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Virtuelles Kommunikationsforum für Gebärdensprachnutzer
Aktuelle Zeit: 21.11.2018, 17:43:57





 Abschaffung der Gehörlosenschulen


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Neuling



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@wossi
komplett recht *


|| Die Blüte braucht Sonne um Frucht zu werden. ||
|| Der Mensch brauch Liebe um Mensch zu werden ||



Spitzenmitglied



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jaaa, aber dann werden tauben menschen sooo isoliert!
schau mal nach FÖMA (ambulanzen kinder), es gibt sooo viele,
eltern wollen, dass sie nur unter hörenden welt bleiben, statt mit tauben menschen zu tun haben!
deshalb ist das FLOP!



Neuling



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jaa is blöd wenn man von gleichgesinnten getrennt wird.
Dafür gibt es aber die Veranstaltungen wo man sich treffen kann, auch für die kleinsten Kiddies.
Dahin kommen aber nua die Kiddies die selber gehörlose Eltern haben.gä...
Keine Ahnung wie man das anstellen soll. Aber gehörlose Klassen in regelschulen wäre geil.
Man hat die gleichen Lehrer, dadurch auch den gleichen Schulstoff. Umgang mit normalhörenden und gehörlose/schwerhörige.


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Spitzenmitglied



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Die Kinder, die heute in der Schule in der GL/SH Schule sind, geben euch die Antworten auf die Fragen.

Lest doch einfach die Berichte von der Bundeselterntagung:
Worte des scheidenden Präsidenten und Bericht über die Forderungen der Kinder:
http://www.gehoerlosekinder.de/Ebene02/tagungen_zub/2007_muenster/muenster_07_set.html


Johannes Hennies
wies auf Studien hin, nach denen mehr als die Hälfte der hochgradig schwerhörigen Schülerinnen und Schüler die Schule ohne ausreichende Fähigkeiten zur Produktion von Texten verlassen. Und dies gilt unabhängig davon, ob sie sich in Lautsprache, Schriftsprache oder Gebärdensprache äußern. Der bilinguale Unterricht ist dagegen ein erfolgreicher Ansatz zur altersgemäßen Entwicklung von Sprache, Kommunikation und Denken, wie der Schulversuch in Berlin schon jetzt zeigt.

Angesichts dieser Forderungen der Kinder kann man den Worten, dass es kaum Unterschiede gibt zwischen GL/SH Schule und Regelschule gibt, mit einigen Zweifeln entgegentreten. Denn dieses Manko (mangelndes Textverständnis) überträgt sich natürlich auch auf die anderen Fächer, versteht man die Inhalte nicht, versteht man auch nicht Sachkunde, Geschichte oder Bio etc...

Karin



Neuling



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[i]@Karin
Ich habe mir die Seite angeschaut.
Sie erhält Informationen,aber nicht zu diesem Thema???!!
Meiner Meinung nahe, Gehörlose Schüler die die den gleichen Unterrichtstoff Regelschulen haben sollten, und dies auch verstehen sollten, ist schwierig. Wenn man komplett von der Außenwelt isoliert wird, und kein Interesse daran hat, warum sollte man dann auch ihr Lernsystem annehmen?! Wenn man doch eh in der eigenen Welt lebt?!
Und dann auch noch wollt dass die Krankenkasse die Dolmis bezahlt anstatt die CIs? Woa das fand ich echt O_o (tut mir leid), Wir haben eine Behinderung keine andere *Art von Mensch. (keine Ahnung wie ihr es seht). Dass die Schwerhörigen und CI Träger die DGS erlernen sollten, ich denke es liegt in ihrem Willen.
Ich selber trage CIs und kann die DGS, doch ich habe sie erlernt, weil mein Umfeld einfach Gehörlos war. Aber sobald wir außerhalb war (Discos, Kirmes, Shopping etc) sollte ich ihre Dolmis spielen. Ich hab es gerne gemacht und mache es immernoch gerne. Aber die Außenwelt nimmt nicht immer Rücksicht auf unsere Behinderung, egal was wir tun.
Meine Meinung ist- CIs sollten von der Krankenkasse bezahlt werden. Wer Dolmis braucht, der sollte einen beantragen. Und das sind einzelene Fälle, wo ich auch der Meinung bin, die Krankenkasse sollte die Dolmis bezahlen. fifty-fifty.
Aber dass die Lehrer die Gebärdensprache erlernen sollten, hier ist das Thema- Sonderschulen werden abgeschafft (vielleicht nicht alle aber reduziert), da ist es umso schwieriger diese Meinung einzusetzen. Wenn man von der Außenwelt isoliert wird, kann man echt nicht erwarten dass die Normalhörenden sich für uns einsetzen.
Das alles hier ist nur meine Meinung, und keine Tatsachen. Wenn ihr anderer Meinung seit, kann man darüber reden, austauschen, anhören, aber man muss sich nich streiten. Meine Freunde sind alle gehörlos, wir unterhalten uns auf DGS, aber sobald wir in der Außenwelt sind, versuchen wir damit klarzukommen, der Fisch kommt nicht zum Angler...


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Spitzenmitglied



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Lieber Neverland, mir ging es im Posting nur darum, hier aufzuzeigen, dass die GL/SH Schule nicht das gleiche Bildungsnivau aufzeigt.

Wo wird denn schon bilingualer Unterricht gemacht, das gibt es doch nur an 3-5 Schulen.
Viele Grüße
Karin



Neuling



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Und warum wird nicht der gleiche Bildungnivau benutzt??!!

In vielen HörgeschädigtenSchulen ist jetzt auch die allgemeine Abschlussprüfungen eingeführt. Man tut alles um das Niveau gleich zu setzen.


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Spitzenmitglied



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neverland, genau, ich habe an abschlussprüfungen teilgenommen und habe mit "sehr gut" und "gut" bestanden.. und ich denke, dass meine alte schule mit hörende schule anpassen kann, von daher kann ich nicht vorstellen, dass tauben menschen unterfördet sind! vielleicht machen nicht alle schulen gleich, ich denke, es ist leider so!



Neuling



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Hallo

an dieser Sache gibt es positive und negative Seiten.

Die negative Seite wäre, das es für die Gl Personen schwieriger wird

Aber Positiv wäre das die anderen Kinder in den Klassen die Gebärdensprache kennen lernen. So würde die Sprache bekannter und die Kommunikation in einigen Jahren leichter.
Die Gl Kultur bleibt auch noch vorhanden. Sie soll nicht ausgelöscht werden.

Ich glaub es soll nur darum gehen das die Gl und sh mehr an das leben der hd teilnehmen sollen und umgekehrt. die Hd sind bis jetzt grosse schisser und Angsthasen gegenüber Hd. Aber dass kann sich ändern.

Beide Seiten müssen aufeinander zu gehen.

Bis jetzt denken viele Hd dass die gl zwar nicht doof sind aber auch nicht gerade die schlausten.

Ich denke mir, dass die Gl es zeigen können, dass sie Clever sind, viel Wissen haben usw.

Das es schwierig für beide Seiten wird, will ich nicht abstreiten. Es wird einige Zeit dauern. Aber dies ist einer von vielen Wegen die bisherige Situation zu ändern. Und dass muss gemacht werden. Das ist wichtig.

Es kann sein dass ich alleine mit der Meinung stehe. na ja

Ich hoffe, dass ich verständlich geschrieben habe. Ansonsten fragen wie es gemeint wird.



Neuling



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@sia Ja, gä... auf welcher schule warst du?


Meine Meinung ist= wir sollten die Schuld nicht auf die Normalhörenden schieben.
[neutral]


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Spitzenmitglied



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Freiherr-von-Schütz-Schule Bad Camberg/Hessen!
www.freiherr-von-schuetz-schule.de



Spitzenmitglied



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Wir sollen nicht die Schuld auf jemanden geben, sondern wir
sollen einfach Gedanken austauschen, wie die jetzige und zukünftige
Schüler besser unterrichtet werden.

Welche Standardwissen müssen die Realschüler nach der 10. Klasse
haben, um danach auf die Fachoberschule, Fachgymnasium oder
Gymnasium zu gehen zu können und das auch schaffen.
Das müsste die höchste Priorität sein.

Schön wäre wenn Hauptschüler den Realschulabschluß schaffen.
Wie dann die Hauptschüler durch Umwege studieren können.

Ob die Schüler auf diese sekundäre Stufe gehen wollen, ist
denen überlassen, aber das Wissen muss schon vorhanden sein,
damit es keine Schranken gibt, und nicht nochmal von vorne lernen muss,
was an Informationen fehlen.
Es kann doch nicht angehen, dass 6-8 Schüler in einer Klasse sind und
nicht einmal zu Gymnasium gehen können, weil sie das Wissen nicht haben.
Zu allererst brauchen sie vernünftige Vorbilder, ehemalige Schüler
die den Schüler mut machen, dass Sie genauso weit schaffen können.
Mein damaliger Klassenlehrer hat bei mir kein Mut gegeben und gesagt:
Das schaffst du.. Ne er hat gesagt.. Das kannst du nicht du bist mit dein
Wissen unterentwickelt etc.. Maler oder Schuster sollte ich werden...
Heute bin ich Mediendesigner und mache nebenbei Fernstudium.
Was soll ich dazu noch sagen.

Wir Schwerhörige und Gehörlosen sind die teuersten Schüler in
Deutschland. Die Klassen sind zwischen 6 bis 9 Schüler besetzt.
Geringe Ausfallquote bei Lehrern.
In einer normalhörende Schulen sind zwischen 20 bis 30 Schüler in einer
Klasse, dann die hohe Ausfallquote der Lehrer, wegen Stress etc..

Eigentlich haben wir Hörgeschädigte die bessere Trumpfkarte und können noch besser sein als die Hörende und auch qualitativer.

Die Schulreform muss nur erneuert werden, damit dies
auch funktioniert.

[wossi]


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ich bin ich, so bin ich es!



Neuling



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@sia habsch ich mia gedacht ;)
Nuja ich bin von der johannes-vatter-schule. ;)


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Die Abschaffung kann ja niemals einfach sein für einen Gehörlosen Menschen eine normale Schule zu besuchen, denn dieser würde gar nicht mit kommen. Und ich denke immer so nen Bla Bla von den Politikern.
Scheintbar haben die nix besseres als wie was anderes zu tun außer die Diskution über diese Abschaffung von Sonderschulen.
manno Mann Deutschland hat andere Probleme die man eigentlich anpacken müssten. Zb Arbeitslosen, Kindergärten sind knapp oder z.B Rentesystem.
Aber das da Typisch SPD. Ich sage nur das alles nur Bla Bla ist.
Die werden das nicht abschaffen können, dafür ist es einfach nicht leichter gemacht für einen gehörlosen.
was die wollen is nur Geld irgendwie einsparen aber oft kommen so dumme Politiker die von nix ahnung haben.
also darüber muss ich mir keine Sorge machen da wird nix abgeschafft.



Spitzenmitglied



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voma1978,
typisch SPD? CDU regiert jetzt Deutschland =)



Spitzenmitglied



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Oder doch vielleicht beide :-)
Karin



Spitzenmitglied
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Das ist Quatsch... Ich glaube nicht,dass Abschaffung werden alle GL Schule. Bei Gehörlosen Schüler/innen werden zu SH Schüler/innen in die Klasse zusammen.



Neuling



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Damals glaube 2002 sollte eigentlich Halberstadt Schule für Hörgeschädigte abgeschafft werden aber die Lehrer haben demoskiert (weiß nix wie man geschrieben wird, hoffe ihr versteht was ich meine) und ist doch geblieben bis jetzt...also kämpfen



Neuling



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hey ihr alle hab ned alle beiträge gelesen!

aber wollt euch nur mal sagen dass ich der behindertenbeauftragte nen email geschirbene habe, hier der text:

Sehr geehrte Abgeordnete,

ich habe im Internet Seiten gefunden, in denen Sie sie darüber Gedanken machen wollen, dass die Sonderschulen abgeschafft werden sollen.

Nun als hörgeschädigte Abiturientin und Tochter gehörloser Eltern habe ich Einwände, daher weiss ich wirklich wovon ich spreche.
Ich denke für Körperbehinderte oder andersbehinderte kann man eine Integration einführen, solange diese Gruppen selbst nichts dagegen haben.

Aber ich kann für eine Mehrheit der Gruppe der Gehörlosen bzw. Schwerhörige sprechen, die ganz sicher dagegen sind.
Die Gründe kann man leider dennoch schwer einem Normalhörenden darlegen, zumal müsste man die Welt der Gehörlosen (bzw. Schwerhörige) wirklich kennen.
Aber ich werde versuchen Ihnen zu erklären, wieso es besser ist, dass für Gehörlose weiterhin Gehörlosenschulen existieren soll.
Für Schwerhörige kann ich nicht viel sagen, da es verschiedene Typen von Schwerhörigen gibt, einige haben ihre Krankheit akzeptiert und finden es okay hörgschädigt zu sein und geben es offen zu. Es gibt auch andere, die ihre Krankheit nie überwunden haben und ihre Behinderung verstecken wollen, solche Schwerhörige gehen daher lieber in einer Regelschule.
Deshalb rede ich jetzt nur von Gehörlosen

Sie wissen hoffentlich schon, dass wir Gehörlose eine eigene Welt und Kultur haben und dies kann man nicht so einfach mit den Hörenden integrieren.
Es gibt in dieser Welt einfach eine andere Mentalität und andere Kommunikationsform (zudem anerkannt!!). Wie stellen Sie sich denn vor? In einem Unterricht sollen also Gehörlose mit Hörenden unterrichtet werden. Soll also ein Gebärdensprachdolmetscher für etwa 1 bis 2 Gehlörlose pro Klasse (oder manchmal keine..) existieren? Das wären Mehrkosten insgesamt als wenn man für eine Hörgeschädigtenschule finanzieren müsste.

Wenn also Gehörlose weiterhin in einer Gruppe bleiben, stärkt ihre Zugehörigkeitsgefühl und Selbstbewusstsein. Ich denke also, dass es den Gehörlosen viel mehr bringt, dass man das Gefühl hat, dass man gemeinsam stark ist. Das habe ich auch in meiner Schule an der RWB Essen erlebt.
Viele Gehörlose haben auch das Problem, dass sie denken sie hätten Schwierigkeiten später eine Arbeit zu finden bei dem sie Spass haben können. Ihnen fehlen also Selbtwertgefühl und Selbtbeusstsein. An Hörgeschädigtenschulen gibt es immer wieder Vorträge von anderen Hörgeschädigten, die etwas Besonderes in ihrem Leben erreicht haben. Und das stärkt das Gefühl der Gehörlosen trotz der Hörbehinderung etwas erreichen zu können. Auch hörgschädigte Lehrer sind den Gehörlosen eher ein Vorbild als hörende Pädagogen, die selbst oftmals nicht die Gehörlosen - Welt verstehen. Ich hab an der RWB Essen beobachtet, dass es eine bessere Austausch zwischen den hörgeschädigten Lehreren mit den Schülern gab. Deshalb befürworte ich auch, dass es mehr hörgeschädigte Lehrer für hörgeschädigte Kinder geben soll.

Bei einer Integration in einer hörenden Schule würde es also eine Zerstreung der Germeinschaft der Gehörlosen geben und es gibt kein WIR Gefühl mehr...

Und es gibt auch einen psychologischen Aspekt, Gehörlose die an der hörenden Schulen waren oder ähnliches haben oft Identitätsprobleme. "Bin ich gehörlos und ist es okay so? oder soll ich mir n CI anschaffen, damit ich so werde wie die Hörenden?" Ein CI- Träger bleibt immer noch hörgschädigt und wird dadurch noch mehr Identitätsprobleme haben.

Aus den oben angeführen Punkten schliessse ich also ab, dass ich denke es ist sinnvoller die Gehörlosen die Sonderschulen zu lassen.
Machen sie sich ein Vorbild der Skandinavier, die dies gemacht haben, nämlich andersbehinderten mit gesundem Ohr integrieren lassen an Hörenden- Schulen und Gehörlosen bekommen eine spezielle Förderungen. Dies erklärt auch die hohe Schulniveau der gehörlosen Skandinavier.

Zu der Förderungen an deutsche gehörlosen Schulen möchte ich auch was sagen, ich finde es sehr schade, dass viele Gehörlosenschulen schlechte Unterstützuung und Förderungen bekommen vom Staat o.Ä., daher ist das Niveau an solchen Schulen oft niedrig. Geben Sie das Geld lieber für Förderung aus als für Integration oder für Namensänderungen der Sonderschulen in "Förderschule für Hören" als ob die Gehörlose nach der Ausbildung wieder normalhörend werden!

Aufrund der Misstände der Gehörlosen - Bildung bewerbe ich mich gerade an der Berliner Humboldt - Uni für ein Studium für Sonderpädagogik.

Mit freundlichen Grüßen



und die hat von ihrem vertreter antworten lassen:


Sehr geehrte Frau XXXX,
die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-
Meyer, dankt für Ihre E-Mail vom 11. Juli 2007. Sie hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.
Sie äußern erhebliche Zweifel am Nutzen einer integrativen Beschulung von gehörlosen
Kindern und plädieren für den Erhalt der Sonderschulen.
Grundsätzlich ist zum Thema Schulausbildung anzumerken, dass es ein anerkanntes
Anliegen der Bildungspolitik ist, allen Kindern und Jugendlichen einen uneingeschränkten
Zugang zur schulischen Bildung zu gewährleisten. Das Benachteiligungsverbot des Grund-
gesetzes beinhaltet auch das uneingeschränkte Recht jedes Bürgers auf den Besuch einer
Schule. Jedem muss die Möglichkeit gegeben werden zu lernen und sich die kulturellen
Inhalte anzueignen, die von der Gesellschaft als relevant für die heranwachsende
Generation angesehen werden und deshalb in Bildungsplänen festgehalten sind.
Der Besuch von Sonderschulen für behinderte Kinder sollte dabei eher die Ausnahme als die
Regel sein. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung ist der Ansicht, dass ein inte-
gratives Bildungssystem, also die gemeinsame Beschulung von allen Kindern und Jugend-
lichen, von großer gesamtgesellschaftlicher Bedeutung und für behinderte und nicht behin-
derte Kinder gleichermaßen von Vorteil ist. Auch wenn es grundsätzlich zur Regel werden
sollte, dass Schule für alle Kinder und Jugendlichen unter einem Dach stattfindet, wird den-
noch nicht bestritten, dass es in einigen Bereichen erforderlich sein kann, die besondere
Förderung behinderter Schülerinnen und Schüler getrennt von den nicht behinderten Kindern
zu leisten. Wichtig ist aber, dass keine dauerhafte Selektion erfolgt.
Die PISA Studien haben deutlich gemacht, dass bildungspädagogische Konzepte stärker als
bisher individuelle Förderbedarfe berücksichtigen müssen. Die Integration behinderter Kinder
in Regelklassen würde diesen Prozess vorantreiben – die Qualität der Schulbildung würde
für alle steigen.
Selbstverständlich bedeutet die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behin-
derten Kindern, dass auf den individuellen Förderbedarf des einzelnen Schülers abgestellt
werden muss. Die Sonderpädagogik spielt dabei hinsichtlich der Förderung der behinderten
Kinder eine ganz wichtige Rolle.
Dennoch gehen hinsichtlich der integrativen Schulausbildung gehörloser Kinder die
Meinungen stark auseinander. Die einen argumentieren wie Sie und befürworten den
Besuch einer Sonderschule. Andere, wie z. B. der Deutsche Gehörlosen-Bund, begrüßen
Modellprojekte zur Integration gehörloser Kinder in die Regelschule mittels Deutscher
Gebärdensprache wie an der Friedrich-List-Schule in Frankfurt-Nied ausdrücklich: Man sehe
darin für gehörlose Kinder mit Basissprache DGS eine gute Möglichkeit zu einer
altersgemäßen Schulbildung und frühzeitigen Integration in die Welt der Hörenden, ohne
dabei ihre Gehörlosigkeit verleugnen zu müssen. Dies gelte insbesondere, wenn mehrere
gehörlose Kinder in der selben Klasse oder zumindest an der selben Schule unterrichtet
werden.
Ein weiterer Punkt erhält immer größere Bedeutung: der Demografische Wandel. Eine al-
ternde Gesellschaft ist eine Herausforderung an die Integrationsfähigkeit aller Menschen.
Menschliche Vielfalt muss als wünschenswerte Selbstverständlichkeit angenommen, der
Umgang mit Menschen, die anders sind, die alt oder/und behindert sind, muss wieder gelernt
und gelebt werden. Auch hier kann eine konsequente Integration von Beginn an mithelfen.
Die Behindertenbeauftragte macht bei zahlreichen Veranstaltungen auf die Bedeutung einer
gemeinsamen Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern aufmerksam. Sie
wirbt für eine deutliche Ausweitung der integrativen Beschulung, wenn auch für die konkrete
Umsetzung die Zuständigkeit bei den Ländern liegt.
Am 11. und 12. Juni 2007 hat die Beauftragte im Rahmen einer Europäischen Konferenz zur
Integration behinderter Menschen in Berlin ihr Anliegen nach deutlich mehr gemeinsamer
Beschulung von behinderten und nicht behinderten Schülern dargestellt. Ausgangspunkt der
Stellungnahmen, Diskussionen und Empfehlungen der Tagung war das unlängst unterzeich-
nete VN-Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen. Art. 24 der Konvention
trifft eine klare Aussage: Ein integratives Bildungssystem ist im Kern ohne Alternative. Jeder
Staat soll Gewähr dafür leisten, dass behinderte Menschen gleichberechtigt mit anderen Zu-
gang zu einem integrativen, hochwertigen Unterricht haben. Die Konvention bildet einen
Meilenstein für die weltweit über 600 Millionen behinderten Menschen, weil sie völkerrechts-
verbindlich klar macht: Diese haben ein unveräußerliches Recht auf ein selbstbestimmtes
Leben. Vielfalt, Toleranz, Respekt und Chancengleichheit sind universelle, unverzichtbare
Prinzipien des Zusammenlebens behinderter und nicht behinderter Menschen.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Sabine Tekir







was denkt ihr nun darüber?

mich wunderts dass die deutsche gehörlosenbund dies befürwortet...stimmt das denn?

raineo



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"mich wunderts dass die deutsche gehörlosenbund dies befürwortet...stimmt das denn?

raineo"

Hallo Raineo,

mir ist nicht bekannt, dass der DGB soetwas mal gesagt haben sollte. Kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Die Stellungnahme des DGB zum Thema Integration ist in Arbeit und kommt bald raus.

Dein Schreiben an die Behindertenbeauftragte finde ich echt gut!

Gruß
Thomas



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@ Sisa, warum ich sage Typisch SPD ? ganz einfach weil es eine SPD Politikerin sagt das man diese gehörlosenschule abschaffen sollte...
Naja es kommt gar nicht besseres von da an...
Übrigens nervt mich sowas wenn Leute was verlangen wovon die null ahnung haben warum Gehörlosen auf so eine Schule angewießen sind.
Das geht mir tierisch auf den Geist es gibt ja wichtigere Dingen als wie das abzuschaffen.. zb andere Probleme die Wichtiger sind.

Und von der CDU kommt der Vorschlag nicht soweit ich weiß



Spitzenmitglied



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das sehen ich auch so..

vielleicht wird es wahrscheinlich später so sein,
dass viele Hörgeschädigtenschule auf eine oder zwei Schulen eingeschränkt wird. In Niedersachsen könnte man von 5 LBZH-Zentren auf 3 reduziert werden, dafür sind wieder mehr Schüler in einer Schule. Aber das Problem ist immer noch die Fahrten. Wer würde jeden Tag 2 Stunden in die Schule fahren und wieder zurück. Das macht in Prinzip kein Sinn. Im Internat hat man nicht so viele Freiheiten, als wenn man zu Hause ist.
Ich denke man muss alles reformieren, damit alle Schwerhörige, Gehörlose und CI-Träger gute Chance für die Zukunft haben.

Wie die Reform aussehen soll, müssten wir einen Thread aufmachen über Reformvorschläge, wie die zukünftige Schulen ausgestattet werden soll,
was gut ist was schlecht ist.
Diese Reformvorschläge sollten wir dann zur Landesregierung schicken.

Wie die Reformen aussehen sollen, da müssten wir natürlich diskutieren.
und Vorschläge machen.


Mein erster Vorschlag wäre, dass das Wort Sonderschule für Hörgeschädigte aus den Zeugnissen verbannt werden, denn dies ist für Berufseinsteiger und so weiter ein schlechtes Image.
Zeugnisse sollen ja gleichwertig sein.
Nicht gleichwertig würde es sein, wenn dort Sonderschule für Hörgeschädigte steht. Das schreckt den meisten Arbeitgeber ab.

Dann sollen die Zahl der Schüler nicht unter 10 Leute in einer Klasse sein.

Lehrer müssen dann die Schüler so beibringen, dass sie nach der 10. Klasse an weiterführende Schulen wie Gymnasium, Fachoberschule gehen können und keine sehr große Wissensdefizite haben.
Die muss bei 5 bis 10 % liegen.

Gehörlosen müssen genau dieselbe Chancen haben wie Schwerhörige und CI-Träger auch. Egal ob Realschulabschluß, Abitur oder Fachabitur.

Neue Unterrichtsmethoden anwenden und neue Kenntnisse der Wissenschaft aneignen.

Mehr Zusammenarbeit mit hörende Schulen.. Auch Austauschprogramme
wie hörgeschädigte Schüler gehen für einen Monat in einer Normalhörende Schule. und dann auch Hörende gehen dann in einer hörgeschädigten Schule. Damit lernen Sie den Umgang zwischen den 2 Welten.

ciao
[wossi]


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ich bin ich, so bin ich es!



Mitglied



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Moin

Für den Staat ist "Integration" aktuell sicher DAS Allheilmittel schlechthin (Wer mag zähle das Wort mal in der Antwort der Tekir oben. 6 oder 7 Treffer.)
Nach der Wegsperrmentalität (lang) vergangener Jahrzehnte geht es nun also mit Volldampf in die entgegengesetzte Richtung. Motto: "Gut ist was integriert ist!"
[Man könnte jetzt philosophieren das erst diese frühere Wegsperrmentalität überhaupt die Kultur-Bildung der (sogenannten)Randgruppen ermöglicht hat. Aber ich denke das ist der falsche Thread dafür hier.]

Es ist sicher gut gemeint vom Gesetzgeber die Sonderschulen langfristig weitgehend aufzulösen. Denn an dem Begriff "Sonderschule" haftet ja wirklich ein Makel des "Schlechteren" und "Weniger Qualifizierten" bzw. "Weniger Qualifizierbaren". Man will den Behinderten ermöglichen diesen oft ungerechten und ungerechtfertigten Makel zu umgehen durch die Teilnahme am Unterricht der Regelschulen. Und man will natürlich auch nach außen hin als sozialer Staat dastehen der etwas für die "weniger Begünstigten" tut. Und wie gesagt "Integration " ist nach "Globalisierung" sicher eines der hittigsten Worte z.Z.
Ist alles durchaus nachvollziehbar. Aber ich bin skeptisch ob dem einzelnen Behinderten als Individuum damit wirklich geholfen wäre.
Das beste an der Sache ist IMO das quasi jeder so schon in seiner Kindheit mit Behinderten konfrontiert wird und diese Konfrontation wohl viel zum normaleren Umgang mit dieser Gruppe beitragen wird, Vorurteile abbauen wird. Zumindest davon könnten langfristig wir alle profitieren. Denn letztendlich leben wir ja mittendrinn. Es sei denn man gründet sowas wie dies hier: Conch Republic :D :D

Btw, vielleicht interessant: Meine Schwester unterrichtet in einem Modellversuch bei dem in einer "normalen" Grundschule geistig behinderte Kinder am Regel-Unterricht teilnehmen. Das sieht so aus das etwa 4 oder 5 tlw. schwerstbehinderte Kinder in einer Klasse zusammen mit vielleicht 20-25 nicht behinderten Kindern sitzen. Der Unterricht wird hierbei immer von 2 Lehrern durchgeführt wobei einer der beiden Lehrer ein Sonderpädagoge ist welcher sich hauptsächlich um die behinderten Kinder kümmert. Der andere ist ein normaler Grundschullehrer. Natürlich wird der Unterricht, wenn er auch in einem Raum stattfindet, nicht immer für beide Gruppen gleich gestaltet. Das hängt ganz von den Inhalten ab. Aber alle sitzen im selben Raum, betreut durch 2 Lehrer.
Diese Klassen sind sehr beliebt bei den Eltern (auch und gerade die der normalen Kinder). Denn diese versprechen sich durch die 2 anwesenden Lehrer einen besseren Bildungseffekt. Ob das im Sinne des Erfinders ist weiss ich nicht. Fakt ist, das Modell ist bisher anscheinend beliebt und wird nun nach 4 Jahren für weitere 4 Jahre verlängert.
(Dies nur als Beispiel ohne jede Bewertung)

Gruß Late


Anyway the wind blows...




 Abschaffung der Gehörlosenschulen





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