaehrt. Das wird in Deutschland auch kommen. So bedeutet die Mitbeschulung mit hoerenden Kindern in oertlichen Schulen kein Ersparnis, aber manchmal teurer als SOnderschulung in einer Schule fuer taube Kinder.

Das Prahlen von "xig Prozent in Regelschulen" ist wirklich hohl.


Hartmut



Rote Karte!
Rote Karte!



offline
für CI-ler und Gehörlosen

RTL sucht AbleseexpertIn (siehe TS)

"Da stehen sie im Stadion und singen die Nationalhymne. Wirklich?
Manche behaupten, sie würden nur irgendwie den Mund bewegen und
den Text gar nicht auswendig können.
Macht ja nix, hört ja keiner. Aber per Ablesen vom Mund könnte man es beweisen.
Dafür sucht RTL jetzt einen Ablese-Experten, entweder einen Gehörlosen oder einen Dolmi.
Der muss aber wirklich fit sein, denn es muss live "übersetzt" werden - Wiederholungen sind nicht möglich!"

Das geht bestimmt:
Ein AbleseexpertIn ist zu wenig.
Also, elf Spitzen-AbleseKönner, vorher die Nationalhymne fest und
gut auswendig lernen und
sie mit den hörenden Freunden üben, üben ...
bis das perfekt sitzt und alle fit sind.

Auf singende oder scheinbar singend elf Balltreter-Münde ablesen?
also fitte elf Ableser ran, jeder schaut auf sein zugeteiltes BalltreterMund ...

Die CI-ler und die Dolmi, die können den Singsang hören und
sollen mitmachen.

Am Schluß eine Bewertung - wer sind schwächster bis inbrünstigster Hymnensänger.
Und für die beste AbleseExpertIn ein Mund-Ablesepreis!

---



Spitzenmitglied



offline
Die sollen doch nur gut Fussballspielen!?
Lieber nur Sarah Connors singen lassen und alle anderen
halten den Mund.
Im Schweizer Fernsehen gab es bei UT ein peinliches Versehen.
Die UT-Texterinnen hatten vorab den Text aus irgendeiner
rechten Internetseite kopiert mit der alten ersten Strophe.

Ich finde nationalhymnen irgendwie nicht mehr Zeitgemäss.
Portugal hat zum Beispiel eine ziemlich kriegerische Hymne.



Mitglied



offline
*CharlyBrown* so etwa?

Verkehrte Welt im Schweizer Fernsehen: "Deutschland, Deutschland über
alles, über alles in der Welt" - laut der Videotext-Untertitelung für
Gehörlose des Senders SF2 sangen die deutschen Fans und die
Nationalelf vor dem Spiel am vergangenen Montag diese Worte.
(Spiegel-Online)



Spitzenmitglied



offline
gltmike,
Ja, das war der UT-Text für die Gl im Schweizer Fernsehen.
Aber die Spieler und Zuschauer haben das NICHT gesungen!
Die Videotexterinnen haben den Text vorher aus einer Internetseite
kopiert und er wurde eingeblendet als die Spieler anfingen zu singen.



Spitzenmitglied



offline
Text und Ton der Nationalhymne können hier

nachgelesen und angehört werden.

Alle drei Stophen stehen dort:

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied

Wer bei offiziellen Anlässen die 1. oder 2. Strophe singt, fällt sicher unangenehm auf.
Verboten ist es meines Wissens allerdings auch nicht.


Pyros



Spitzenmitglied



offline
Unvergesslich bleibt vielen Hörenden die Nationalhymne nach
Version von Sarah Connors.
(Sie hat die Zeile "blühe im Glanze dieses Licht" versehentlich
so gesungen "brühe im Glanze dieses Licht".)

Rein theoretische Frage:
Könnte sowas passieren, wenn die Nationalhymne in
DGS vorgetragen würde?



Spitzenmitglied



offline
Abweichung vom Thema!

Die Worte 'bluehen' und ''bruehen ' sind einander aehnlich und unterscheiden sich nur in den Phonemen /l/ und /r/. So koennen sie Chinesen oder Japaner gleich aussprechen, weil in ihren Sprachen die zwei Lauten einander nicht "verschieden" sind.

Linguisten nennen solche Fehler "versprechen" (= aehnlich falsch aussprechen). Aehnliches falsch Aussprechen gibt es auch in Gebaerden und koennen in Bedeutung witzig auswirken. In ASL kenne ich einige Beispiele. Die Frankfurter Linguist Dr. Leuninger untersucht solche "Vergebaerden"-Beispiele in DGS. Damit werden manche phonologische Gesetzmaessigkeiten in DGS erklaert. Ich kann mir an ein DGS Vergebaerden-Beispiel denken, die Gebaerden in Sueddeutschland MUTTER und VATER: gleich in Handform und Bewegungsort, aber verschieden in Bewegungsausfuehrung.

Ich mache darueber ein neues Thread auf.

Uebrigens habe ich die Deutsche Nationalhymne nie gebaerden gesehen. Also weiss ich nicht, ob ein Vergebaerden beim gebaerdlichen Vortragen der Hymne passieren kann.


Hartmut



Spitzenmitglied



offline
Zurueck zum Thema:

Geloescht, da doppelt gepostet. Sorry!


Hartmut



Zuletzt geändert von Hartmut am 23.06.2008, 22:30:56, insgesamt 1-mal geändert.

Spitzenmitglied



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Zurueck zum Thema:

Zwei Gruende kann ich denken, warum viele taube oder schwerhoerige Personen eine Lautsprache nach 12jaehriger Beschulung trotzdem unvollkommen erlenen.

1. Es wird mit einer Lautsprache als Erstsprache angefangen, eine zu schwierige, daher ungeeignete Sprache, wenn die Ohren sie unvollkommen erfassen koennen. Die Lautsprache kann sehr selten zuerst visuell per Schrift auf natuerlichem Weg erworben werden. Es muss eine echte visuelle Sprache herangezogen werden. Dies kann nur die Gebaerdensprache sein.

Kein Wunder, dass in der Schleswiger Schule fuer taube Kinder zur Kruses Zeit (1801-1880) in einem Jahresbericht stand, dass die neu eintretenden taube Kinder zuerst 6 Monate lang eine "Vorschule" ohne Unterricht die Umgangssprache der Schueler und tauber Lehrer beim Spielen und schierem Umgang untereinander sich "heimisch" werden, bevor der eigentliche Unterricht beginnt. Aeltere Schueler wurden als "Praeoaratoren" (= Vorbereiter) eingesetzt.

2. Kein Paedagoge konnte die Lautsprache erfolgreich der Mehrheit tauber und schwerhoeriger Kinder paedagogisch beibringen. Wie man Deutsch als Zweitsprache nach DGS vollkommen beibringt, weiss die gegenwaertige Paedagogik noch nicht genau. Darin steht sie noch am Anfang.

Ob die Lehrer DGS oder gebaerdetes Deutsch als Unterrichtssprache anwenden, spielt eine ganz untergeordnete Rolle fuer den Erwerb von Deutsch. Das heisst lange nicht, dass gebaerdetes Deutsch vom Unterricht verbannt werden soll. Es spielt nur eine kleine Rolle und zwar fuers Zitieren deutscher Saetze. Schrift hat natuerlich eine viel groessere Rolle.

Dass einige taube Personen Deutsch gut beherrschen ist trotz der wirkungslosen Paedagogik von Deutsch als Erstsprache.


Hartmut



Spitzenmitglied



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Hartmut hat geschrieben:

Dass einige taube Personen Deutsch gut beherrschen ist trotz
der wirkungslosen Paedagogik von Deutsch als Erstsprache.


Was?


Zitat:
"Praeoaratoren"
[shrug]

Soll wohl Präparatoren heißen.

Na ja, gewöhlich präpariert man Materialien und tote Tiere.
Kann man auch Kinder im Vorschulalter präparieren?


Pyros



Zuletzt geändert von Pyros am 23.06.2008, 23:38:04, insgesamt 1-mal geändert.

Spitzenmitglied



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Pyros,
lies doch den Satz nochmals und denk, was der Satz aussagt. Der Satz ist klar! Du musst nur noch deine grauen Zellen mehr anstrengen.


Hartmut



Spitzenmitglied



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@ Westsider,
was bei dir klar ist, kommt bei mir öfter unklar an. :D

Dem Satz fehlt die Aussage, er hängt in der Luft!

Du solltest noch ein Adjektiv nach Wahl anhängen, damit man kapiert, was gemeint ist.

Zur Auswahl stünden: echt krass, irre, super, megageil, saugut ....usw.


Pyros



Spitzenmitglied



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Pyros,
du hast deine Gehirnzellen ungenuegend angestrengt, um den Satz zu verstehen. Der Satz enthaelt die Aussage "ist trotz der wirkungslosen Paedagogik von Deutsch als Erstsprache". Deine vorgeschlagenen Eigenschaftswoerter passen nicht dort, auch nicht einmal ironisch.

Das Fremdwort "Praeparator" wurde tatsaechlich von dem zur Zeit Direktor der Schleswigr Schule in dem Sinn "Kinder sprachlich fuer den spaeteren formellen Unterricht vorbereiten" angewandt. Ich nahm Anfuehrungszeichen mit diesem Wort, da das Wort jetzt nicht mehr im diesen Sinn gebraucht wird.


Hartmut



Spitzenmitglied
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@Hartmut
Zitat:
du hast deine Gehirnzellen ungenuegend angestrengt, um den Satz zu verstehen. Der Satz enthaelt die Aussage "ist trotz der wirkungslosen Paedagogik von Deutsch als Erstsprache"


Man kann so sehr anstrengen, man wird das trotzdem nicht verstehen, so leid mir es auch tut ^^

Man kann nur erahnen was du damit gemeint hast, andere müssten Gedankenlesen beherrschen ....


****~cat



Spitzenmitglied



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@Hartmut: Vielleicht müsstest DU dich anstrengen und deinen Satz nochmal
durchlesen, er ist tatsächlich unvollendet. ;)



Mitglied



offline
Extrem nervig finde ich es, daß hier nur auf den richtigen Aufbau eines Satzes geachtet wird. Das ist ein Forum für GL, bitte hinter die Ohren schreiben. Außerdem ist Hartmut Ami. Diskutiert doch mal auf englisch mit ihm.

Ich hätte lieber inhaltliche Diskussion gelesen.

@pyros, du verstehst den Satz nicht, weißt aber offenbar genau, was da noch hinzugefügt werden muß. DAS ist mir jetzt zu hoch.

Mir ist gar nix unklar an der Aussage. ich wundere mich auch immer, woher viele GL gut Deutsch können, obwohl sie in einer Sprache unterrichtet werden, die sie nicht verstehen.
Die Erfolge wären besser, wenn die Gebärdensprache mehr Berücksichtigung im Unterricht fände. Es fällt mir mmer auf, daß Kinder gl Eltern meist besser Deutsch beherrschen als Kinder mit hd Eltern.

b.



Rote Karte!
Rote Karte!



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berenice,
Zitat:
@pyros, du verstehst den Satz nicht, weißt aber offenbar genau, was da noch hinzugefügt werden muß

Gedankenlesen ist immer Glücksache, die Software für die Gehirnzellen
ist heute Release 2008.6.26
Die Gl müssen es sich auf gut Glück nicht daneben zusammenreimen.

Die ältere Software ist bei den Meisten überschrieben. :-)
Siehe auch Posting von Snowcat.

Zitat:
woher viele GL gut Deutsch können, obwohl sie in einer Sprache unterrichtet werden, die sie nicht verstehen.

Das ist wohl Zufall. :-)
Oder sie waren sehr aufmerksam im lautsprachlichen Unterricht.

Yak ist einer von den Gl hd Eltern, darum sehr schlechtes Deutsch.
Das ist kein Zufall, weil er hd. Eltern hat und lautsprachlich Unterricht hatte.

berenice, du "verdrehst" gern andere Meinungen.
Schön lustig. :-)

--



Rote Karte!
Rote Karte!



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Löschung, weil doppelt gemoppelt ... /y




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