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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 19.09.2018, 01:26:54





 Wie sieht euer Traum aus?


Neuling



offline
Hallo Leute,

wieviel Lehrer gibt es an deutschen Hörgeschädigten Schulen, die die Gebärdensprache sehr gut können und auch sie im Unterricht benutzen?
Wieviele?
1000 gebärdensprachkompetente Lehrer, 100 gebärdensprachkompetente Lehrer oder NUR 10 gebärdensprachkompetente Lehrer....??

Meine Traumschule oder mein Traum sollte aussehen:

Ein Schulgebäude mit viel Licht und sehr guter technischer Ausstattung, z.B. optische Pausenklingel, Bildtelefon und Alarmsignale in Licht umwandeln.
Alle Lehrer und alle Pädagogen sollen perfekt die DGS können!
In allen Fächern wird nur in DGS unterrichtet!
Sprachförderung extra für alle Kinder nur von speziell ausgebildeten Logopäden!
Lehrer haben da nichts zu suchen, sie sollen unterrichten und keine Sprachförderung machen.
Alle Schwerhörige haben ein Recht auf DGS!
Alle Gehörlose haben ein Recht auf DGS!
Keine Konkurrenz zwischen Schwerhörige und Gehörlose!
Alle, die schlecht hören oder gar nichts hören, heissen ab sofort DEAF!
Alle Lehrer mit wenig DGS-Kompetenz werden gar nicht angestellt oder in anderen Schulen versetzt!
In jedem Bundesland gibt es zwei oder drei gebärdensprachorientierte Schulen!!

Nie wieder müssen Eltern umziehen, nie wieder müssen Kinder so lange von Eltern getrennt bleiben!

Das SCHULAMT sucht nicht die Bewerber aus, sondern die Schulleiter!
Die Schulleiter dürfen selbst mit einem Kompetenz-Team zusammen junge Lehrer aussuchen und einstellen!!
Alle Schulleiter müssen DGS kompetent sein und eine gesunde Einstellung mitbringen.
Spezielle Lehrer sind auch an der Schule und nehmen Kinder auf, die neu an der Schule sind und bisher keine Sprache haben.

Das Konzept in Bildungseinrichtungen ist klar, lebensnah, praktisch und realistisch.
Keine starren Konzepten mehr, kein schwarz-weiss, kein Betüddeln etc.

Alle Lehrer erhalten einmal im Supervision, das ist Pflicht.
Um Burn-Out zu vermeiden, um Einzelgänger-Status zu vermeiden, um mehr Teamwork anzuregen!!


Alle HNO-Ärzte dürfen NIEMALS alleine entscheiden, wer CI bekommt oder wer nicht.
Wer das trotzdem tut und die Eltern unter Druck setzt, muss sofort Schmerzengeld bezahlen oder ihr Berufstatus wird eingeschränkt.
NUR Eltern und Kinder und neutrale Fachleute entscheiden, ob und wann das Kind CI braucht!
Eine Beratungsstelle aus hörenden und gehörlosen Fachleuten unterstützen bei der Entscheidungsfindung von Eltern.

Alle Eltern erhalten sofort Hilfe:
Kostenlose Gebärdensprachkurse, 2 Wochen bezahlter Bildungsurlaub, Kindercamp überall, Gehörlosengeld aufstocken auf 1000 Euro (nur für Dolmetscher, nur für den Nachteilsausgleich, nur für spezielle Bildungsangebote etc.) Vorteil: keine langen Wartezeiten bei Anträgen.

Die Hörgeräteversorgungen und alle sonstige technischen Hilfsmitteln sind unbegrenzt von der Krankenkasse zu bezahlen ohne Wenn und Aber.

Alle Studierenden, die Gehörlosenpädagogik studieren wollen, müssen erst einen Eignungstest machen:
DGS-Test, Test auf Mimik, Test auf pädagogische Fähigkeiten.
CODAS erhalten trotz Tests Chancen auf Studienplatz.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund ist selbstverständlich im Bundestag integriert und alle Präsidenten von jeweiligen Bundesverband werden selbstverständlich für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten vernünftig honoriert.
Dazu gehören auch Posten wie eines Geschäftsführers, einer Schreibkraft und Internet-Webmasters.

Die Untertitelung im TV ist selbstverständlich überall abrufbar, 100 % Gleichheit und Mehrkosten wie Rundfunkgebühr werden durch das Gehörlosengeld gedeckt.

Die Un-Konvention macht es möglich!


take it easy, be cool



Spitzenmitglied



offline
Liebe Riverlong, so einen schönen Rundumschlag hab ich schon lange ncith mehr gelesen! :-)
Ich folge dir einfach in deinen Traum!
Lieben Gruß
Karin



Mitglied



offline
Hi my liebe Rivi,

wow, du tust ganz schön philosophieren und wenn dies realisieren würde, wären wir alle
happy.
Wir wünschen, daß die Träume endlich wahr werden, [scream]

Dicken Bussi,

Kofi mit Familie



Spitzenmitglied



offline
Riverlong,
aehnliches habe ich schon 1992 auf der Bodenseelaendertagung in Wien verkuendet. Siehe den Artikel in DAS ZEICHEN, "Grundsätze zur Durchführung einer zweisprachigen und bikulturellen Bildung tauber Kinder", #26, 1993. Danke, dass du die gleichen Gedanken wiederholst. Sie muessen von vielen oft wiederholt werden.

Zitat:
Sprachförderung extra für alle Kinder nur von speziell ausgebildeten Logopäden!
Lehrer haben da nichts zu suchen, sie sollen unterrichten und keine Sprachförderung machen.

Vorsicht mit dem Wort "Sprachförderung"! So wie du es gebrauchst, verursacht Verwirrung. Du meinst wirklich "Sprechförderung". Besser nimmt man die Formulierung "Foerderung des Sprechens" oder "Sprech(Artikulations)unterricht". Du bist doch nicht gegen die Sprachfoerderung von DGS und Deutsch, egal von wem: informell im Umgang mit dem Sprachumfeld oder im Unterricht von den Lehrern oder Sprechtherapeuten.

Die Kinder mussten nicht zu sehr nach Hoerdefizit sortiert werden. Das ist ja audistisch. Das Erziehungssystem muss den Wertrelativismus des Hoerens und Sprechens beherzigen und dieser von der Schulpolitik befolgt werden.

Die CI-Aerzte behaupten immer, die Enscheidung zum CI machen die Eltern allein, was auf dem Unterschriftspapier stimmt. Sie verneinen, Druck ausgeuebt zu haben, und verkennen, wie der Druck schon von der audistisch-gepraegten Kultur vorhanden ist. Schon der proselytische (= missionarische) Eifer der CI-Traeger zeigt symptomatisch den unsichtbaren Druck an. Mit Vertaubstummung (neurologisches Absterben der Hoernerven und Ablenken des Sprachzentrums weg von auditiver Sprache zur visueller Sprache) als Argument fuer das fruehe Implantieren des tauben Babies wird in Eltern ein schlechtes Gewissen zu erzeugen versucht. Warum muss das Leben in der Stille schlimmer als wirklich hingestellt werden? Dieses Argument ist gleich dem Aufpeitschen des Audismus in der Gesellschaft und erzeugt Konflikte dort.


Hartmut



Rote Karte!
Rote Karte!



offline
Riverlong … :-)
mach Dir keine Sorgen,
Deine Träume werden bestimmt wahr.
Die Entwicklung hat es gezeigt, es wurde verbessert und modernisiert.
Das wird weiter auch bleiben.

Die Steuern müssen sehr kräftig sprudeln,
die Staatsschulden weiter aufschulden,
im Sozialhaushalt zugunsten Hörgeschädigter Menschen
viel mehr Geld bereitstellen.

Du Deinen Einsatz erheblich erhöhen und verstärken,
die Heimatpolitiker besuchen und
im Abgeordnetenwatch zuständige Abgeordneten anschreiben.

Also fang an für Deinen Traum hart zu arbeiten und nicht nachlassen

und immer an die klaren weisen Sprüche denken:

„Wer anderen eine Kirche bauen will, der muss selbst hinein.“

„Wer zu spät kommt (nichts unternimmt), den bestraft das Leben.“

Zur Zeit ist eine große Krise, da hast Du die besten Chancen.

Glück auf / yak
---



Neuling



offline
Förderung des Sprechens...okay, werde mir das hinters Ohr klemmen.

Yak: Ich habe meinen Traum niedergeschrieben.
Mir ist klar, dass dahinter viel Arbeit steckt.
Das ist bereits geschehen, ist nur eine Frage der Zeit und Behaarlichkeit.
Sicher weisst du auch, dass dahinter ganz viel Bürokratie steckt und stark von der Personalpolitik abhängig ist.

Habt Ihr auch eure eigene Träume ohne Wenn und Aber?
Würde mich echt interessieren.
Eine Traumgeschichte nach der anderen kann schön sein ;)

Yak, was ist dein Traum?
Oder Hartmut, auch wenn du schon im Jahr 1992 dies schon vorgetragen hast...
Hast du einen neuen Traum?

Euch allen einen traumhaften schönen Pfingstsonntag,
rivi


take it easy, be cool



Rote Karte!
Rote Karte!



offline
rivi …
fast jeder Gehörlose hat immer einen schönen Traum.

Und es sind den beharrlichen Gehörlosen gut gelungen
Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit Beharrlichkeit schaffst Du die Bürokratie zu überzeugen.

Die Mittel-Bewilliger wollen gut überzeugt werden. // yak

--



Rote Karte!
Rote Karte!



offline
Zur Erinnerung!

In den "sbw-Heften" von Frau Mally ist der Traum der Gehörlosen zu lesen,
also schon viel früher, in den achtziger Jahren, niedergeschrieben.

Darin steht auch dass Logopäden das Sprechen den Gehörlosen
beibringen und die noch hd. Lehrer nur unterrichten sollen!

Zu diesem Traum sind Widerstände und Barrieren aufgestellt worden.
Die damaligen Vereinsfürsten waren sehr um die eigene Macht besorgt.
Dazu ist der CI-Konflikt - von Amerika aus geschürt - gekommen.

Es ist eine Ironie der Gl-Geschichte.

Es meldet sich ein "Verkünder" Hartmut (dt.-ami Deaf) ...
"aehnliches habe ich schon 1992 auf der Bodenseelaendertagung in Wien verkuendet."

Und die "sbw-Hefte" und die Initiatorin Frau Mally, wo alles drin steht ... sind vergessen?

Die Träume der Gehörlosen können von Leuten vor Ort im Einklang mit
der Heimatpolitik fast immer realisiert werden.
Und das ist nach und nach geschehen.

Die Zeiten damals und heute ... darüber sollen andere gl. Historiker
richtige Vergleiche ziehen.

Die Postings aus der Ferne (Amerika) sehen nach Vergangenheitsbewältigung aus.

--



Mitglied



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nen tipp:

das system kollabriert eh demnächst, also guggn, wo man am besten manövieren kann zu unserem gunsten... nach altvernativen guggn... so simple isses... autonomie und autarkie ist eine lösung, m.E.... (weil viele "sich noch ernähren von dem system...")

the river is not long though its long. ;-)
let us go forward for the project names mankind. :)



Rote Karte!
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JunMisugi
nen tipp:
das system kollabriert eh demnächst

Bitte würdest Du mal genauer erläutern, Danke

Es sieht doch alles normal normal aus,
Veränderungen sind immer mit drinne. :-)
Manövrieren tut's immer.
--



Mitglied



offline
@yakamoz: haha. du verlangst nach einer erklärung, wobei du es selbst ganz offensichtlich weisst, wovon ich rede, alda. "manövrieren tuts immer" plus "Veränderungen". ;-) aber nun gut: wie würde der körper denn reagieren, wenn du immer noch weiter läufst und über die grenzen hinaus läufst und nicht da pause machst, wo du es hätte machen sollen? kollabrieren natürlich. kurzum: die mentalität "wir sind noch im rennen und daher dürfen wir nicht aufhören"... weiteres können die leute sich selbst erdenken... =) ein gutes beispiel: die griechen hörten nicht da auf, wo sie pausieren sollten, stattdessen spielten sie weiter und so weiter, alda.



Rote Karte!
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@yakamoz: haha. du verlangst nach einer erklärung,
wobei du es selbst ganz offensichtlich weisst, wovon ich rede, alda.
... ein gutes beispiel: die griechen hörten nicht da auf, wo sie pausieren sollten,
stattdessen spielten sie weiter und so weiter, alda.


Auf was denn genau drauf kommen sollen die User?
Dein verzwicktes Rätsel ist nicht lösbar, es fehlt der Faden zum direkten Bezug. :-)

Du sollst deinen hochtourigen Gedankengang bitte konkretisieren,
die vielbeschäftigten User danken dir sehr.
--



Mitglied



offline
[lach] ... "direkten Bezug" [smile] Nunja, es ist nicht verzwickt. Ist lediglich verzwickt, weil wir es uns selbst eingebrockt haben. [crazy]

Nunja, wenn die User es ernst nehmen wollen, sollten sie ja selbst nachfragen. =)
Und hinweisen, wo was sie nicht "sehen" können. =) Antoine de Saint Exupery lässt grüssen. [razz]



Rote Karte!
Rote Karte!



offline
Antoine de Saint Exupery lässt grüssen.

Abgeschossen ward er von des Gegners Schiesskunst,
sein letzter Gruß liegt lange zurück. :-)

--

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/ward.shtml

Die Form ward gibt es aber auch; es ist die ursprüngliche,
heute seltene Form der 1. und 3. Person Singular Indikativ Präteritum von werden:
ich ward; er, sie, es ward.
Heute sagt man stattdessen: ich wurde; er, sie, es wurde.

Die alte Form ist in der literarischen und gehobenen Sprache noch üblich,
zum Beispiel: "Geblendet ward sie von der Laster Glanz /
Und fortgeführt vom Strome des Verderbens. /
Ihr ward der Schönheit eitles Gut zuteil ..." (Friedrich Schiller, "Maria Stuart").
--




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