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 Landtag in Magdeburg - 15. Rundfunkstaatvertrag


Spitzenmitglied
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Hallo,

ich habe sehr bald einen wichtigen Termin (am 13.9.2011), zur Landtag in Magdeburg, und habe die Chance dazu mit dem Politikern mitzureden. Allerdingst kommt die Partei vom DIE LINKE. Es geht um den Debatte über 15. Staatsvertrag zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge.

Information dazu findet man hier:
http://www.rlp.de/ministerpraesident/st ... ei/medien/

Dabei muß ich dort nur max. 15 Minuten lang die Rede halten. Gebärdensprachdolmetscher wird gewährt.

Was meint Ihr, was sollte ich dort sagen? Ich will von Euch die Meinungen hören, damit ich besser ein paar Gedanken fassen kann, was ich so alles sagen kann.


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1) Was meint Ihr z.B. zu dem Haushaltsgebühren (ehemals Rundfunkgebühr) der Einführung der Gehörlosen ab 1.1.2013 ? Leider weiß ich dazu gar nicht, wieviele Personen davon betroffen sind, sind es nur 80 000 Leute (nur Gehörlosen) oder aber knapp 300 000 Leute (u.a. hochgradige Schwerhörigen und spät Ertaubte dabei)

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2) Wärt ihr zufrieden, wenn ab dem Jahr 2013 die ARD und ZDF eine Steigerung mindestens 10% pro Jahr machen? Hinweis: Im Jahr 2011 hatte ZDF zum Vergleich vorigen Jahr sogar die UT-Quote verringert (um -0,4%). Bei ARD stieg es um 1,7%. Natürlich sind die Statistik von Sign-Dialog keine genaue Angaben, basiert vom Stichkontrollen-Auswertung. Dazu sollte man sich bewusst sein, das öffentlich-rechtliche allein ungefähr 20 verschiedene Programme gibt. Müssen alle Sender wirklich 100% untertiteln? Welche TV-Sender sollten unbedingt im Jahr 2013 eine starke Steigerung bevorzugen?

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3) Wie sehen die Probleme bei taub-blinden aus, da auch Blinden, die gut verdienen (?), an Haushaltsgebühren leisten müssen? (Gibt irgendwo Stellungsnahme?)

Das reicht erstmal, sonst wird das Thema zu lang.



Spitzenmitglied



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Taubblind!? Unbedingt von RF befreit!
Frag lieber zu deinem Völkchen!
Oder willste wie Gaddafi bei UN-Versammlung verhalten? [lol]


BOOOOOOOOORN TOOOOOOOOO SIGN!!!!!!!!



Neuling



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Wegen Rundfunkgebühren kann ich nichts dazu sagen. VIele Gehörlosen werden nur zahlen, wenn es wirklich 100,00% Untertitel im Fernsehen, Bahn, Tram gibt. Da müssen wir dem Politiker betonen, dass wir es nur zahlen, wenn es wirklich eine große Steigerungen von Untertitel geben wird.

Aber wegen Quotensteigerung von 10% finde ich ein bisschen schlecht, weil denn sonst die Wege zum 100% Untertitel so langsam werden kann. Die staatliche Fernsehen haben genug Untertitel. Aber private Fernsehen haben sau wenig oder gar nicht Untertitel im Fernsehen. z.B.: Sat1, Pro7, VOX, Sport1 und so weiter. Da müssen mehr sein. Sonst trappen wir noch im Dunkeln. [sconf]

Das alles war nur meine Meinung :)



Rote Karte!
Rote Karte!



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@Ocram,
der kompetente Medien-Fachmann beim Dt Gl Bund
soll dir unterstützen - z.B. eine Forderungsliste mit Begründungen.
Oder auch ist gut - er begleitet dich.

Zu den Haushaltsabgabe und UT ist bereits viel gesagt.

Viel Erfolg die Politiker zu überzeugen!
-



Spitzenmitglied
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Die Problematik im 15. Rundkfunkstaatvertrag ist, das es zwar noch stärker ausgebaut werden soll, u.a. sollen nicht nur einfach so Untertitel finanziert werden. Heute müssen die Sendungen mehrere Möglichkeiten gleichzeitig ausbauen, also nicht nur im Fernsehen sondern auch im Internet oder mobilen Zwecken (Apple, Android etc.) deren nötigen Software zu entwickeln. All das kostet enorm viel Geld. Nebenbei muss der Sender auch neue Techniken entwickeln, oder Forschungen betreiben. Die Technik von heute sind enorm mehr Kosten verbunden, als damals vor 30 Jahren.

Die 15. Rundfunkstaatvertrag beinhaltet, das die Sender aufgefordert werden, ständig auszubauen. Aber daran ändert die Tatsache nicht, denn das wird eher ein "Weiter so"-machen betrachtet. Was bislang befreit war, wird plötzlich mit Gebühren verlangt. Das ÖR vermehrt bemühen wird, ist nicht mal garantiert. Dazu fehlt im Gesetz die
wichtige Passage u.a. wie Aktionplan bestimmter Quoten vorzulegen sind, so wie die anderen Ländern bereits gemacht haben.

Kritik gibt u.a.: Es ist nicht möglich gleich im Januar 2013 spürbar zu verbessern.
Grund: Die Reform durch Haushaltsgebühren benötigt GEZ ungefähr 2 Jahre lang, bis überall abgeschlossen sind. Viele Zahler werden erst viel später zur Rechnung gestellt. Viele Leute müssen dann rückwirkend vom Januar 2013 die Rechnung tragen.

Insbesondere sehe ich mich sehr kritisch, ich wäre einverstanden damit, wenn die Sender bestimmte Kriterien erfüllen, um damit auch Gehörlose die Haushaltsgebühren zu finanzieren. Zum Beispiel damit, das sichergestellt wird, ein neue Zentrale für Untertitel-Kontrolle aufzubauen, u.a. Problematik neutral beschäftigt, wie in USA schon gibt. Gibt es in Deutschland noch keine! Oder aber damit, wie schon beschrieben, einen Aktionplan bestimmter Quoten vorzulegen sind, so wie die anderen Ländern bereits gemacht haben.

Es ist sehr schade, das es jetzt soweit gekommen sind, das man kaum noch was im 15. Rundfunkstaatvertrag erweitern kann. Denn: Es gibt zuviele Verbände in Deutschland, die kritisiert haben, man kann nicht bei allem Verbände nach Wünschen umsetzen.

Kritik kommen also nicht nur von Hörgeschädigten, auch von viele anderen Verbänden, die anderen Themenbereiche beschäftigen.

Es schaut so aus, das die Sender in Deutschland in allen Bereichen entwickeln möchte, anstatt sich speziell gedanklich am Fernseher vollständig zu untertiteln.

Eines dürfte aber klar sein: Einen 100% UT wird es auch im Jahr 2013 nicht geben, dazu fehlt einfach die nötigen Fortschritte.



Spitzenmitglied
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Die Pressemitteilung diesbezüglich sind da:
Link

Stellungsnahme zum 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag:
Link

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 Landtag in Magdeburg - 15. Rundfunkstaatvertrag





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